• Einvernahmen: Als Angeschuldigter haben Sie das Recht, jederzeit die Aussage zu verweigern. Daraus darf Ihnen kein Nachteil erwachsen. Über dieses Recht müssen Sie von Polizei und Untersuchungsrichter informiert werden, sonst können Ihre Aussagen grundsätzlich nicht verwendet werden. In der Regel lohnt es sich, bei den ersten Einvernahmen nichts zu sagen und erst nach einem Gespräch mit dem Anwalt Aussagen zu machen.
  • Recht auf einen Anwalt: Sie können jederzeit den Beizug eines Anwalts Ihrer Wahl verlangen. Hingegen besteht kein Recht darauf, dass Anwälte bei der ersten polizeilichen Einvernahme dabei sind (Ausnahme: Kanton Solothurn). In der Regel können Anwälte erst bei der Einvernahme durch den Untersuchungsrichter beigezogen werden. In Basel (Telefon 061 272 02 02) und Zürich (01 201 00 10) gibt es den Pikettdienst Strafverteidigung, über den spezialisierte Strafverteidiger tagsüber erreicht werden können.
  • Unentgeltlicher Anwalt: Wenn Sie bedürftig sind, haben Sie spätestens nach einigen Tagen Polizeigewahrsam oder Untersuchungshaft Anspruch auf einen unentgeltlichen Anwalt.
  • Polizeigewahrsam, Untersuchungshaft, Haft: Sie haben das Recht, die konkreten Tatvorwürfe sofort zu erfahren. Es müssen ein dringender Tatverdacht und ein Haftgrund wie etwa Flucht- oder Verdunkelungsgefahr vorliegen.
  • Benachrichtigung der Angehörigen: Sie haben ein Recht darauf, dass Ihre Angehörigen benachrichtigt werden.
  • Haftdauer: Die Polizei darf Sie in der Regel höchstens einige Stunden festhalten (rund sechs Stunden). Liegen Haftgründe vor, müssen Sie spätestens nach 24 Stunden dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Dieser muss innert 24 Stunden Antrag auf Untersuchungshaft stellen oder Sie freilassen.
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