Kurt Amstutz machte in Oftringen AG erfolgreich mobil gegen einen Verwertungsbetrieb von Schlachtabfällen - obschon dies zusätzlichen Verkehr bedeuten könnte.

Am Anfang war ein Zeitungsartikel: Die Centravo AG, die jene zwei Drittel eines Schlachttieres verwertet, die nicht als Fleisch auf dem Teller landen, wollte in Oftringen einen neuen Betrieb bauen. Für Kurt Amstutz, 45, war sofort klar: «Das stinkt.» Also schrieb er einen Leserbrief, gründete zusammen mit Barbara Walter und Beat Odermatt die Interessengemeinschaft Ambiente Oftringen und organisierte innert zwei Tagen 1050 Unterschriften gegen das geruchsintensive Projekt.

Gleichwohl reichte die Centravo 2002 ein Baugesuch ein. Worauf 1341 Einsprachen bei der Gemeinde eingingen. Allein die erste Verhandlungsrunde, errechnete die zuständige Abteilung, hätte ein Jahr beansprucht; die Centravo zog das Gesuch zurück.

«Natürlich kann man uns vorwerfen, wir hätten nach dem Sankt-Florians-Prinzip gehandelt», blickt Kurt Amstutz zurück. «Doch Oftringen hat schon die Autobahn und eine Kehrichtverbrennungsanlage - wir wollten nicht zum Abfallcontainer der Region werden.» Auch hätten die Recherchen der Opponenten laufend Ungereimtheiten aufgedeckt. Es gebe genügend Standorte, die weniger dicht besiedelt seien, ist Amstutz überzeugt: «Mag sein, dass die Transporte deshalb länger werden. Doch im Leben ist es oft so, dass man nur die Wahl zwischen zwei Übeln hat.»

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