Bevor man mit Vater oder Mutter die Gangschaltung übt, ist es sicher sinnvoll, ein paar Stunden bei einem Fahrlehrer zu buchen. Er ist in Sachen Blicktechnik, Spurgestaltung und Verkehrsdynamik auf dem neusten Stand. Wenn sich später die Gelegenheit ergibt, das Erlernte auch privat zu üben, wird man möglicherweise schneller fahrtüchtig.

«Privatstunden» mit Familienmitgliedern oder Freunden haben allerdings auch ihre Tücken: Weil der Begleiter ohne Brems- und Kupplungspedal auskommen muss, bleibt im Notfall nur die Handbremse. Zudem müssen Lernfahrer mit hohen Bussen und einem mindestens einmonatigen Entzug des Lernfahrausweises rechnen, wenn sie Verkehrsregeln verletzen und dadurch den Verkehr schwerwiegend gefährden. Zu beachten ist auch, dass der private Begleiter eines Fahrschülers mindestens 23 Jahre alt und wenigstens drei Jahre im Besitz des Ausweises sein muss.

Es besteht sogar die Möglichkeit, ohne Unterricht bei einem Fahrlehrer zur Prüfung anzutreten. Beim heutigen Schwierigkeitsgrad der Prüfung ist dies allerdings nicht ratsam. 97 Prozent der Fahrschülerinnen und -schüler lassen sich hauptsächlich von einem Fahrlehrer ausbilden.

Um einen Lernfahrausweis zu erhalten, muss man einen Nothelferkurs absolviert und ab April 2003 auch die Theorieprüfung bestanden haben. Zusätzlich sind acht Stunden Verkehrskundeunterricht obligatorisch. Wer die Fahrprüfung beim ersten Mal nicht schafft, hat noch zwei weitere Male die Möglichkeit, es besser zu machen – wobei die Prüfung frühestens nach einem Monat wiederholt werden kann. Saust ein Fahrschüler dreimal durch die Prüfung, erhält er noch eine Chance – allerdings nur wenn er ein positives verkehrspsychologisches Gutachten vorweisen kann.

Der Lernfahrausweis ist zwei Jahre lang gültig und kann nach Ablauf dieser Frist erneuert werden, wenn nicht alle Prüfungsmöglichkeiten ausgeschöpft wurden. Meistens muss dann aber die Theorieprüfung nachgeholt werden.

Noch ein Blick in die Zukunft: Ab Anfang April 2003 wird der Fahrausweis im Kreditkartenformat abgegeben. Und frühestens ab 2005 müssen Neufahrer nach absolvierter Prüfung eine Bewährungszeit bestehen: Der Fahrausweis wird mit einer Frist von drei Jahren auf Probe ausgestellt.