Schon bei der Anmeldung gab es Probleme: Als Christina Rolli und ihre Freunde auf dem Campingplatz Iris in Yverdon einen Platz mit Strom beziehen wollten, sagte man ihnen kurzerhand, Strom gebe es nur für Familien. Rolli erkundigte sich nach dem Grund. «Da rastete der Platzwart plötzlich aus und forderte mich auf, das Büro zu verlassen.» Dabei habe sie nur freundlich gefragt.

Beim Bezug der Plätze kam es zu einer erneuten Auseinandersetzung. «Wir wollten unsere Zelte in einer ruhigen Ecke aufstellen, aber auf einmal tauchte der Wart auf und meinte, wir sollten von hier verschwinden.»

Als die jungen Leute im Büro ihre Identitätskarten zurückforderten, habe der Platzwart diese vor ihren Augen kopiert. «Wenn einer Ärger macht, dann weiss ich, wo ich ihn suchen muss», begründete er dies auf Anfrage. Rolli und ihre Freunde fuhren zum Camping VD 8 im Nachbardorf – und stiessen bei der Anmeldung auf ihre Identitätskarten. «Im Büro hing, für alle Gäste sichtbar, ein Blatt mit den Kopien unserer IDs. Darüber stand in dicken Buchstaben: ‹Wanted›.»

Für die Platzwartin des «VD 8» ist das normal: «Das ist bei uns so üblich. Wenn jemand Ärger macht, informieren wir die anderen Campings.» Dass man damit Leute an den Pranger stelle, bestreitet sie. «Man kann auf den Kopien ja kaum etwas erkennen.» Christina Rolli allerdings hatte keine Schwierigkeiten, sich zu erkennen: «Ich bin Primarschullehrerin. Wenn das zufällig Eltern meiner Schüler sehen, schädigt das meinen Ruf.»

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