Die Einbrecher gingen brutal zur Sache, als sie in die Wohnung von Christel Schmid eindrangen. Sie wuchteten die Wohnungstür mit einem Stemmeisen auf und zerstörten den Metallrahmen – die Tür sah aus, als sei sie von einem Rammbock traktiert worden. Schmid benachrichtigte den Vermieter. Dieser beauftragte einen Schreiner mit der Reparatur.

Wenige Wochen später begann der Ärger. «Der Schreiner schickte die Rechnung direkt meiner Versicherung. Deren Angaben hatte er noch von einem früheren Auftrag», sagt Schmid. Die Versicherung wollte nur 80 Prozent des Schadens von mehr als 1900 Franken übernehmen – abzüglich eines Selbstbehalts von 200 Franken. Weil der Schreiner inzwischen per Mahnung auf die Bezahlung seiner Rechnung pochte, war Schmid am Ende sogar froh, dass die Versicherung wenigstens den grössten Teil des Betrags bezahlte.

Vermieter müssen zahlen

Dabei hätte sich Schmid gar keine Sorgen machen müssen. Laut Gesetz haften Mieterinnen und Mieter nämlich nur für den unsorgfältigen Gebrauch einer Sache: Wenn eine unbefugte Drittperson einen Schaden verursacht, können sie nicht zur Verantwortung gezogen werden. Bei einem Einbruch ist der Fall also klar: Schmids Vermieter hätte sämtliche Schäden auf eigene Kosten beheben müssen. Dasselbe gilt auch für Schäden, die durch Zufall oder höhere Gewalt entstanden sind, etwa durch ein Unwetter.

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Unzulässige Vertragsklauseln

Doch nicht alle Vermieter halten sich an diese Haftungsgrundsätze. Einige versuchen, mögliche Kostenfolgen von Einbrüchen via spezielle Vertragsklauseln auf die Mieter abzuwälzen – zum Beispiel indem sie sie verpflichten, die Wohnungstür in die Einbruchversicherung einzuschliessen.

Solche Vereinbarungen (sogenannte Koppelungsgeschäfte) sind allerdings nur zulässig, wenn sie mit dem Gebrauch der Mietsache zusammenhängen. Nach Ansicht von Beat Gut, Mietrechtsexperte und Richter am Bezirksgericht Zürich, ist das Gesetz diesbezüglich strikt auszulegen: «Ein Einbruchdiebstahl hängt eindeutig nicht mit dem Gebrauch der Mietsache zusammen. Deshalb ist die Verpflichtung, eine Mobiliar- oder Einbruchdiebstahlversicherung abzuschliessen, unzulässig.»

Anders sieht es aus, wenn der Mieter Familienangehörigen, Gästen, Angestellten oder Untermietern die Benutzung seiner Wohnung erlaubt. Setzt zum Beispiel der unbeaufsichtigte Göttibub an Heiligabend den Weihnachtsbaum in Brand, ist grundsätzlich der Mieter für die Schäden in seiner Wohnung haftbar.

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Ausserdem schreibt das Mietrecht vor, dass der Mieter kleine Reinigungen und Reparaturen selbst übernehmen muss; unabhängig von der Frage, wer den Schaden verursachte. In welchen Fällen und bis zu welchem Betrag der Mieter für diesen so genannten kleinen Unterhalt aufzukommen hat, bestimmt der Ortsgebrauch. Oft sind entsprechende Bestimmungen auch in Standardmietverträgen enthalten. Die Grenze für den kleinen Unterhalt liegt bei etwa 150 Franken. Übersteigt die Reparatur diesen Betrag, kann man die Rechnung getrost an den Vermieter zurücksenden.