Schön ist sie, die neue Wohnung. Noch schöner wäre es, wenn anstelle des abgelatschten Teppichs ein Parkett den Boden bedecken würde. Wer als Mieter in einem solchen Fall gleich selber zur Stichsäge greift, kann beim Auszug eine böse Überraschung erleben. «Fehlt die schriftliche Zustimmung des Vermieters, kann dieser verlangen, dass der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt wird», warnt Thomas Oberle, Jurist beim Hauseigentümerverband Schweiz. Konkret: Das Parkett muss wieder raus, der alte Teppich rein.

Wer ohne Einverständnis des Vermieters einen grösseren Umbau beginnt, riskiert im schlimmsten Fall die Kündigung. Nur für kleine Änderungen, die auch ohne grossen Aufwand wieder rückgängig gemacht werden können, braucht es kein Okay des Vermieters.

Ein hässlicher Schrank darf also demontiert werden, beim Auszug ist er allerdings wieder aufzubauen. «Wenn der Mieter umbauen will, sollten von Anfang an verbindliche Vereinbarungen fixiert werden», rät Experte Oberle. «Vor allem die Frage, was beim Auszug des Mieters mit den Einbauten geschieht, muss klar geregelt sein, ebenso die Entschädigung.»

Wer sich schriftlich verpflichtet, den ursprünglichen Zustand der Wohnung wiederherzustellen, muss sich der Konsequenzen bewusst sein gerade bei grösseren Umbauten kann dies nämlich teuer werden. Und dass ein Nachmieter gefunden werden kann, der den Geschmack teilt und die Wohnung inklusive Wiederherstellungspflicht übernimmt, ist in den meisten Fällen illusorisch.

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Liegt eine schriftliche Zustimmung des Vermieters vor, muss der Mieter beim Auszug für den geschaffenen Mehrwert grundsätzlich entschädigt werden. Allerdings verlangt das Gesetz, dass ein «erheblicher Mehrwert» geschaffen wurde. Jede Kleinigkeit muss der Vermieter nicht entschädigen. Für eine zusätzliche Steckdose kann der Mieter also kein Geld erwarten.

«Auch über die Höhe einer allfälligen Entschädigung braucht es ganz klare Abmachungen», betont Thomas Oberle. «Es kann auch vereinbart werden, dass die Einbauten beim Auszug ohne Entschädigung an den Vermieter übergehen.»

Das macht für die Mieterinnen und Mieter allerdings nur dann Sinn, wenn sie ein paar Jahre lang von ihren Investitionen profitieren können: In einem solchen Fall sollte ein mehrjähriger Mietvertrag abgeschlossen werden.

Weitere Infos

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«Wie darf ich meine Mietwohnung verändern?» Broschüre des Mieterinnen- und Mieterverbands, Postfach, 8026 Zürich, Telefon 043 243 40 40, 8 Franken.

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