Die Mutter von Doris Walby aus Weiningen ZH hatte 50 Jahre lang in derselben Mietwohnung gewohnt, als sie im Alter von 87 Jahren verstarb. Ihr Vermieter sah in dieser langen Zeit keinerlei Veranlassung, die Wände zu streichen oder die Tapeten zu ersetzen. Neue farbige Wandbeläge leisteten sich die Eltern vor 33 Jahren dennoch: Die Tapeten entsprachen dem damaligen Trend und wurden bis zum Tod der Mutter so belassen. «Die Rechnung für die Wohnungsverschönerung bezahlten ganz selbstverständlich meine Eltern», so Doris Walby.

Nachdem die Tochter die Wohnung sauber geputzt dem Vermieter übergeben hatte, erhielt sie die Abrechnung und war bass erstaunt: «Der Hausbesitzer verrechnete mir die Kosten für das Entfernen der Tapeten. Und das, obschon der Vermieter vor 33 Jahren sein Einverständnis dafür gegeben hatte, neue Tapeten aufzuziehen.»

Diese Rechnung wollte Doris Walby nicht akzeptieren und wandte sich an das Beobacher-Beratungszentrum. Die Antwort, die sie erhielt, war klipp und klar: An der Rechtslage gibt es nichts zu rütteln, denn nach einem 50-jährigen Mietverhältnis ist das Entfernen einer Tapete auf Kosten des Vermieters eine Selbstverständlichkeit.

Auf den Beschwerdebrief, den Walby daraufhin dem Hauseigentümer schickte, erhielt sie eine kurze Antwort: «Wir verzichten auf die 1'300 Franken.» Der Kommentar von Doris Walby fällt ebenso knapp aus: «Es geschehen noch Wunder.»