Besonders wohnlicher Gartensitzplatz


Christoph Buser-Meyer hat sich beim Hausumbau letztes Jahr den Garten ins Wohnzimmer geholt. Durch die Fensterfront kann die Familie den rund 400 Quadratmeter grossen Garten betrachten. Christoph Busers Liebe zum Garten ist jedoch nicht grenzenlos. «Ich verbringe nicht all meine Freizeit im Garten, denn meine übrigen Hobbys sollen nicht zu kurz kommen.»

Ein Weg aus Natursteinplatten führt zum erhöhten Teil des Gartens, der seitlich von Gehölzen wie Flieder und Kolkwitzia eingerahmt ist. Hier wachsen Apfelbäume und Johannisbeeren. Ein Kirschbaum, von Kiwiranken überwuchert, dient als Kletterparadies für die Kinder Philipp (12) und Flurina (10). «Als wir das Haus kauften, war der Garten völlig verwildert», erinnert sich Buser. Mit Hilfe eines Gärtners brachte er wieder Ordnung in den Urwald, doch der Garten dürfe ruhig etwas wild bleiben, sagt der Familienvater.

Internationaler Schrebergarten


«Mein Garten schläft noch», sagt Arthur Deplazes entschuldigend. Er steht mitten auf seiner 200 Quadratmeter grossen Parzelle. Der Schrebergarten der Familie Deplazes liegt an der französischen Grenze. «Eigentlich steht mein Garten auf französischem Boden», erklärt er. Deshalb müsse er stets den Pass auf sich tragen, um sich ausweisen zu können. Wenn er die Fahne hisst, nimmt er auf die Gefühle des Nachbarlandes Rücksicht. «Zuerst kommt die französische, dann erst die Schweizer Flagge.»

Für Leopoldine und Arthur Deplazes war von Anfang an klar, dass sie ihr Stück Land auch für den Gemüseanbau nutzen wollen. «Als Bauernsohn ist für mich Selbstversorgung selbstverständlich», sagt der 73-Jährige. Er zieht in seinem Schrebergarten Gemüse, Salate, Kräuter und Beeren. Aber auch Blumen haben Platz: «Daraus binde ich jeweils kleine Sträusse», sagt Leopoldine Deplazes. Auf Chemie und Kunstdünger verzichtet das Ehepaar, lieber pflücken sie die Läuse von Hand oder setzen auf Hausmittel wie Brennnessel- oder Zinnkrautsud. «Dafür schmeckt das Gemüse wunderbar.»

Dschungel auf vier Quadratmetern


Auf dem Balkon ihrer Mietwohnung kann sich Kathrin Senn bestens erholen. «Es stört mich nicht, dass es ein schattiges Plätzchen ist», sagt die 24-Jährige. Die gelernte Floristin und Gärtnerin hat ihren rund vier Quadratmeter grossen Balkon trotz knapper Sonnenstrahlen in eine grüne Oase verwandelt. Hosta, Aloe und Heuchera in grossen Töpfen sorgen mit ihren unterschiedlichen Blattfarben und -strukturen für Abwechslung. Zum Naschen gibt es im Sommer indische Erdbeeren. Kräuter gedeihen im Balkonkistchen.

«Pfefferminze und Oregano habe ich vor allem wegen ihres guten Dufts gepflanzt», erklärt die Gärtnerin. Die übrigen Gewürze braucht sie auch zum Kochen. Besonders stolz ist Senn auf ihre Passionsblume: «Sie hat letzten Sommer wunderschön geblüht.» Neben den Erdpflanzen gedeihen in einem alten Waschzuber auch Wasserpflanzen wie Wasserhyazinthen, Wasserlinsen und Farne. Mitte Mai stattet Senn ihren Balkon zusätzlich mit etwas blühendem Sommerflor aus. «Für mich ist dieser Platz wie ein weiteres Zimmer», meint sie. «Ich könnte mir nicht vorstellen, in einer Wohnung ohne Balkon zu leben.»

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