Urs Hilfiker, nebenamtlicher Wildhüter und Mitglied des Vogelschutzvereins Urdorf ZH, hält inne. «Da pfeift eine Goldammer», sagt er zufrieden. Hilfiker steht an der Urdorfer Panzersperre aus Betonhöckern, Toblerone genannt, die sich über die ganze Talsenke zieht.

Die ausgemusterte Sperrstellung erfüllt ihre neue Aufgabe hervorragend: Bodenbrüter finden hier Nistplätze, Füchse und Rehe gelangen in ihrem Schutz bis zum Bach, Nattern und Eidechsen dürften sich demnächst ansiedeln.

Die Armee gab die Sperrstellung in den achtziger Jahren auf, das Werk ging in den Besitz des Kantons Zürich über, und die örtlichen Vogelschützer übernahmen den Unterhalt. Kein Einzelfall: Im ganzen Land pflegen Naturschutzorganisationen Toblerone und Panzergräben. Selbst die dazugehörenden Bunker bleiben stehen.

Gewinnerin ist aber auch die Armee, die die Toblerone nicht abbrechen muss und damit allein in Urdorf rund 300000 Franken spart. Kaum bezahlbar wäre der Abbruch der Bunker, von denen es Tausende gibt. Ein zweigeschossiges Exemplar steht auf dem Land des Bauunternehmers Roger Brunner in Dietikon ZH. Der Fachmann beziffert die Abbruchkosten auf rund 230000 Franken. Beim Abbruch von 5000 Bunkern würden die Kosten 1,15 Milliarden Franken betragen. Für einmal macht sich Naturschutz für den Staat bezahlt.

Anzeige