Eine Privathaftpflichtpolice deckt die vom Versicherten an Personen oder Sachen verursachten Schäden. Darin eingeschlossen sind auch Mieterschäden: Die Versicherung bezahlt etwa ein neues Lavabo, wenn das alte ersetzt werden muss, weil ein Zahnputzglas hineinfiel.

Kauft sich ein bisheriger Mieter ein Eigenheim, so sinkt für die Versicherung das Schadenrisiko. Der Versicherte besitzt jetzt ja die Wohnungs- oder Hauseinrichtung selbst, also muss er auch selber für eventuelle Schäden aufkommen. Über eine Hausratversicherung kann er sein Inventar lediglich gegen Glasbruch oder Wasserschäden versichern.

Ein Eigenheimbesitzer sollte selbstverständlich nicht die gleiche Prämie bezahlen müssen wie der Mieter einer Wohnung. Einzelne Gesellschaften tragen dem reduzierten Risiko denn auch durch einen entsprechenden Prämienrabatt Rechnung, wie eine Beobachter-Umfrage ergeben hat.

So sinkt bei der Helvetia Patria die Prämie um 31 Prozent oder 61 Franken, bei der Mobiliar um 23 Prozent oder 55 Franken, und bei der Basler spart der Versicherte immerhin noch 38 Franken (22 Prozent). Auch mit der reduzierten Prämie bleiben bei allen drei Gesellschaften Schäden versichert, die während der vorübergehenden Miete einer Ferienwohnung oder eines Ferienhauses entstehen könnten.

Bei der Berner und der Elvia hingegen zahlen die Eigentümer grundsätzlich gleich viel wie Mieter. Sie haben einzig die Möglichkeit, einen Selbstbehalt auf Mieterschäden zu vereinbaren und auf diese Weise eine Prämienverbilligung zu erreichen. Bei der Berner liegt so bei einem Selbstbehalt von 100 Franken immerhin eine Prämienersparnis von 63 Franken drin. Die Elvia hingegen offeriert gerade mal 37 Franken Rabatt für 200 Franken Selbstbehalt. Dieser gilt dann gleichzeitig auch für Schäden oder den Verlust entliehener, gemieteter oder sonstwie in Obhut genommener Sachen. Ein eher schlechtes Geschäft.

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Überhaupt kein Musikgehör haben National, Vaudoise, Winterthur und Zürich. Der versicherte Hauseigentümer bezahlt hier für ein Mieterrisiko, das er gar nicht hat. Die Eigentümer finanzieren mit ihren Prämien also die von Mietern verursachten Schäden mit, was unzumutbar ist. Denn die Mieterschäden machen bei den meisten Gesellschaften etwa vier Fünftel der gesamten Schadensumme aus.

Mieterdeckung gut prüfen

Versicherungsnehmer, die mit dieser Geschäftspolitik nicht einverstanden sind, sollten deshalb bei der ersten Gelegenheit die Gesellschaft wechseln, also bei Ablauf der Police oder einem Schadensfall. Wer hingegen bereits bei einer der übrigen Gesellschaften versichert ist, sollte den Übergang vom Mieter- ins Eigentümerverhältnis sofort melden; die Ermässigung wird nämlich in der Regel auch während des Versicherungsjahrs gewährt.

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Grundsätzlich sollte aber jeder Versicherte die Mieterdeckung überprüfen. Vorab Familien mit Kindern könnten sonst böse Überraschungen erleben. So erheben die Berner und die Elvia bei einem Umzug für jedes Zimmer separat einen bei Vertragsabschluss vereinbarten Selbstbehalt. Wenn also das Lavabo im WC in die Brüche ging und die Tapeten im Kinderzimmer von den Wänden fallen, wird dem Versicherten der Selbstbehalt gleich zweifach belastet.

Noch schlechter kommen die Mieter bei National, Vaudoise und Zürich weg. Hier gilt nämlich bei Mieterschäden ein so genannter obligatorischer Selbstbehalt. Das heisst: Selbst wenn beim Abschluss der Police kein Selbstbehalt vereinbart wurde, muss der Versicherte einen Teil des Schadens selber tragen. Bei National und Vaudoise sind das 100 Franken, bei der Zürich sogar 200 Franken.

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Zudem erheben diese Gesellschaften den Selbstbehalt ebenfalls einmal je Zimmer. Bei drei Schäden in verschiedenen Zimmern gehen bei der Zürich also nicht weniger als 600 Franken auf Kosten des Versicherten (Ausnahme: Schadenfreiheit von mehreren Jahren).

Fazit: Wo zu Hause Kinder spielen, sollte jeglicher Selbstbehalt für Mieterschäden vermieden werden. Dies ist nur bei vier der neun getesteten Gesellschaften möglich (Berner, Elvia, Mobiliar, Winterthur).