Discountschleusung

Die Dienstleistungen der Schlepper sind minimal. In kritischen Momenten denken die Schlepper nur an ihre eigene Sicherheit. Grenzen müssen die Migranten oft allein überschreiten. Es werden grössere Gruppen gebildet, was das Risiko der Entdeckung erhöht. Dokumente stehen nicht zur Verfügung. Übernachtungsorte werden spontan bestimmt – unter Brücken, in Parks, in Billigstabsteigen oder in Wartesälen.

Normalschleusung

Sie findet in mittelgrossen Gruppen statt. Die Reise vom Herkunfts- ins Zielland dauert Wochen bis Monate. Mit Aufgriffen an Grenzen ist zu rechnen. Falls gefälschte Pässe zum Einsatz gelangen, sind die Fälschungen eher plump und durch geschultes Personal leicht zu erkennen. Für Übernachtungsmöglichkeiten ist gesorgt. Die Asylgesuche, die die Schlepper ihren Kunden mitgeben, sind stereotype Dutzendgeschichten.

Garantieschleusung

Sie ist vor allem in China bekannt und kostet zwischen 40000 und 80000 Franken. Die Kunden werden mit gut gefälschten Papieren und, falls erwünscht, mit kompletten Asylgesuchen ausgestattet. Die Reise wird so angelegt, dass die Migranten, falls sie im Zielland auffliegen, bei der Rückschaffung in die letzte Transitdestination immer noch in Europa sind. Garantieschleusungen sind meist mit einer langjährigen Knechtschaft verbunden. Oft muss die Familie, die in der Heimat bleibt, für den Reisewilligen bürgen – und auch bluten, falls dieser untertaucht.

Einladung

Empfehlungs- und Einladungsschreiben von Firmen, Bildungsinstituten und Sportanlässen finden immer öfter ihren Weg auf den Schwarzmarkt. Üblich sind Preise von 1500 Franken. Erhält ein Migrant aufgrund einer Einladung ein echtes Visum in einen echten Pass, hat er Europa erreicht.

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