Wie sieht dieses Paradies denn aus? Unter «Parteiziele» lesen wir: keine Südanflüge mehr in Kloten, Drogenfreigabe – damit «der Tourismus in der Schweiz belebt» wird –, Senkung des Benzinpreises und Freibier in den Altersheimen.

Hinter der SEP steht Geschäftsmann Hans Lehner, der für den Kantonsrat St. Gallen kandidiert. Interessierte sind als Parteimitglieder, aber auch als Sponsoren willkommen. Als Gegenleistung erhalten sie dafür ein «RQM-Power-Modul», das massive Benzineinsparungen ermöglichen soll, zum halben Preis. Wen sie damit sponsern, wird allerdings nicht klar. Bis 50000 Franken «Gründungskapital» eingetroffen sind, fliesst das Geld auf Lehners Privatkonto. Lehners Kreditwürdigkeit wird aber laut der Schweizer Wirtschaftsauskunftei Teledata als «sehr tief» eingeschätzt.

Es ist nicht das erste Mal, dass Lehner in Sachen RQM aktiv ist. Bereits 1993 lud er «innovationsfreudige Kleinanleger» ein, sich an der Entwicklung eines so genannten Raum-Quanten-Motors zu beteiligen. «Kein anerkannter Wissenschaftler attestiert den RQM-Projekten auch nur eine Spur von Seriosität», war in der «Finanz und Wirtschaft» damals zu lesen. Die RQM AG machte im Juli 2001 Konkurs. Über 800 Kleinanleger erlitten herbe Verluste.

Das Geheimnis der SEP ist jenem des Raum-Quanten-Motors verwandt: Es nennt sich immer noch RQM, bedeutet jetzt aber Raum-Quanten-Medium und baut auf die «Urkraft des Universums». Der Quantensprung soll «innerhalb von fünf Jahren 100000 neue Arbeitsplätze schaffen». Ein Abzocker will Lehner freilich keiner sein: «Ich möchte die Kernspaltung anhand der Kernschwingungsenergie durch Magnetresonanzkopplung ablösen», sagt er – und weist finanzielle Interessen von sich.

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