«Was nicht wächst, stirbt.» So wurde Andreas Hoppler, Präsident der Stadtzürcher Stiftung PWG, 1997 im Beobachter zitiert. Und es wächst: Die «Stiftung zur Erhaltung von preisgünstigem Wohn- und Gewerberaum» hat ihren Liegenschaftenbestand seither von 48 auf 121 ausgebaut. Erfreulich, kommen so doch immer mehr Mieter in den Genuss von Mietzinsen, die 26 Prozent unter dem Zürcher Durchschnitt liegen.

Aber auch eine mieterfreundliche Eigentümerin wie die Stiftung PWG ist offensichtlich keine Garantie für faires Verhalten. Die 16 Mieter eines PWG-Hauses, die 2002 bis 2005 den Emissionen einer Grossbaustelle ausgesetzt waren, erhielten erst nach zähen Verhandlungen eine vorübergehende Mietzinsreduktion. Dabei wurde ihnen aber ein fragwürdiges Zugeständnis abgerungen: Nach Bauende mussten sie eine Erhöhung wegen «Mehrleistungen durch die neue Umgebungsgestaltung» hinnehmen - immerhin 80 Franken pro Monat. Wie viel die PWG in die Umgebung investiert hat, kann ihr Geschäftsleiter Adrian Rehmann jedoch nicht sagen. «Die Baurechnungen liegen noch nicht vor» - also auch keine Grundlage für eine Mietzinserhöhung. Deshalb legt der PWG-Leiter nach: «Grund für die Erhöhung war neben dieser Wertvermehrung, dass die Rendite der fraglichen Liegenschaft angesichts notwendiger Unterhaltsaufwendungen zu tief war.» Doch auch das ist kein Grund für eine Mietzinserhöhung. Aber die PWG wird weiter wachsen. Vielleicht heiligt der mieterfreundliche Zweck ja die Mittel.

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