Ab 2008 wird eine nicht ganz umweltfreundliche Autobahn das Knonaueramt erschliessen und Hausen am Albis besser mit der Welt verbinden. Neben Hausen liegt Kappel, berühmt für seine Religionskriege. Ein ökologischer Krieg ist somit für Hausen nicht wesensfremd; er tobt denn auch seit vier Jahren - um Flurwege. Die für den Unterhalt zuständige Flurgenossenschaft will sie mit Asphaltgranulat, einem Recyclingprodukt, bedecken. Mit fünf Franken pro Kubikmeter sei es günstiger als Kies à 65 Franken. «Wir zahlen schliesslich diese Wege», argumentiert die Genossenschaft, die zu zwei Dritteln subventioniert wird.

Das Granulat ist für Naturschützer des Teufels, versiegle es doch den Boden. Reaktion der Gegenseite: Kies von weit her zu holen sei noch umweltfeindlicher. Nichts tun sei das Beste, kontern die Naturschützer, nur dann bilde sich ein Grünstreifen mit Insekten, die dem Kuckuck als Nahrung dienten. Gegenargument: Der Weg müsse Traktoren standhalten. Beide Seiten berufen sich auf den Kanton. Doch der verbietet Granulat nicht - hält es aber auf Wanderwegen für ungeeignet. Nun besinnt sich die Gemeinde aufs historische Vorbild und bittet an den runden Tisch. Ob eine Milchsuppe offeriert wird, ist offen.

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