Ein heisser Sommertag geht zu Ende. Unvermittelt entladen sich die Gewitterwolken, die sich aufgetürmt haben: Der Regen prasselt sintflutartig aufs Dach, der Donner grollt, Blitze zucken und plötzlich geht das Licht aus.

400000 Blitze wurden letztes Jahr in der Schweiz registriert; gut 11000 davon schlugen in Gebäude ein. Auf diese Einschläge zurückzuführen sind 40 Prozent der Feuerschäden, wie die Vereinigung kantonaler Feuerversicherungen errechnet hat. Die Schadenssumme beträgt über 21 Millionen Franken.

Fast 100-prozentig geschützt

Doch nicht bei jedem Blitzeinschlag brennt gleich das Haus nieder zumal sich dagegen etwas tun lässt: «Eine Blitzschutzanlage gewährt praktisch 100-prozentigen Schutz», sagt Kurt Steck von der Beratungsstelle für Brandunfallverhütung. Während der Blitzschutz für Spitäler, Schulhäuser, Museen und andere Gebäude mit viel Publikumsverkehr obligatorisch ist, ist die Installation entsprechender Anlagen bei Ein- und Mehrfamilienhäusern (siehe «Tipps») freiwillig. Vor allem bei exponierten Gebäuden empfehle sich ein Einbau dringend, so Josef Bruhin, Leiter Inspektionen beim Eidgenössischen Starkstrominspektorat.

Geschützt werden können damit auch Fernseher, Computer und andere Elektronikgeräte im Haushalt. Bruhin: «Das Ausziehen des Steckers ist passé, falls der Elektriker einen Überspannungsschutz installiert hat.» Dieser verbindet die äussere Blitzschutzanlage auf dem Dach mit den hausinternen Einrichtungen und gleicht durch den Blitz verursachte Überspannungen aus. Einzig in Gebäuden ohne eine solche Anlage ist man noch immer gut beraten, bei einem Unwetter die Geräte abzustellen oder um auf Nummer Sicher zu gehen sogar auszustecken, vor allem bei einer längeren Abwesenheit.

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Vorkehren lässt sich beim Versicherungsschutz. Weil Brände und Unwetterschäden schnell einmal ins Geld gehen, ist die Gebäudeversicherung in den meisten Kantonen obligatorisch. Wessen Haus wegen eines Blitzschlags niederbrennt, dem wird der Wiederaufbau zum Neuwert finanziert. Gedeckt sind unter anderem auch Sturm- und Hochwasserschäden.

Die Gebäudeversicherung kommt auch für Schäden an fest eingebauten Gerätschaften wie Kühlschrank, Kochherd oder Waschmaschine auf. «Legt der Blitz hingegen mobile Elektrogeräte lahm, ist das ein Fall für die Hausratversicherung», erklärt Schadenexperte Konrad Pfändler von den Winterthur-Versicherungen.

Und wer bezahlt die Limousine des Nachbarn, die unter der vom Sturm entwurzelten Pappel aus dem eigenen Garten begraben wurde? Das ist ein Fall für die Teilkaskoversicherung des Nachbarn falls er eine hat. Wenn nicht, muss er selber dafür aufkommen, denn Elementarschäden deckt die Privathaftpflichtversicherung nicht.

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