Die Fragen hören sich an wie eine leicht hölzerne Version von «Wer wird Millionär?»: «Wer ist aus Ihrer Sicht für den Sport in der Schweiz wichtig?» Oder: «Aus Ihrer Sicht, welches sind denn die wichtigsten Aufgaben des Chefs VBS?»

Die Fragen sind Teil einer Studie, die das Forschungsinstitut gfs Bern im Auftrag des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) durchführt. In den kommenden drei Jahren sollen so rund 10'000 Schweizerinnen und Schweizer zu ihrer Meinung über das Departement des SVP-Bundesrats Samuel Schmid befragt werden.

Statt eines Millionengewinns winken den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern bei dieser «integrierten Kommunikationsanalyse» - den Begriff «Imagestudie» verbittet sich das VBS ausdrücklich - jedoch vor allem beträchtliche Kosten. Wie hoch sie sind, bleibt geheim, aufgrund der öffentlichen Ausschreibung schätzt jedoch Hans-Ruedi Hertig, Mitinhaber des Basler Meinungsforschungsinstituts Konso, die Kosten auf «gegen eine Million Franken». Zur Erinnerung: Mitte Oktober kritisierte die Geschäftsprüfungskommission des Ständerats, dass der Bund pro Jahr rund 700 Millionen Franken für externe Berater und Studien vergibt.

«Unplausibel und wirklichkeitsfremd»

Hertig hat darauf verzichtet, sich für die Durchführung der Studie zu bewerben: «Die Ausschreibung war durch den Auftraggeber derart eng vordefiniert, dass sich kein Spielraum für ein professionelles Untersuchungskonzept bot.»

Dieser Auftraggeber, in der Befragung kurz «Chef VBS» genannt, will über sich und sein Departement viel hören, den Fragen nach zu schliessen am liebsten Positives: Aussagen wie «Der Chef VBS setzt klare Prioritäten» oder «Er erfüllt mit dem VBS die geforderte Leistung» dürfen die Befragten auf einer Skala von null («Stimme gar nicht zu») bis zehn («Stimme voll zu») bewerten, ebenso die Feststellung «Er nimmt seine Verantwortung als Mitglied der Landesregierung in vollem Umfang wahr». Dazwischen sind anscheinend zufällig Fragen zu VBS-Bundesämtern («Ist das Bundesamt für Sport ein guter Arbeitgeber?») und zur Armee eingestreut.

Allein die Abfolge und die Formulierung der Fragen, ganz zu schweigen von den zu bewertenden Aussagen selbst, seien «gesprächspsychologisch unplausibel und wirklichkeitsfremd», kritisiert Meinungsforscher Hertig.

Methodisch seien die Fragen korrekt, sagt Lukas Golder, der Projektleiter bei gfs Bern, erklärt aber, dass sich seine Funktion auf eine reine Beratertätigkeit und die Umsetzung der Umfrage beschränkte. Für die Auswahl und die Formulierung der Fragen hingegen war eine Stelle zuständig, die dem «Chef VBS» nahe steht: die VBS-interne «Projektleitung IKA VBS».