Der Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) gehört zu den am häufigsten angebauten blühenden Zimmerpflanzen. In den feuchtwarmen Wäldern Mittel- und Südamerikas wächst sie zu einem Baum heran; bei uns kommt sie nach intensiver Züchtung auch als Topfpflanze in geheizten Räumen zurecht.

Was kaum einer weiss: Die Stecklinge der wärmelieben­den Pflanze kommen aus Ländern wie Äthiopien, in denen klimatisch günstige Verhältnisse herrschen und die Jungpflanzen in Treibhäusern ohne Heizung gedeihen. Per Flugzeug gelangen die unbewurzelten Steck­linge − rund 3000 Stück in einer Box von der Grösse eines Schuhkartons − nach Europa. Hier werden sie in beheizten Gewächshäusern während 21 Wochen unter Einsatz modernster Technik rechtzeitig zur «Blüte» gebracht. Züchter arbeiten da­ran, die Ökobilanz der Exoten zu verbessern: Neue Sorten wie «Mira» gedeihen bereits bei Temperaturen von 16 Grad. «Das ermöglicht Anbaubetrieben eine Energieeinsparung von 20 Prozent», sagt Sabine Hoffmann von Syngenta, einem der drei weltgrössten Produzenten von Weihnachtssternen.

In der Schweiz sind auch Öko-Weihnachtssterne erhältlich, die nach den Richtlinien von Bio Suisse ohne Einsatz synthetischen Düngers und Pflanzenschutzes kultiviert werden. Sie haben einen Marktanteil von fünf Prozent. Die Stecklinge stammen jedoch auch aus Übersee.