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WohnenSehnsucht nach der Dorfidylle

Grün, ländlich, ruhig, sicher – und ausgezeichnete Verkehrsanbindungen: so wollen die meisten Schweizer am liebsten wohnen. Die Realität jedoch sieht anders aus.

So wollen viele Schweizer leben: die 1000-Einwohner-Gemeinde Beinwil im Aargauer Freiamt (Bild: Didi Weidmann/Wikipedia Commons)
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Drei Viertel der Schweizer Bevölkerung leben inzwischen «in Gemeinden mit städtischem Charakter». Dabei sehnen sich die meisten danach, auf dem Land in einem Dorf zu wohnen. Dies ergab eine repräsentative Umfrage der eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL). 

Studie: Beste Noten für das Dorf

Frage an 1208 Teilnehmer: Bewerten Sie bitte auf einer Skala von 1 (sehr ungern) bis 5 (sehr gern), ob Sie in den jeweiligen Orten leben wollen.

72 Prozent der befragten Personen würden «gerne» oder «sehr gerne» in einem Dorf leben (Note 4 oder 5). Die Agglomeration dagegen kam nur bei 37 Prozent der Teilnehmer auf die höchsten Werte, die Stadt lag gar nur bei knapp 30 Prozent.

Die Agglomeration ist unbeliebt

Die Menschen schätzen am Dorfleben die Natur, die Landschaft, die schöne Aussicht, die Ruhe und die Sicherheit. Gleichzeitig wollen die meisten nicht auf Mobilität verzichten: Gute Verkehrsanbindungen, sei es auf der Schiene oder auf der Strasse, sind ebenfalls wichtig.

Doch ausgerechnet die stadtnahen Agglomerationsgemeinden, die genau diese Vorzüge bieten, sind bei der Bevölkerung unbeliebt. Menschen, die in der Vorstadt leben, identifizieren sich am wenigsten stark mit ihrer Wohngemeinde. Ganz anders sieht das bei Bewohnern von Dörfern oder Städten aus. Sich für eine Agglomerationsgemeinde zu entscheiden, scheint mehr Mittel zum Zweck zu sein als wirkliche Überzeugung.

«Regionale Zentren» sind die Zukunft

Trotzdem plädieren die Autoren der Studie, Silvia Tobias und Marcel Hunziker, dafür, die Verkehrsinfrastruktur in den Dörfern nicht auszubauen – um die Umwelt und die Landschaft zu schonen und die Zersiedelung zu stoppen. Stattdessen sollen Kleinstädte zu regionalen Zentren ausgebaut werden mit «einem lebendigen, gepflegten und attraktiven Stadtkern». Solche Städte werden damit zu einem Einzugsgebiet für die umliegenden Dörfer und die gesamte Region. Zugleich sollen solche «Kernstädte» zu Verkehrsknotenpunkten ausgebaut werden.

Als Beispiel wird in der Studie die Region Freiamt im Kanton Aargau aufgeführt: Das dortige Bevölkerungswachstum spricht einerseits für die Attraktivität dieser Region – andererseits führt diese Zunahme «zu Zersiedelung und einer Überbelastung des jeweiligen Dorfkerns».

Das kann umgangen werden, indem Wohlen, die grösste Gemeinde im Freiamt, zu einem regionalen Zentrum ausgebaut und umliegende Dörfer wie Villmergen, Beinwil oder Hägglingen klein gehalten werden. In diesem «regionalen Zentrum Wohlen» sollen dann eine Vielzahl an Läden, Restaurants und Schulen sowie öffentliche Plätze dazu beitragen, das Zentrum zu beleben. Solche «Kernstädte» würden zum idealen Anziehungspunkt für Menschen, die Natur wollen – und gleichsam einen Viertelstundentakt in die Grossstadt.

Die komplette Studie können Sie auf der Seite des WSL nachlesen.

Veröffentlicht am 13. Januar 2016

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2 Kommentare

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Andreas
Oberurnen, einfach traumhaft. Ruhig, nahe am Walensee, in 30 Minuten in Zürich, perfekte Naherholung rundum und gut ans ÖV-Netz angebunden -- was will man mehr?

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denise
In bratsch ( wallis ) . Wuderschön viel sonne,hifsbereite menschen,guter zusammenhalt. In der stadt bin ich krank geworden. Auch in einem dorf im kt.solothurn hats mir gefallen. Habe dort aber nie anschluss an die dorfgemeinde gefunden. Meine freunde vermisste ich sehr. Die einheimischen von aedermannsdorf sind lieber für sich. Schade,sehr schöne gegend. Bin froh bin ich wider in meiner heimat im wallis.

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