Ja. Indem der Vermieter den Mangel nicht sofort behoben hat, hat er Ihnen gegenüber seine vertraglich vereinbarten Leistungen nicht vollständig erfüllt – und dazu gehören eindeutig dichte Fenster. Das Mietrecht sieht in solchen Fällen eine Mietzinsherabsetzung vor, und zwar von dem Zeitpunkt an, zu dem der Vermieter vom Mangel erfahren hat, bis zu dessen Behebung. Im Gesetz finden sich allerdings keine Richtwerte zur Höhe der Herabsetzung, das ist Ermessenssache. Gestützt auf Gerichtsurteile in ähnlichen Fällen, lässt sich aber eine zehnprozentige Reduktion durchaus vertreten. Sie sollten nun Ihrem Vermieter die Dauer und die Höhe der Reduktion des Mietzinses schriftlich mitteilen.

Den Betrag selbst abziehen ist heikel

Laut Gesetz dürfen Sie den gesamten Betrag bei der nächsten Mietzinszahlung abziehen. Dieses Vorgehen ist jedoch heikel, wenn der Vermieter mit der Reduktion des Mietzinses nicht einverstanden und somit der Meinung ist, Sie seien in Zahlungsverzug. Die Folge: eine Zahlungsaufforderung mit Kündigungsandrohung. Bezahlen Sie dann nicht innert 30 Tagen, kann er Ihnen mit einer Frist von 30 Tagen auf Ende eines Monats kündigen. In solchen Fällen können sich Mieter mit einer Anfechtung der Kündigung wehren. Sie müssen dann allerdings hoffen, dass die Schlichtungsstelle respektive das Gericht die Höhe der Reduktion für gerechtfertigt hält.

Wer seine Nerven schonen und das Mietverhältnis nicht allzu sehr strapazieren will, lässt es besser nicht so weit kommen und wartet vorerst – ohne den Mietzins zu reduzieren – die Antwort des Vermieters ab. Ist dieser mit der vorgeschlagenen Mietzinsreduktion nicht einverstanden und kann man sich nicht einigen, ist der Gang zur Schlichtungsstelle für Mietsachen jedoch unvermeidlich. Das Verfahren ist gratis.

Quelle: Monica Muijsers
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