Für die Zeitschrift «Computer easy» bezahlt Hanspeter Schenker am Kiosk viereinhalb Franken. Zu Hause rechnet er den Euro-Preis von 2.30 um: Fr. 3.45. Eine Differenz von mehr als einem Franken findet Schenker happig.

Dabei hat sich nichts geändert: Der «Stern» kostet in Deutschland zweieinhalb Euro das entspricht dem alten DM-Preis von 4.90. Auch in der Schweiz sind unverändert Fr. 4.90 fällig beim jetzigen starken Franken sind das rund 30 Prozent mehr als beim Nachbarn im Norden.

«Die Preise macht der Verleger», sagt Eduard Perret, Leiter Presse und Logistik bei der Kiosk AG. Die Preisdifferenz habe nichts mit den Margen der Kiosk AG zu tun. Wie viel diese an den Zeitschriften verdient, verrät Perret nicht. Die handelsübliche Marge beträgt 38 bis 50 Prozent.

Frank Plümer, Pressesprecher des «Sterns», begründet die Preisdifferenzen mit Transport- und Lagerkosten und mit Umsatzsteuern, die in jedem Land zu zahlen sind. «Überall in Europa gelten deshalb unterschiedliche Preise», sagt Plümer.

Für den Preisüberwacher ein Missstand mit Tradition: «Die Zeitschriftenpreise stehen bei mir auf der Warteliste», sagt Rafael Corazza, Geschäftsführer der Preisüberwachung.

Doch vorläufig bleibts dabei: Wie bei Staubsaugern, Kameras und Markenkleidern muss man auch für Zeitschriften hierzulande mehr hinblättern als in Deutschland. Das geht so weit, dass die Schweizer Kulturzeitschrift «du» im deutschsprachigen Ausland nur elf Euro (rund Fr. 16.50) kostet in der Heimat zahlt die Kundschaft Fr. 3.50 mehr.

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