«Molke ist kein Wundergetränk, wie sie oft angepriesen wird; und sie macht unausgewogene Ernährung nicht besser», sagt Marion Wäfler von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung. «Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung kann Molke gelegentlich eingesetzt werden, als reiner Durstlöscher taugt sie wegen des hohen Milchzuckeranteils aber nicht.» Wäfler warnt zudem vor Molke-Fastenkuren oder -Diäten, die zu Mangelerscheinungen führen könnten.

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Molke ist ein Abfallprodukt aus Käsereien; in der Schweiz fallen jährlich 1,3 Millionen Tonnen an. Das Gros wird an Schweine verfüttert. Zirka ein Fünftel kommt als Bestandteil von Babynahrung, Kosmetika oder Wellnessdrinks in den Handel. Weil naturbelassene Molke aber eher unappetitlich schmeckt, werden die Produkte mit Zucker und Aromen aufgepeppt.

Molke-Produkte seien eine «pfiffige Geschäftsidee», sagt Udo Pollmer, wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften in München. Wer aber Milchzucker nicht vertrage – in der Schweiz jeder fünfte Erwachsene –, sollte bei Molke vorsichtig sein, gibt Pollmer zu bedenken. Molke-Eiweisse seien zudem oft an Allergien beteiligt. Auch stünden sie im Verdacht, Autoimmunerkrankungen wie Diabetes Typ 1 auszulösen. Dies vor allem bei Säugling