Euro-Konti: Kleine Banken ganz gross
Bei den Euro-Konti bieten die kleinen Geldinstitute bessere Konditionen. Raiffeisen und Migrosbank haben die Nase vorn.
Nebenartikel
Ferien in Euroland stehen hoch im Kurs. Und mit der neuen Einheitswährung fällt die komplizierte Umrechnerei von Lire, Franc und Mark weg. Wem selbst noch der Euro-Faktor den Kopf zerbricht, für den gibt es Euro-Konti. Und die können sich lohnen, wenn man mehrmals pro Jahr nach Euroland reist. Man profitiert von leicht höheren Zinssätzen, die Angebote locken mit einer Bandbreite zwischen 0,25 und zwei Prozent, und der Kunde spart auch Umrechnungsspesen bei Euro-Anlagen und beim Bezug von Feriengeld.
Wer ab und zu beispielsweise via Internet in der EU einkauft, kann zudem seine Rechnungen einfach und kostengünstig begleichen. Und bei der Shoppingtour über die Grenze kann man sich bei einigen Geschäften gar die ausländische Mehrwertsteuer auf sein Euro-Konto gutschreiben lassen. Bleibt als einziges, wenn auch begrenztes Risiko, dass die Währungsschwankungen zulasten des Kontoinhabers gehen.
Wer sich für ein Euro-Konto interessiert, kommt hingegen nicht ganz ums Rechnen herum und muss zahlreiche Angebote mit unterschiedlichsten Gebührenkategorien miteinander vergleichen. Zur Auswahl stehen Spar-, Depositen-, Kontokorrent- und Privatkonti.
Die Unterschiede sind gross, wie ein Vergleich des Beobachters für einen typischen Privatkunden (Fall A) und einen Geschäftskunden (Fall B) zeigt (siehe «Bankenvergleich»):
- Familienvater A bucht einmal im Jahr Spanienurlaub und ein Weekend in Paris. Er reist mehrmals jährlich beruflich nach Euroland und nimmt neben der Kreditkarte einen Grundstock Bargeld mit.
- Selbstständig Erwerbender B mit kleinem Geschäft lebt mit seiner Frau in Grenznähe. Er erhält Euros von Kunden aus Euroland und kauft bei Firmen jenseits der Grenze ein. Es fallen entsprechend viele Transaktionen an. Seine Frau geht zwanzigmal im Jahr auf Grosseinkauf ins benachbarte EU-Land, sie bezahlt bar.
Bei der Zürcher Kantonalbank verliert ein typischer Privatkunde (Fall A) wegen Kontoführungsgebühren 21 Euro im Jahr. Bei Raiffeisen und Migrosbank legt sein Kontostand in der gleichen Zeit um knapp 140 Euro zu.
Beim Geschäftskunden (Fall B) liegt die Bandbreite sogar zwischen minus 35 Euro (Migrosbank) und minus 405 Euro (Regionalbank Valiant). Die Grossbanken UBS und Credit Suisse liegen mit minus 233 Euro und minus 170 Euro im Mittelfeld und sind wieder mal teurer als die Kleinen. Bei der Postbank ist der Geschäftskunde gar mit 305 Euro im Minus. Die Differenz zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter beträgt somit happige 370 Euro.
© Beobachter Ausgabe 18 vom 06. Sep 2002 - Alle Rechte vorbehalten











Früher in Rente?
Je früher die Frage der Finanzierung angegangen wird, umso realistischer ist die Umsetzung.