Steuererklärung Wegleitung durch den Papierkram

Steuererklärung
Wenn Sie allein nicht weiterkommen, wenden Sie sich an Ihr Steueramt: Dieses ist verpflichtet, Ihnen Auskunft zu erteilen.

Wer bei der Steuererklärung planmässig vorgeht und alle Unterlagen parat hat, kann Aufwand und Ärger begrenzen. Eine Anleitung in fünf Schritten.

aktualisiert am 12. Jan 2017 16:22

Die folgenden fünf Punkte helfen Ihnen, Aufwand und Ärger beim Ausfüllen der Steuererklärung zu begrenzen.

1. Vorbereiten

Bevor Sie mit dem Ausfüllen der Steuererklärung beginnen, sollten Sie alle Unterlagen zusammensuchen. Sonst fangen Sie zehn Mal an − und jedes Mal hängt der Kopf ein wenig tiefer.

Die folgenden Dokumente sollten Sie vor sich haben, wenn Sie das Steuerformular ausfüllen:

  • Lohnausweis(e), Belege über Arbeitslosenversicherungstaggelder, Erwerbsausfallentschädigungen und/oder Rentenzahlungen
  • Endjahresbank- und -postkontoauszüge
  • Wertschriften
  • Quittungen der Kinderkrippe
  • Belege für Arbeitswegkosten und auswärtige Verpflegung
  • Belege über Weiterbildungskosten
  • Quittungen Ihrer Spenden
  • Belege für die selbst bezahlten Krankheitskosten
  • Belege über den Liegenschaftsunterhalt, Umbauten und Mieteinnahmen
  • Belege für Einzahlungen an die Säule 3a
  • Belege über Schulden
  • die Vorjahressteuererklärung
  • die letzte definitive Veranlagung
  • evtl. Beleg für Unterhaltszahlungen


Wer die Steuererklärung elektronisch ausfüllt, spart zusätzlich Zeit und Aufwand. Die dazu benötigte Software können Sie vom Internet herunterladen oder beim Steueramt auf einer CD-ROM beziehen. Noch bequemer geht es, wenn Sie wie etwa in den Kantonen Zürich und Bern die Steuererklärung online ausfüllen können (siehe «Steuerservice im Internet»).

2. Steuererklärung ausfüllen

Beginnen Sie mit den Zusatzformularen, die Sie einreichen müssen. Die dort berechneten Totalbeträge übertragen Sie in die Steuererklärung. Anschliessend gehen Sie diese Punkt für Punkt durch. Wenn Sie die Steuererklärung elektronisch ausfüllen, folgen Sie am besten den Anweisungen und der Reihenfolge im Programm. Konsultieren Sie Ihre letzte Steuererklärung und die letzte definitive Steuerrechnung. Dort sehen Sie, wie Sie es letztes Mal gemacht haben und ob das Steueramt es so akzeptiert hat. Verstehen Sie etwas nicht, lesen Sie zuerst die Wegleitung. Bringt diese Sie nicht weiter, wenden Sie sich an Ihr Steueramt, denn dieses ist verpflichtet, Ihnen Auskunft zu erteilen. Geben Sie alle Einkünfte und Vermögenswerte im In- und Ausland an. Steuerhinterziehung lohnt sich nicht.

Wollen Sie bei Abzügen, für die Pauschalen vorgesehen sind, die effektiven Kosten abziehen, müssen Sie diese auflisten und belegen. Ziehen Sie ab, was Ihnen zusteht, aber nicht auf Heller und Pfennig. Ihre Zehn-Franken-Spende an die Heilsarmee ist eine gute Tat, sie muss aber nicht in der Steuererklärung verbürgt sein. Sonst ärgern Sie nur den Steuerbeamten.

3. Steuererklärung einreichen

Die Steuererklärung muss in der Regel bis Ende März unterschrieben und mit allen Beilagen bei der Steuerbehörde eingereicht werden. Können Sie diesen Termin nicht einhalten, stellen Sie rechtzeitig ein Gesuch um Fristerstreckung. Damit das Gesuch bewilligt wird, muss die Verlängerung vor Fristablauf beantragt werden.

Guider – der digitale Berater des Beobachters

Mehr zu Steuererklärung bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Alle Jahre wieder muss die Steuererklärung ausgefüllt werden. Guider informiert seine Mitglieder darüber, wie Lotteriegewinne versteuert werden müssen, wie man sich gegen eine Steuerveranlagung wehren kann und führt zu weiteren praktischen Seiten mit Tools zur Steuerberechnung.

Fristen im Steuerrecht
Erträge aus unverteilter Erbschaft versteuern
Schenkungssteuer
Lotteriegewinne versteuern
Kapitalleistungen aus 2. und 3. Säule versteuern
Lohnt sich eine Steuerberatung?
Einsprache gegen die Steuerveranlagung erheben

4. Kontrollieren

Mit der Abgabe der Steuererklärung sind Sie noch nicht am Ziel. Erhalten Sie Monate später die Einschätzung, sollten Sie diese unbedingt prüfen. Vergleichen Sie das steuerbare Einkommen und Vermögen in Ihrer Steuererklärung mit den Zahlen auf dem Einschätzungsentscheid und der definitiven Steuerrechnung. Ebenso sollten Sie kontrollieren, ob der Steuerbeamte den richtigen Steuertarif – verheiratet oder alleinstehend – gewählt hat, ob Sie der richtigen Konfession zugeteilt sind und ob auch der Betrag der Verrechnungssteuer stimmt. Prüfen Sie genau, denn das Steueramt ist nicht verpflichtet, Sie ausdrücklich auf Abweichungen von Ihrer Steuererklärung hinzuweisen.

5. Reklamieren

Verlieren Sie nicht gleich die Nerven, wenn das Steueramt Korrekturen vorgenommen hat. Rufen Sie Ihren Steuerbeamten an und fragen Sie ihn höflich nach dem Grund der Änderung. Vielleicht hat er nur einen Fehler gemacht. Oder er hat sogar Recht, wenn er Ihnen die Kosten für den Kochkurs nicht als abzugsfähige Weiterbildungskosten durchlässt. Falls Sie nach dem Gespräch mit seiner Korrektur immer noch nicht einverstanden sind, können Sie gegen die Einschätzung Einsprache erheben. In den meisten Kantonen haben Sie dazu 30 Tage Zeit. Verpassen Sie diese Frist, wird die Einschätzung verbindlich, und Sie müssen die definitive Steuerrechnung bezahlen. Dann kehrt wieder für ein Jahr Ruhe ein.

Wo finde ich einen Steuerberater?

Brauchen Sie die Hilfe eines Steuerberaters, finden Sie anerkannte Steuerexperten über ExpertSuisse (Treuhand-Kammer) oder den Schweizerischen Treuhänderverband.

Buchtipp

Der SteuerberaterSteuern optimieren - ein Leitfaden für die SchweizMehr InfosIn den WarenkorbE-Book
Autor:
  • Michael Krampf
Bild:
  • Thinkstock Kollektion