Eine Tüte normale getrocknete Steinpilze à 30 Gramm kostet bei Coop Fr. 3.80, Steinpilze mit Bio-Label sind rund 40 Prozent teurer. Steinpilze kann man nicht züchten, beide Sorten wachsen in freier Natur. Wo also ist der Mehrwert beim Biopilz? Laut Jacqueline Forster von Bio-Suisse darf die Knospe drauf, wenn er aus «zertifizierter Wildsammlung» stammt. Bedeutet: Die Pilze werden im Einklang mit der Natur gesammelt, in Gebieten ohne schädliche Emissionen, von geschulten Sammlern. Für Verarbeitung und Lagerung gelten die Vorschriften des Biolandbaus.

Pilzexperte Hans-Peter Neukom findet Biorichtlinien beim Steinpilz wenig sinnvoll; zum Beispiel die Vorschrift, dass die natürlichen Bestände nicht gefährdet werden dürfen: «Steinpilze sind relativ anspruchslos, sie wachsen in geeigneten Gebieten in grossen Mengen.» Und die Richtlinien seien kaum zu kontrollieren, etwa die geografische Abgrenzung des Sammelgebiets: «Da bräuchte es Eingangskontrollen, um zu garantieren, dass die Pilze tatsächlich nur im definierten Gebiet gesammelt wurden.»

Hat sich Coop davon überzeugt, dass bei seinen Naturaplan-Steinpilzen alles korrekt abläuft? «Unsere Spezialisten nahmen persönlich noch keinen Augenschein», sagt Coop-Sprecher Nicolas Schmied. Man verlasse sich auf die Zertifizierung durch die Bio-Suisse sowie auf den Importeur Sunray.

Der Migros ist das zu wenig. Sprecherin Monika Weibel: «Bei Wildpilzen ist die Einhaltung der Bio-Auflagen sehr schwierig, wenn nicht unmöglich.» Darum verkaufe man nur Biozuchtpilze wie Pleurotus und Shiitake.

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