Gemäss Duden ist etwas gratis, wenn man nichts dafür zahlen muss. Telekomanbieter Salt sieht das nicht so eng. Auf einem seiner Plakate steht: «iPhone 8 gratis. Nur bei Salt.» Und im Kleingedruckten: «Mit Neuabschluss eines Plus Swiss Young Abos für 24 Monate.» Nun kostet dieses Abo mit Gerät 59 Franken, ohne Gerät 49 Franken. Für das neue iPhone muss ein Kunde also 240 Franken bezahlen – in 24 Ratenzahlungen à 10 Franken. Doch Salt bleibt dabei: «Das Gerät ist gratis», so Sprecher Benjamin Petrzilka. Es sei bloss das Abo, das mit Gerät teurer sei.

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«Teils irreführend»

Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz, schüttelt den Kopf über diesen rhetorischen Winkelzug: «Salt tischt mit diesem Plakat eine Lüge auf.» Wenn schon, handle es sich um einen Rabatt: Das iPhone, das ohne Abo 839 Franken kosten würde, gibts bei einem Vertragsabschluss mit Salt für 240 Franken. «Hier wird die Lauterkeit auf jeden Fall geritzt.» Diese schreibt vor, dass eine Firma eine Tatsachenbehauptung auch beweisen können muss. Die Frage lautet also: Kostet das iPhone bei Salt tatsächlich 0 Franken, wie auf dem Plakat versprochen – oder halt doch 240? Juristisch würde die Werbung wohl nicht als täuschend eingestuft, sagt Stalder. Dennoch sei sie teils irreführend. So handle es sich um einen Knebelvertrag, nur für Leute unter 30. «Beides wird nicht auf Anhieb klar.» Merke: Nichts auf der Welt ist gratis – schon gar nicht das neue iPhone.

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Christian Gmür, Content-Manager Ratgeber
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