Die Wiederverwertung funktioniert in der Schweiz besser als in den meisten EU-Staaten. Unsere Recyclingquote hat sich seit 1986 von 24 auf 50 Prozent verdoppelt, und bei den einzelnen Stoffen wie Glas, Alu, Papier oder PET liegen wir europaweit an der Spitze. Gemäss Bundesamt für Umwelt (Bafu) wurden 2008 in der Schweiz pro Person 14 Kilogramm Elektronikgeräte verwertet; der EU-Durchschnitt liegt bei gerade mal vier Kilogramm.

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Allerdings geht oft vergessen, dass wir mehr Abfall produzieren als die meisten Länder in Europa: Mit 733 Kilogramm Hausmüll pro Person liegt die Schweiz deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 524 Kilo – und hinter Dänemark und Zypern auf Platz drei. Und unsere Abfallmenge nimmt weiter zu: Landeten 2005 noch 327 Kilo pro Einwohner in den Kehrichtverbrennungsanlagen, waren es 2008 bereits 366 Kilo.

Wie lassen sich die Abfallberge in den Griff bekommen? Experten plädieren für die Verlängerung des Produktlebenszyklus. «Eine Verlangsamung der Konsumzyklen wäre in vielen Fällen besser als das beste Recycling», sagt Michel B. Monteil von der Sektion Abfallverwertung und -behandlung des Bafu. Die Logik ist zwingend: Wer weniger konsumiert, produziert auch weniger Abfall. Nur: Die Entwicklung der Abfallmenge entspricht bis dato dem Verlauf der Konjunktur. Boomt die Wirtschaft, wachsen die Müllberge.