Konsumfallen Vorsicht, Betrug!

Konsumfallen
Zahlreiche Anfragen beim Beobachter-Beratungszentrum zeigen, dass immer wieder gutgläubige Menschen in Konsumfallen tappen.

Vermeintlich kostenlose Internetdienste, glitzernde Gewinnversprechen oder supergünstige Schnäppchen – klingt ein Angebot zu gut, um wahr zu sein, ist es in der Regel eine Falle: Die Schwarze Liste der Firmen, die Sie besser meiden.

aktualisiert am 10. Dez 2015 15:08

Einige Unternehmen haben sich darauf spezialisiert, die Arglosigkeit vieler Konsumenten auszunutzen, um ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Und wie die zahlreichen Anfragen beim Beobachter-Beratungszentrum zeigen, tappen immer wieder gutgläubige Menschen in solche Konsumfallen. Wer einige Verhaltenstipps beherzigt, fällt auf solche Tricks gar nicht erst herein:

  • Lassen Sie sich nie zu einer Unterschrift drängen. Ein Anbieter, der nicht bereit ist, Sie in Ruhe einen Vertrag durchlesen zu lassen, verdient kein Vertrauen.
  • Wenn Sie dennoch vorschnell unterschrieben haben: Wenden Sie sich rasch an eine Rechtsberatung wie das Beobachter-Beratungszentrum.
  • Leisten Sie keine Vorauszahlungen bei Werbeveranstaltungen oder wenn Sie überrumpelt werden.
  • Gewinnversprechen sind in der Regel nicht das Papier wert, auf dem sie stehen. Am besten wirft man sie in den Papierkorb.
  • Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, auf teure Telefonnummern zu antworten.
  • Achten Sie auf das Drumherum (Preishinweis, Allgemeine Geschäftsbedingungen), wenn Sie aufgefordert werden, Ihren Namen und Ihre Adresse anzugeben.
  • Verlassen Sie sich auf Ihren gesunden Menschenverstand: Gratis gibt es eigentlich nichts.

Aktueller Fall: Verwirrspiel im Kuvert

Viele Leute bekommen Herzklopfen, wenn ein Kuvert ins Haus flattert, auf dem steht: «Wichtige Mitteilung: 9800.–. Scheck-Anforderung innenliegend.»

Absender ist zum Beispiel der Brillant-Versand, ein fester Wert auf der schwarzen Liste des Beobachters (weitere Informationen gibt es hier). «Achtung!!! Keine Antwort = kein Scheck!», heisst es auf einem Zettel, dazu «auf die Verlosung des 1. Preises hin, unter Aufsicht des Preisrichters». Auf dem Antwortkuvert ist der Vermerk «Testbestellung beigelegt» bereits mit einem roten Häkchen versehen.

Das Verwirrspiel ist Absicht. Viele senden das Antwortkuvert einfach mal ab – wer nicht wagt, gewinnt schliesslich nicht. Das Resultat ist im besten Fall eine teure, nutzlose Bestellung, aber sicher kein Gewinn.

Aktualisiert am 20. Mai 2015

Seit 1. April 2012 verboten

Der Bundesrat hat beschlossen, das revidierte Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) auf den 1. April 2012 in Kraft zu setzen. Verboten sind nun:


Werbeanruf trotz Sterneintrag

Sie erhalten einen Werbeanruf, obwohl Sie im Telefonbuch mit dem Sterneintrag angegeben haben, dass Sie keine solchen Anrufe wünschen. Der Sterneintrag verbietet auch, Ihre Daten zu Werbezwecken weiterzugeben.

Gewinnversprechen mit Kaffeefahrt
«Sie haben gewonnen», schreibt Ihnen ­eine Firma. Den angeblichen Gewinn können Sie aber nur einlösen, wenn Sie an ­einer Verkaufsveranstaltung oder Werbefahrt teilnehmen oder wenn Sie etwas kaufen, eine Entschädigung zahlen oder auf eine teure 0900-Nummer anrufen.

Online-Shop ohne Identität
Der Internetanbieter, bei dem Sie etwas bestellen wollen, sagt nicht, wer er ist, und hinterlässt keine Adresse, unter der Sie ihn erreichen können. Zudem fehlen Angaben darüber, wie Sie Eingabefehler korrigieren können, oder Ihre Bestellung wird nicht umgehend bestätigt.

Schneeballsystem
Ihnen wird eine Prämie versprochen, wenn Sie weitere Personen anwerben, die bereit sind, eine Ware oder Dienstleistung zu kaufen, die kaum marktfähig ist. Im Vordergrund steht das Anwerben von neuen Teilnehmern und nicht der Verkauf des Produkts oder der Dienstleistung.

Adressbuchschwindel
Sie erhalten eine Offerte für einen Firmenregistereintrag oder ein Inserat, ohne dass darin gross, gut sichtbar und verständlich hingewiesen wird auf Kosten, Laufzeit, Gesamtpreis, Form und Verbreitung der Publikation. Ebenfalls verboten ist, eine Rechnung für einen Eintrag oder ein Inserat zu verschicken, ohne vorher einen Auftrag bekommen zu haben.

Preis unbekannt
Neben Taxis, Kinos, Gastgewerbe und vielen anderen Dienstleistern müssen Ihnen neu auch Fluggesellschaften, Notare, 
Bestattungsinstitute und Veterinäre 
ihre Preise bekanntgeben – durch Preis­anschlag, Preisliste oder Preiskatalog.

Guider – der digitale Berater des Beobachters

Mehr zu Konsumfallen bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Mit vermeintlichen Gewinnversprechen versuchen dubiose Firmen nicht nur sich selbst zu bereichern, sondern auch an Ihre Daten zu kommen. Guider zeigt seinen Mitgliedern, wie sie Konsumfallen erkennen, wie sie sich dagegen wehren und diese mittels Musterbrief direkt dem Seco melden.

Unlautere Gewinnversprechen: Was tun?
Internetabzocke: So wehren Sie sich
Partnersuche: Vorsicht Fallen
Unbestellte Zusendungen
Was tun gegen unerwünschte Werbeanrufe?
Achtung bei Jobfallen

Damit Sie sich vor solchen Konsumfallen schützen können, nennen wir Ihnen im Folgenden einige Unternehmen, die immer wieder negativ aufgefallen sind, über die der Beobachter schon berichtet hat und von denen Sie besser die Finger lassen.

Internetdienste

Beim Beobachter-Beratungszentrum gehen besonders viele Klagen über folgende Firmen ein:

  • www.opendownload.de
  • www.grusskarten.de
  • www.gedichte.de


Hier finden Sie eine Liste weiterer zweifelhafter Internetdienste

Wer mit einer dieser Internetfirmen Kontakt hatte, bekommt anschliessend oft von einem der folgenden Anwälte eine Mahnung:


Die Beobachter-Fachleute raten in solchen Fällen, nicht zu zahlen, sondern die Forderung zu bestreiten – dafür reicht eine E-Mail. Der Beobachter hat seit 2006 rund 6000 Ratsuchende so beraten – die angedrohte Betreibung ist bisher nie eingetroffen.

Rechtslage und Musterbriefe

Weitere Informationen zu Internetfallen sowie Musterbriefe, um Forderungen zu bestreiten, finden Sie auf HelpOnline.

Rechtslage und Merkblatt

Weitere Informationen zu Wettbewerben und Gewinnversprechen sowie ein Merkblatt finden Sie auf HelpOnline.

Rechtslage und Merkblatt

Mehr Infos zu Lotterien sowie ein Merkblatt finden Sie auf HelpOnline.

Setzen Sie dem Treiben ein Ende

Lesen Sie, wie Sie sich gegen Registerhaie wehren können

Direktvertrieb + schneeballähnliche Systeme

Lyoness
Strukturvertrieb WNB
Business Academy
Nihon
Schenkkreise

Rechtslage

Mehr Infos zu Direktvertrieben, Schenkkreisen und Schneeballsystemen finden Sie auf HelpOnline.
Mehr Informationen zu Allfinanz- und Strukturvertrieben finden Sie hier.

Rechtslage und Merkblatt

Mehr zum Thema unbestellte Zusendungen sowie ein Merkblatt finden Sie auf HelpOnline.

Vorgetäuschtes Kaufinteresse

«Rip deal»: Sie wollen eine Immobilie oder ein teures Kunstobjekt verkaufen? Vorsicht bei allzu interessierter Kundschaft, für die Geld scheinbar keine Rolle spielt!
Mehr zum Thema «Rip deal»

Wohnungssuche

Vorsicht bei der Wohnungssuche: Wenn Sie vor Besichtigung des Mietobjekts eine Anzahlung machen sollen, sollten Sie die Finger davon lassen.

Rechtslage und Merkblatt

Mehr zum Thema Timesharing sowie ein Merkblatt finden Sie auf HelpOnline.

Reingefallen? So wehren Sie sich

Haben Sie einen Vertrag abgeschlossen, 
müssen Sie per Einschreiben reagieren und je nachdem Folgendes geltend machen:

  • Haben Sie am Telefon etwas bestellt oder auf einer Werbefahrt eingekauft, können Sie den Vertrag innert sieben Tagen widerrufen.

  • Irrten Sie sich über die Identität des 
Online-Shops, sollten Sie den Vertrag wegen Irrtum anfechten.

  • Haben Sie sich bereit erklärt, an einem verbotenen Schneeballsystem teilzunehmen, ist der Vertrag nichtig.

  • Sind Sie auf einen Adressbuchschwindler hereingefallen, müssen Sie den Vertrag ­wegen Täuschung und Irrtum anfechten.


Melden Sie die Schwindler dem Seco!
Wenn Sie zum Beispiel ein Gewinnversprechen erhalten, können Sie bei jeder Polizeistelle Strafantrag wegen unlauteren Wett­bewerbs stellen. Noch besser: Melden Sie den Vorfall dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), damit dieses eine genügende Anzahl Beschwerden hat, um aktiv zu werden und gegen die Schwindler vorzugehen. Leiten Sie das Gewinnversprechen an das Seco weiter, mit einer kurzen Beschreibung des Sachverhalts.

Adressen: E-Mail: fair-business@seco.admin.ch; 
Brief: Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), 
Ressort Recht, Holzikofenweg 36, 3003 Bern

Autor:
  • Beratungszentrum, Fachbereich Konsum
Bild:
  • Thinkstock Kollektion