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SOS Beobachter
«Ich danke den Schweizern»
Nach 14 Jahren Asyl in der Schweiz kehrte Zeweldi Ghebredingle 1998 in seine Heimat Eritrea zurück. Dank SOS Beobachter konnte der 53-Jährige eine Schreinerei aufbauen – doch der Krieg verhindert noch immer vieles.
«Ich bin sehr glücklich, wieder in meiner Heimat zu sein», sagt Zeweldi Ghebredingle. «Das Geschäft könnte allerdings noch besser laufen.» Die Lachfältchen, die eben noch seine Augenwinkel betonten, verschwinden. Die allgemeine Lage sei nicht gut. «Der Krieg mit Äthiopien verhindert vieles.»
Als Ghebredingle vor gut zwei Jahren den Entschluss fasste, seine Zelte in der Schweiz abzubrechen, war Eritrea seit vier Jahren ein unabhängiger Staat. Mit grossem Elan waren seine Landsleute daran, das vom 30-jährigen Unabhängigkeitskrieg zerstörte Land am Horn von Afrika wieder aufzubauen.
Im Juni 1997 – Zeweldi hatte soeben mit der Starthilfe von SOS Beobachter eine Occasions-Holzbearbeitungsmaschine gekauft – kam es zwischen eritreischen und äthiopischen Truppen zu einem Zwischenfall an der gemeinsamen Grenze. Der Konflikt weitete sich zu einem blutigen Krieg aus, der noch heute andauert. Eritrea hat dem Friedensplan der internationalen Gemeinschaft zwar zugestimmt; Äthiopien aber lehnt ihn nach wie vor ab.
Ghebredingle reiste dennoch zurück. «In der Schweiz hatte ich keine Perspektiven», sagt der heute 53-Jährige. Im Oktober 1998 eröffnete der Schreiner in Asmara seinen eigenen Betrieb. An seine Zeit als Flüchtling in der Schweiz denkt er oft und gern zurück. «Ich bin den Schweizerinnen und Schweizern sehr dankbar, dass sie mir 14 Jahre lang ihre Gastfreundschaft gewährt haben.»
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© Beobachter Ausgabe 1 vom 07. Jan 2000 - Alle Rechte vorbehalten

