Anleitung in 4 SchrittenSo streichen Sie Ihre Wand am besten

«Man braucht nur ein bisschen Mut»: Malermeister Simon Leuenberger. Bild: Marco Zanoni

Wände oder Decken zu ­streichen ist keine Hexerei. ­Dennoch trauen sich das viele nicht zu. Wer zum Pinsel greift, merkt: Das kann sogar Spass machen.

von Üsé Meyer

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Kennen Sie das? Eine Idee schwelt schon lange: zum Beispiel die Wohnzimmerwand neu zu streichen, eigenhändig und in Farbe. Passiert ist bisher aber nichts. Denn entweder hatten Sie nie Zeit oder trauten sich die Malerarbeiten schliesslich doch nicht so richtig zu. «Man braucht einfach ein bisschen Mut, es auszuprobieren», bringt es Simon Leuenberger auf den Punkt. Der 45-Jährige ist Malermeister SMGV und Inhaber der Burgdorfer Firma Die Malermeister. Und gewusst wie, ist die Arbeit relativ einfach.

  1. Farbe kaufen
    Laut Experte Leuenberger macht es sich beim Farbkauf bezahlt, auf Qualität Wert zu legen. Gerade bil­lige Farben decken oft nicht gut, tropfen und verteilen sich ungleichmässig. Bevorzugen Sie ökologische Farben (Mineralfarben); diese enthalten vergleichsweise ­wenig Schadstoffe. Achten Sie auf entsprechende Labels wie Nature­plus, Oecoplan oder die Umwelt-Etikette. Aufgrund der zu streichenden Fläche können Sie den Farbbedarf berechnen (unter anderem abhängig von Farbe und ­Untergrund). Besorgen Sie zunächst nur die Menge für einen einzigen Anstrich. Wenn er zu wenig deckt, können Sie mehr nach­kaufen. «Laien machen meist den Fehler, dass sie zu viel Farbe kaufen», weiss Leuenberger. Er findet das problematisch, da die Farbe ja auch produziert und schliesslich als Sondermüll wieder entsorgt werden müsse.
     
  2. Reinigen und abdecken
    Die Wand muss frei von Staub und Dreck sein. Möglicherweise reicht bereits die Reinigung mit einer Bürste – sonst greift man zu Schwamm und lauwarmem Wasser. Dann muss mit Abdeckpapier oder Plastikfolie und Klebeband gut und kantengenau abgedeckt werden. Entfernen Sie hierfür die Fussleisten (durchnummerieren, damit sie wieder am richtigen Ort angebracht werden können) und die Abdeckungen von Steckdosen (Sicherungen herausnehmen). Schliesslich werden Beschädigungen der Wand mit Spachtelmasse ausgebessert.
     
  3. Streichen
    Hier heisst es klotzen, nicht kleckern. Denn gemäss Malermeister Leuenberger ist der häufigste Fehler von Laien, dass sie mit zu wenig Farbe arbeiten: «Dann wird der Roller gequält.» Anders gesagt: Er muss auf der Wand ausgepresst werden, damit er überhaupt Farbe abgibt. Deshalb gilt: den Roller mehrmals etwa einen halben bis einen Zentimeter ­tief eintauchen und über das Abstreifgitter bewegen. Der Roller selbst sollte nicht zu kurzhaarig sein. Leuenberger rät dem Hobbymaler zu einem mittelpreisigen Produkt aus Kunstfell. In den Ecken und an Kanten streicht man vorzugsweise mit einem Flachpinsel. Wenn die Farbe ­trocken ist, wird geprüft, ob sie schon genügend deckt oder ob ein zweiter Anstrich nötig ist.
     
  4. Putzen und entsorgen
    Bevor man den Roller mit lauwarmem Wasser gründlich wäscht, sollte man mit einem Spachtel die überschüssige Farbe wieder in den Farbkübel abstreifen. So können Sie ­dazu beitragen, dass möglichst wenig Farbe ins Abwasser gelangt. Nicht mehr benötigte Farbreste gelten als Sondermüll und müssen in einer Sammelstelle oder beim Händler entsorgt werden.

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Veröffentlicht am 2017 M03 27