Arbeiten «nach Mass» zu 40, 50 oder 80 Prozent ist für Angestellte attraktiv. Sowohl bei Männern wie bei Frauen nimmt die Zahl der Teilzeitbeschäftigten seit Jahren stetig zu. Dennoch behandeln viele Arbeitgeber Arbeitnehmende, die kein volles Pensum leisten, als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zweiter Klasse und nutzen sie als billige Arbeitsreserve aus Stress am Arbeitsplatz Die Firma haftbar machen .

Grundsätzlich gilt jedoch: Teilzeitbeschäftigte haben die gleichen Rechte wie das Vollzeitpersonal. Ob sie tage- oder stundenweise, regelmässig oder unregelmässig zum Einsatz kommen, spielt dabei nur eine geringe Rolle. Achten Sie auf folgende Punkte:

Arbeitsvertrag

Schriftliche Arbeitsverträge verlangt das Gesetz nicht. Gerade Teilzeitbeschäftigte müssen sich besonders häufig mit mündlichen Zusagen zufriedengeben. Diese sind zwar verbindlich Arbeitsvertrag Kann ich zurücktreten? , aber nur schwer zu beweisen. Beharren Sie deshalb auf schriftlichen Vereinbarungen: Mindestens Lohn, Arbeitszeit, Lohnzahlung im Krankheitsfall und Tätigkeitsbereich sollten darin festgehalten werden.

Verweigert der Arbeitgeber einen schriftlichen Vertrag, bleibt die Selbsthilfe: Bestätigen Sie in diesem Fall dem neuen Chef die mündlichen Abmachungen in einem eingeschriebenen Brief. Doch selbst wenn nichts Schriftliches vorliegt, ist nicht alles verloren. Die Schutzbestimmungen des Obligationenrechts gelten auch für Teilzeiter.

Checkliste «Das gehört in einen Anstellungsvertrag» bei Guider, der digitalen Rechtsberatung des Beobachters

Welche Punkte sollten im Minimum in einem Arbeitsvertrag festgehalten werden? Die Checkliste «Das gehört in einen Anstellungsvertrag» bietet einen Überblick für Mitglieder von Guider sowie für Beobachter-Abonnenten.

Arbeitszeit

Wer vertraglich eine feste Arbeitszeit oder wenigstens ein Mindestpensum vereinbart, hat die besseren Karten. Nur so lassen sich allfällige Überstunden nachweisen Arbeitszeiterfassung Wer muss seine Stunden zählen? , und man riskiert nicht, bei Betriebsflaute ohne Lohn nach Hause geschickt zu werden. Wichtig: Bieten Sie in derartigen Fällen Ihre Arbeitskraft im vertraglichen Ausmass ausdrücklich an. Der Arbeitgeber bleibt dann zur Lohnzahlung verpflichtet, selbst wenn er Ihnen nicht genügend Arbeit zuweist.

Vorsicht bei Verträgen auf Abruf Arbeit auf Abruf Lassen Sie sich nicht alles gefallen! . Sie bieten keinerlei finanzielle Sicherheit und eignen sich deshalb nur für Personen, die nicht auf ein regelmässiges Einkommen angewiesen sind.

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Überstunden

Überstunden leistet, wer über die vereinbarte Zeit hinaus tätig wird. Die Teilzeitsekretärin mit einem Pensum von 20 Stunden macht also von der 21. Stunde an Überstunden. Diese Mehrzeit muss laut Gesetz durch Freizeit kompensiert oder mit 25 Prozent Lohnzuschlag entschädigt werden. Doch aufgepasst: Im schriftlichen Arbeitsvertrag lässt sich etwas anderes vereinbaren - zum Beispiel, dass Überstunden gratis zu leisten sind.

Lohn

Wer regelmässig Teilzeitarbeit leistet, sollte auf einem Monatslohn beharren. Dieser garantiert ein regelmässiges Einkommen, unabhängig von Feiertagen und Kurzabsenzen. Stundenlöhner gehen an Feiertagen nämlich leer aus.

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Ferien

Auch Teilzeitbeschäftigte haben – unabhängig von Stunden- oder Monatslohn – Anspruch auf mindestens vier Wochen Ferien Ferienbezug Ihre Rechte und Pflichten jährlich. Während der Ferien ist der gleiche Lohn geschuldet, als wenn gearbeitet worden wäre. Die Ferien werden meist in Tagen oder Stunden berechnet, deshalb haben Teilzeitbeschäftigte weniger Ferientage zugute und müssen für eine Woche Ferien auch weniger Ferientage in Anspruch nehmen.

Bei unregelmässiger Teilzeitarbeit ist es erlaubt, den Ferienlohn einfachheitshalber mit einem Zuschlag zum Stundenlohn auszubezahlen. Die Höhe des Feriengeldes muss schriftlich festgelegt werden und aus jeder Lohnabrechnung ersichtlich sein. Klauseln wie «Stundenlohn 22 Franken, inklusive Ferien» sind unkorrekt. Wer auf diese Weise abgespeist werden soll, kann das Feriengeld zusätzlich einfordern. Die Verjährungsfrist beträgt fünf Jahre. Für vier Wochen Ferien ist ein Lohnzuschlag von 8,33 Prozent geschuldet, für fünf Wochen 10,64 Prozent.

Kündigung

Teilzeitbeschäftigte sind keine Manövriermasse. Sie können nicht beliebig geholt oder geschickt werden. Auch wenn kein schriftlicher Vertrag vorliegt, sind die gesetzlichen Kündigungsfristen von beiden Seiten einzuhalten. Wer sich nichts zuschulden kommen liess und von heute auf morgen entlassen Fristlose Kündigung «Raus, aber sofort!» wird, sollte auf Einhaltung der Kündigungsfrist pochen. Im ersten Dienstjahr ist dies ein Monat, vom zweiten bis zum neunten Dienstjahr sind es zwei, danach drei Monate.

Im schriftlichen Arbeitsvertrag dürfen andere Fristen vereinbart werden (mindestens aber ein Monat). Beachten Sie, dass es bei Krankheit, Militärdienst und Schwangerschaft Arbeitsrecht Schwanger - darauf müssen Sie achten einen speziellen Kündigungsschutz gibt, der uneingeschränkt auch für Teilzeiter gilt. Lassen Sie sich beraten.

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Wer in einem besonderen Arbeitsverhältnis steht, hat meistens Sonderbestimmungen zu beachten. Guider erläutert seinen Mitgliedern, welche Rechtsfragen sich unter anderem bei einer Teilzeitarbeit, bei Arbeit auf Abruf, bei Mehrfachbeschäftigungen oder bei Anstellungen in Privathaushalten stellen können.

Krankheit und Unfall

Angestellte, die wegen Krankheit nicht arbeiten Arbeitsrecht Krankgeschrieben – was heisst das? können, haben – unabhängig von ihrem Pensum – Anspruch auf Lohnfortzahlung, sofern das Arbeitsverhältnis mindestens drei Monate gedauert hat. Im ersten Dienstjahr sind allerdings nur gerade drei Wochen Krankenlohn geschuldet. Danach eine angemessen längere Zeit. Die genaue Dauer sollte im Arbeitsvertrag stehen. Andernfalls geben die Arbeitsgerichte Auskunft.

Bei Arbeitsunfähigkeit während der Schwangerschaft ist der Lohn im gleichen Umfang geschuldet. Nach der Geburt besteht während 14 Wochen Anspruch auf die Mutterschaftsentschädigung gemäss EO.

Wird jemand wegen eines Unfalls arbeitsunfähig, springt die obligatorische Unfallversicherung ein. Aber: Wer wöchentlich weniger als acht Stunden beim gleichen Arbeitgeber jobbt, ist nur gegen Berufsunfälle (inklusive Arbeitsweg) abgesichert. Den Lohnausfall bei Freizeitunfällen übernimmt dann der Arbeitgeber – allerdings nur für eine relativ kurze Zeit, gleich wie bei Krankheit. Die Heilungskosten (Arzt, Spital) trägt die Krankenkasse. Der Nachteil dabei: Im Gegensatz zur obligatorischen Unfallversicherung gehen hier Franchise und Selbstbehalt zu Lasten des Versicherten.

Pensionskasse

Nur wer jährlich mehr als 21'330 Franken verdient, kommt in den Genuss der obligatorischen betrieblichen Altersvorsorge. Angestellte mit kleinem Pensum haben also unter Umständen gar keine berufliche Altersvorsorge. Ein weiterer Nachteil für Teilzeitbeschäftigte ist der sogenannte Koordinationsabzug: Dieser Betrag, gegenwärtig 24'885 Franken, wird vom Jahreseinkommen abgezogen, um den versicherten Lohn zu ermitteln. Würden Sie also mit einer Teilzeitstelle 35'000 Franken im Jahr verdienen, wären Sie bei der PK für 10'115 Franken versichert (35'000 minus 24'885 Franken). Manche Vorsorgeeinrichtungen passen jedoch den Koordinationsabzug dem Teilzeitpensum an. Das Pensionskassenreglement gibt darüber Auskunft.

Wer bei verschiedenen Arbeitgebern tätig Mehrfachbeschäftigung Zwei Jobs – viele Fragen ist und insgesamt über 21'330 Franken verdient, kann sich freiwillig versichern – entweder in der Pensionskasse eines Arbeitgebers oder in der gesamtschweizerischen Auffangeinrichtung. Der jeweilige Arbeitgeber ist dann verpflichtet, die Hälfte der Prämien zu übernehmen. Lesen Sie dazu auch: Altersvorsorge bei Teilzeitarbeit Teilzeitarbeit Die Uhr tickt – sorgen Sie frühzeitig vor .

Gratifikation

Die Gratifikation ist eine freiwillig erbrachte Leistung und nur dann geschuldet, wenn sie vertraglich vereinbart worden ist oder vom Arbeitgeber jahrelang vorbehaltlos ausgerichtet wurde. Schriftliche Abmachungen bezüglich Höhe, Fälligkeit und Pro-rata-Auszahlung der Grati bei Austritt während des Jahres bewahren vor späterer Enttäuschung. Am vorteilhaftesten ist ein 13. Monatslohn Lohn Habe ich Anspruch auf 13. Monatslohn? . Dies ist ein fester Lohnbestandteil, der auch in schlechten Zeiten nicht gekürzt oder gestrichen werden kann. 

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Quelle: Beobachter Edition

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Jasmine Helbling, Online-Redaktorin

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