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Gülen-BewegungPrivatschulen für Muslime

Anhänger des konservativen Muslim-Predigers Fethullah Gülen fördern Migrantenkinder über ein intransparentes Netz von Privatschulen.
Fotografieren unerwünscht: die Sekundarschule der Sera-Stiftung in Zürich

Anhänger des konservativen Muslim-Predigers Fethullah Gülen fördern Migrantenkinder über ein intransparentes Netz von Privatschulen.

von Peter Johannes Meier und Gian Signorell

Ein Backsteingebäude an der Theaterstrasse in Winterthur. Kein Hinweisschild – erst wer die Treppe in die erste Etage hochsteigt, findet an der Eingangstür das Firmenlogo: «Ekol Bildungszentrum». Es ist Mittwochnachmittag, in den Zimmern büffeln Schüler Mathematik und Deutsch, fast ausschliesslich Migrantenkinder.

«Unser Nachhilfeunterricht ist konfessionell strikt neutral. Religion spielt im Unterricht keine Rolle», sagt Schulleiter Abdullah Yildiz. Wirklich? Getragen wird das Institut vom muslimischen Kulturverein Prisma. Die Mitglieder wollen das in den Medien «verzerrte Bild des Islams» korrigieren.

Türkische Muslime betreiben mindestens ein halbes Dutzend Privatschulen in der Deutschschweiz, wie Recherchen des Beobachters zeigen (siehe Grafik). Sie sind Teil eines informellen Netzwerks, das der Bewegung des umstrittenen türkischen Predigers Fethullah Gülen nahesteht.

Klicken Sie auf die Grafik, um sie vergrössert darzustellen

Der in den USA im Exil lebende Gülen fordert seine Anhänger auf, sich nicht über den Bau weiterer Moscheen, sondern über Bildungsinstitutionen in der Gesellschaft zu etablieren (siehe Artikel zum Thema: «Das Netz der Konservativen»). In den Schulen geht es um Unterricht in weltlichen Fächern, doch sollen die Schüler darüber hinaus zu einem Leben als konservative Muslime ermuntert werden. In Schweizer Gülen-Schulen werden neben Nachhilfestunden auch Freizeitaktivitäten angeboten.

Mit der Gründung einer Sekundarschule in Zürich ist die Gülen-nahe Sera-Stiftung vor zwei Monaten einen Schritt weiter gegangen. Hasan Taner Hatipoglu, der Präsident der Vereinigung Islamischer Organisationen in Zürich (VIOZ), hat das Konzept für die Schule ausgearbeitet, wie er dem Beobachter bestätigte. Die Schule wird fast ausschliesslich von Migrantenkindern besucht. Für Hatipoglu kein Problem; das erschwere die Integration nicht. Fethullah Gülen bezeichnet er als wichtigen Gelehrten, der viel Gutes leiste.

Was heisst «Dialog»?

Zitieren lässt sich der VIOZ-Präsident nicht. «Ich will erst den ganzen Artikel lesen», eine Forderung, der der Beobachter bei kontroversen Themen nicht nachgibt. Zudem wird der Fotograf von einem Vertreter der Schule rabiat vom Platz verwiesen, als er die neue Sekundarschule aufnehmen will.

Die Dialogbereitschaft der Gülen-Anhänger stösst bei kritischen Fragen schnell an Grenzen. Liegt dem ein unterschiedliches Verständnis von «Dialog» zugrunde? «Wenn die muslimischen Organisationen von interreligiösem Dialog sprechen, meinen sie damit die ‹Einladung an die Ungläubigen›, etwas über den Islam zu erfahren – nicht etwa ein Gespräch, eine Diskussion oder gar eine theologische Auseinandersetzung über Gemeinsamkeiten und Unterschiede verschiedener Religionen», schreibt die deutsche Soziologin Necla Kelek zum Dialogbegriff.

Zahlreiche Islamwissenschaftler, wie die deutsche Gülen-Expertin Claudia Dantschke oder der Berner Professor Reinhard Schulze, kritisieren die Intransparenz der Gülen-Bewegung. Von solchen Vorwürfen will VIOZ-Präsident Hatipoglu keine Kenntnis haben.

Imam-Studie weiter unter Verschluss

Wie der Beobachter in der letzten Ausgabe publik machte (siehe Artikel zum Thema «Gülen-Bewegung: Das Netz der Konservativen»), hält das VBS eine Studie zur politischen Haltung der Imame in der Schweiz unter Verschluss. Der Bericht gilt als «vertraulich». Diese Klassifizierung erhalten laut VBS «Informationen, deren Kenntnisnahme durch Unberechtigte den Landes­interessen Schaden zufügen könnten».

Parlamentarier von links bis rechts sind empört, dass die Studie den Wählern vorenthalten wird. «Vorhandene Informationen müssen zugänglich gemacht werden – alles an­de­re widerspricht dem Öffentlichkeitsprinzip», sagt SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli. Er will in der Wintersession einen ent­spre­chen­­den Vorstoss lancieren. So oder so: In Bezug auf die Abstimmung zur Minarett-Initiative käme die Publikation zu spät. (brs)

Veröffentlicht am 2009 M11 10

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22 Kommentare

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andy
Warum lässt man die einfach machen? Das Gülen-Zitat ist ja noch viel bösartiger und umfassender: Ihr müsst ganz in die Adern des Staatsapparats hinein, ohne dass jemand eure Anwesenheit bemerkt. Infiltriert alle Schaltstellen! Wartet so lange, bis ihr vollständig seid und die Zeit gekommen ist … mit der Geduld einer Spinne liegen wir im Netz. Wie schon jetzt überal zu sehen und zu hören ist!
huseyin
Man soll sich die Frage stellen. warum lebt der Gülen seit 15 Jahren in den USA? Warum wird er von der CIA geschütz? Die USA sind ja der Hauptfeind der Muslime. Die Freunde der Gülen-Bewegung sollen erst diese Fragen beantworten. Die Schulen von Gülen wurden in Russland und Turkmenistan geschlossen,weil dort CIA-Agenten als Lehrer gearbeitet haben. Die Oberschicht der Gülen-Bewegung verfolgt die Ziele der CIA. Die Unterschicht weiss davon leider nichts. Er weint vor laufender Kamera und predigt und alle glauben ihm. Aber keiner fragt sich, warum er in den USA lebt, warum nicht in der Türkei.
harun
Diese Bewegung (Die GülenBewegung) soll ein Beispiel für alle sein weil in der steckt kein böser Gedanke. Diese Menschen wollen etwas nützliches für die Menschheit machen und die interkulturelle Freundschaft/ Zusammenleben fördern. Diese Forschung soll viele Menschen dazu bringen über diese Bewegung sich zu informieren sowie motivieren für die Menschheit etwas gutes zu machen...Mehr İnfo unter http://gulennews.de http://www.guelen-bewegung.de/
sebi
in diesem artikel sind nur lügen und falsche informarionen! 1. Ist die adresse total falsch! 2. Wie können sie bitteschön mit dem schulleiter sprexhen und dann dürfen sie kein foto machen?! 3. Ein hinweisschild ist bei der einfahrt! 4. Es heisst nicht ekol bildungszentrum! 5. Diese "privatschulen" die die da in de karte zeige sind keine privatschulen sondern nachhilfe kurse wie zb. Allemania! 6. Wieso kümmern sie sich nicht um schule die heimlich und versteckt arbeiten und sondern um eine staatlich erlaubte schule? Wenn fotografieren nicht erlaubt ist wieso hat dann die schule vor kurzem ein tag der offenen tür organisiert? Bitte beantworten sie zuerst diese fragen bevor sie diese gerüchte in die welt setzen! Ich selber gehe nicht in diese schule aber kenne mehrere personen die d...