Wie er jetzt in der leeren Industriehalle beim Bahnhof Altdorf UR steht, wirkt er kämpferisch und traurig zugleich. Hier hatte er Grosses vor.

Martin Ziegler, 62 Jahre alt und von Beruf Ingenieur, ist überzeugt, einen Weg gefunden zu haben, wie ein Flugzeug bis zu 50 Prozent weniger Treibstoff benötigen würde. In dieser Halle führte er seine Tests durch. Er wollte den Flugverkehr klimafreundlicher machen. Stattdessen ging alles den Bach runter. Es ist die Geschichte eines Erfinders, der sich geprellt fühlt von allen und am Ende einen aussichtslosen Kampf führte.

2015 sah Zieglers Zukunft rosig aus. Der Mitinhaber einer Ingenieurfirma, nennen wir sie «Ingenieur AG», erhielt vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) Fördergelder zugesprochen, um seine Idee weiterzuentwickeln: 1,35 Millionen Franken, verteilt über sechs Quartale. Am Projekt beteiligt waren drei Firmen:

  • Die «SuperJet AG», die für die Abwicklung neu gegründet werden musste. Sie erhielt die Bundesgelder und bezahlte Ausrüstung, Arbeit und die Untermiete der Werkhalle.
  • Die «Ingenieur AG» war Mieterin der Halle und beschäftigte die Mitarbeiter, die die Aufträge der «SuperJet AG» ausführten.
  • Die «Maschinenbau AG» hatte schon früher mit der «Ingenieur AG» kooperiert. Sie lieferte die notwendigen Messgeräte, Maschinen, Werkzeuge und Bauteile.

Die verschiedenen Firmeninhaber waren über Beteiligungen oder Verwaltungsratsmandate miteinander verflochten. Zwei der involvierten Geschäftspartner gewährten der «SuperJet AG» zusätzliche Darlehen von 565'000 Franken.