Samenspende bei eingetragenen Paaren

Tina und Rebecca haben vor drei Jahren ihre Partnerschaft eintragen lassen. Beide wünschen sich ein Baby. Ein guter Freund ist bereit, seinen Samen zu spenden. Ist das legal?

Nein. Noch nicht. Bisher dürfen nur Ehepaare eine Behandlung mit gespendetem Samen durchführen lassen. Gleichgeschlechtliche eingetragene Partnerinnen wie auch Unverheiratete sind gesetzlich davon ausgeschlossen. Wer sich als privater Samenspender für eine alleinstehende Frau oder ein lesbisches Paar zur Verfügung stellt, riskiert eine Vaterschafts- und Unterhaltsklage. Die Partnerin der Mutter hingegen hat kein rechtliches Verhältnis zum Kind.

Seit 2018 aber steht Konkubinats- und gleichgeschlechtlichen Paaren, die seit mindestens drei Jahren einen gemeinsamen Haushalt führen, die Stiefkindadoption Adoption Erschwerte Bedingungen für homosexuelle Paare offen. Die Mutter ist verpflichtet, den Vater des Kindes zu nennen. Der Samenspender kann auf seine Rechte und Pflichten als Elternteil verzichten und sie der Partnerin der Mutter übertragen. Sie kann bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde frühestens nach einem Jahr gemeinsamer Pflege ein Adoptionsgesuch stellen.

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Künstliche Befruchtung bei Ehepaaren

Joel und Sabrina sind seit zwei Jahren verheiratet. Sie wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Eine Untersuchung zeigt: Joel ist zeugungsunfähig. Kann die Medizin helfen?

Ja. Verheiratete Paare haben verschiedene Möglichkeiten, die Fortpflanzung medizinisch unterstützen zu lassen. Erlaubt sind die Insemination oder die künstliche Befruchtung mittels In-vitro-Fertilisation (IVF) oder intracytoplasmatischer Spermieninjektion (ICSI). Bei der künstlichen Befruchtung Künstliche Befruchtung «Es zerriss mich fast» werden die Eizellen ausserhalb des Körpers befruchtet. Wenn die Behandlung mit eigenen Spermien nicht möglich ist, können verheiratete Paare sie mit einer Samenspende durchführen lassen. Eine Eizellenspende hingegen ist nicht erlaubt.

Leihmutterschaft bei eingetragenen Paaren

Alexander und David leben in eingetragener Partnerschaft. Sie überlegen sich, mittels Leihmutterschaft Eltern zu werden. Ist das in der Schweiz erlaubt?

Nein. Die Leihmutterschaft ist in der Schweiz verboten Leihmutterschaft Ein Kind um jeden Preis . Sie kann aber in gewissen Ländern durchgeführt werden. Doch das ist teuer und braucht eine sehr gute Vorbereitung, Ausdauer und rechtlichen Beistand. Denn auch wenn die beiden in der ausländischen Geburtsurkunde als Eltern eingetragen sind, gelten sie in der Schweiz nicht automatisch als rechtliche Eltern. Nur der biologische Vater kann das Kind als sein eigenes anerkennen lassen. Seinem Partner, dem anderen Vater, hilft die Urkunde in der Schweiz nicht. Er kann aber das Kind als Stiefkind adoptieren. Dafür müssen strenge Voraussetzungen erfüllt sein. Unter anderem muss die Leihmutter der Adoption zustimmen und auf ihre Rechte verzichten. Das Adoptionsgesuch kann frühestens nach einem Jahr gemeinsamer Pflege gestellt werden.

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Adoption bei Konkubinatspaaren

Sandra und Fabio leben seit fünf Jahren im Konkubinat. Weil Sandra kein Kind bekommen kann, möchten sie gemeinsam eines adoptieren. Können sie das machen?

Nein. Eine gemeinschaftliche Adoption steht nur verheirateten Paaren offen. Aber Sandra oder Fabio kann eine Einzeladoption mit anschliessender Stiefkindadoption in Erwägung ziehen. Die Einzeladoption kann nur eine Person machen, die nicht verheiratet ist, nicht in einer eingetragenen Partnerschaft lebt und über 28 Jahre alt ist. Zudem muss sie mindestens 16, aber nicht mehr als 45 Jahre älter sein als das Kind.

Verglichen mit einer gemeinsamen Adoption, sind die Anforderungen für eine Einzeladoption höher. Denn die adoptierende Person muss allein alle Bedürfnisse des Kindes befriedigen können. Damit Einzeladoption wie Stiefkindadoption möglich sind, muss man das Kind unter anderem mindestens ein Jahr in Pflege gehabt haben. Vor einer Stiefkindadoption muss das Paar mindestens drei Jahre im gemeinsamen Haushalt gelebt haben.

Adoption bei Ehepaaren

Lea und Remo sind verheiratet und leben seit fünf Jahren mit Leas 18-jährigem Sohn aus früherer Ehe im gleichen Haushalt. Er hat zu seinem Vater keinen Kontakt mehr und möchte von Remo adoptiert werden. Geht das?

Ja. Die Adoption einer volljährigen Person ist möglich, wenn die Voraussetzungen bezüglich Altersunterschied erfüllt sind (mindestens 16 Jahre, nicht mehr als 45 Jahre), beide seit mindestens einem Jahr im gleichen Haushalt leben und besondere Umstände vorliegen. Etwa, dass der künftige Adoptivvater Patchworkfamilien Neuer Papi? den künftigen Adoptivsohn mindestens ein Jahr lang mitbetreut und miterzogen hat, als er noch minderjährig war. Die Zustimmung des leiblichen Vaters braucht es nicht.

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