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ReiseversicherungWer zahlt die Annullierungskosten?

Wer an einer chronischen oder psychischen Krankheit leidet und die gebuchten Ferien annullieren muss, bekommt von der Reiseversicherung unter Umständen nichts. So sichern Sie sich ab.

Reiseversicherungsgesellschaften prüfen Annullierungsfälle individuell und sehr genau.
von aktualisiert am 08. Juni 2018

Wer eine Reise - egal, aus welchem Grund - vor Antritt annulliert, schuldet dem Reisebüro Annullierungskosten. Je kurzfristiger man die Reise absagt, umso höher ist in der Regel diese Entschädigung. Gegen dieses Risiko kann man sich mit einer Annullierungskostenversicherung abdecken, wobei die Versicherung nur unter bestimmten Voraussetzungen zahlt. Massgebend sind die jeweiligen allgemeinen Versicherungsbedingungen zur Police; sie zählen die versicherten Ereignisse auf.

Ein Arztzeugnis allein reicht den Versicherungen nicht

Krankheiten, die bereits bei der Buchung bestanden haben, sind grundsätzlich nicht gedeckt - mit einer Ausnahme: Wenn bei einem chronischen, aber stabilen Leiden eine unerwartete Verschlechterung eintritt, zahlt die Versicherung doch. Allerdings muss ein Arzt bestätigen, dass mit dieser Verschlimmerung nicht gerechnet werden musste und die versicherte Person bei der Buchung reisefähig war.

Wichtig ist deshalb, dass sich chronisch Chronisch Kranke Die chronisch Vernachlässigten oder psychisch kranke Personen vor der Reisebuchung von einem Arzt bestätigen lassen, dass sie die geplante Reise antreten können. Tritt dann eine akute Verschlechterung ein, reicht ein telefonisch oder rückwirkend ausgestelltes Arztzeugnis Arbeit Der Ärger ums Arztzeugnis in der Regel nicht. Bei Reisenden mit einem psychischen Leiden ist der Versicherungsschutz oft nur dann gegeben, wenn die Reiseunfähigkeit durch einen Psychiater speziell belegt wird und wenn sie eine Abwesenheitsbescheinigung des Arbeitgebers vorweisen können.

Lesen Sie vor der Reise das Kleingedruckte der Versicherungspolice

Je nach Situation ziehen die Versicherungen einen Vertrauensarzt Vertrauensarzt Was Patienten wissen müssen bei, der das Dossier begutachtet und mit der behandelnden Ärztin Kontakt aufnimmt. Manche Versicherungsbedingungen schreiben sogar vor, dass es zu einem stationären Klinikaufenthalt gekommen sein muss, damit die Annullierungskosten übernommen werden.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich, vor der Reisebuchung das Kleingedruckte der Reiseversicherungspolice genau zu studieren.

Buchen und annullieren: Das müssen Sie wissen

Wer eine Reise wegen einer chronischen oder psychischen Krankheit annullieren muss, sollte vor allem Folgendes beachten:

  • Lassen Sie sich kurz vor der Buchung vom Facharzt bestätigen, dass Sie reisefähig sind. Der Ombudsman der Privatversicherung rät, dass das Arztzeugnis auch auf die Art der Reise Bezug nehmen soll (Flugreise, Trekkingtour, Hochgebirge).
     
  • Suchen Sie bei einer Erkrankung unmittelbar einen Facharzt auf. Wenden Sie sich an eine Notfallpraxis, wenn Ihr Arzt nicht verfügbar ist. Denn ein rückwirkendes Zeugnis reicht in der Regel nicht.
     
  • Setzen Sie sich sofort mit der Versicherung in Verbindung und annullieren Sie besser früher als später. Wenn die Versicherung feststellt, dass Sie zu lange gewartet haben, deckt sie nur einen Teil der Annullierungskosten.
     
  • Erkundigen Sie sich ausschliesslich bei der Versicherung über die Deckung. Was ein Arzt dazu sagt, ist rechtlich nicht relevant. 

Annullierung: Diese Absagegründe sind normalerweise gedeckt

Wann lohnt sich eine Annullierungskostenversicherung?

  • Die Annullierungskostenversicherung ist nicht obligatorisch. Sie deckt jene Kosten ab, die man als Kunde wegen des Vertrags schuldet, wenn man eine Reise absagt – etwa dem Reise­büro, der Ferienwohnungs­vermieterin, der Airline.
     
  • Bei Billig- und Last-Minute-Reisen lohnt sich die Annullierungskostenversicherung eher nicht.
     
  • Nützlich ist sie hingegen, wenn man teure (Familien-)Reisen macht oder mehrfach pro Jahr verreist. Eine Jahresversicherung kostet zwischen 80 und 200 Franken. Für junge Leute gibt es speziell günstige Angebote.
     
  • Achten Sie darauf, die Versicherung für eine Reise sofort bei der Buchung oder gleich danach abzuschliessen.
     
  • Beachten Sie bei einer Jahresversicherung die Kündigungsfrist, wenn Sie keine automatische Verlängerung wollen.
     
  • Eine Absage wegen Schwangerschaft ist bei vielen Versicherern nur gedeckt, wenn sie nach der Buchung begonnen hat und Komplikationen auftreten. Einzelne Versicherungen übernehmen Annullierungskosten auch, wenn für das Reiseziel eine Impfung nötig ist, die für das ­ungeborene Kind ein Risiko bedeutet.
     
  • Kurzarbeit ist nicht gedeckt.
     
  • Ein Schadensvorfall ist unverzüglich zu melden und zu belegen. Beachten Sie die Vor­gaben in den allgemeinen Versicherungsbedingungen, manche Gesellschaften verlangen Originalbelege.
     
  • Versicherte haben auch eine Schadenminderungspflicht: Sie müssen alles vorkehren, um den Schaden gering zu halten. Da eine Annullierung umso teurer ist, je später sie erfolgt, empfiehlt sich folgendes Vorgehen: Prüfen Sie als Erstes den Reisevertrag, wenn Sie vor der Reise ernsthaft erkranken. Setzen Sie sich rasch mit Ihrer Ärztin in Verbindung, um Ihre Reisefähigkeit zu klären. Informieren Sie auch Ihre Versicherung. Gibt die Ärztin grünes Licht für die Reise und verschlechtert sich Ihr Zustand wider Erwarten, sind Sie ab­gesichert. Im Zweifelsfall sagt man die Reise besser ab. Sonst läuft man Gefahr, dass die Versicherung die Leistung kürzt.
     
  • Die Annullierungskosten­versicherung gilt nur bis zum Antritt der Reise. Wer sich gegen finanzielle Folgen bei Unfall Leistungskürzung bei Unfall Da knausert die Versicherung oder Erkrankung am Reise­ort absichern möchte, braucht eine Assistance- oder SOS-Versicherung. Dieser Schutz ist sinnvoll, da Rückführungen sehr kostspielig sind.
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Mehr zu Reiseversicherungen bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Wer einen längeren Auslandaufenthalt plant oder öfters im Jahr verreist, wird sich unweigerlich mit der Frage beschäftigen, welche Reiseversicherungen er braucht. Guider informiert seine Mitglieder unter anderem darüber, ob sich eine Annullierungskostenversicherung lohnt und was durch den ETI-Schutzbrief gedeckt ist.

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