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GeldanlageGeld sicher anlegen in unsicheren Zeiten

Eine Vermögensstrategie muss massgeschneidert sein. Darum ist es wichtig, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Anlagemöglichkeiten zu kennen.

Wer beim Sparen auf einen grünen Zweig ­kommen will, kann auf Aktien nicht verzichten. Beim Vorsorgesparen auf dieses Anlageinstrument zu verzichten, ist geradezu fahrlässig.
von aktualisiert am 31. Januar 2017

«Gott sei Dank sind wir nicht im Euroraum», sagen sich viele Schweizer oft erleichtert. Die Folgen der Euro- und Schuldenmisere tangieren aber auch die Schweiz, beispielsweise im Zinsbereich.

Des einen Freud, des andern Leid: Die seit Jahren mageren Zinsen freuen zwar alle Schuldner, verdriessen aber jene Anleger, die mit festverzinslichen Anlagen ein regelmässiges Einkommen erzielen wollen oder müssen. Wenn auch die Qualität stimmen soll, rentieren Anlagen wie zum Beispiel inländische Obligationen oder Festgelder wenig oder überhaupt nicht. Zieht man noch die Steuern auf den Zinserträgen und die Teuerung ab, resultieren unter dem Strich oft sogar Verluste.

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Verschwindende Zinsen auf Sparanlagen und Kassenobligationen

Wer die inländische Zinslandschaft unter die Lupe nimmt, sieht eine schier endlose Tief­ebene. Für Sparanlagen gibt es nur in wenigen Sonderfällen wie etwa ­Jugend- oder Aktionärskonten mehr als 0,1 Prozent Zins. Auch auf dem früher so bewährten Geldparkplatz Kassenobligationen sieht es kaum besser aus. Wer sich auf zehn Jahre fest bindet, erhält an den meisten Orten weniger als ein Prozent Zins.

Insgesamt noch am besten dran ist der auf Sicherheit bedachte Sparer dank Steuerersparnissen mit dem Vorsorgekonto 3a. Hier liegt das beste Zinsangebot jedoch auch unter einem Prozent. Pro Jahr können hier allerdings nur 6768 Franken (beziehungsweise 33'840 Franken für Selbständige - Stand 2017) angelegt werden. Zudem ist ein Bezug grundsätzlich frühes­tens fünf Jahre vor Erreichen des AHV-Alters möglich.

Erstes Fazit: Wer kann, sollte den vollen Betrag in die Säule 3a einzahlen. Der Rest des als Sicherheitspolster dienenden Kapitals sollte auf dem Sparkonto, in Kassen- oder Bundesobligationen bleiben.

Was aber tut man mit dem anderen Teil des Kapitals? «Wer nichts riskiert, gewinnt nichts», werden Anleger oft ermuntert. Doch hohes ­Risiko bedeutet längst nicht immer auch hohe Erträge.

Vorsicht bei Fremdwährungsobligationen

Gerade bei höher verzinslichen Fremdwährungsobligationen geht die Rechnung häufig nicht auf, wie das Beispiel der südeuro­päischen Bonds gezeigt hat. Der unabhängige Anlageexperte Alex Hinder warnt: «Währungsrisiken lohnen sich bei Festverzinslichen nicht.» Die Hoffnung, mit hochverzinslichen ausländischen ­Anleihen die Rendite aufzupolieren, habe sich immer wieder als Illusion erwiesen.

Zweites Fazit: Als Privatanleger sollte man Fremdwährungsobligationen meiden. Ausser man sichert das Währungsrisiko konsequent ab.

Daraus folgt als drittes Fazit: Wer nach Rendite sucht, tut dies besser mit Aktien, Wandelobligationen oder Immobilien.

Für Anleger, die auf Zinseinnahmen angewiesen sind, stehen indirekte Immobilienanlagen in der Schweiz im Vordergrund, etwa Immobilienfonds – oder Immobilienaktien. Diese Papiere sind zwar gegenwärtig nicht mehr güns­tig, bieten aber deutlich höhere laufende Renditen als Spargelder oder sichere Obligationen. Allerdings besteht insbesondere bei Immobilienfonds ein Risiko, dass die Titel durch die Nachfrage überbewertet sind und sich bei Marktschwankungen abwerten können.

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Bei Aktien entscheidet die Risikofähigkeit

Wer beim Sparen auf einen grünen Zweig ­kommen will, kann auf Aktien nicht verzichten. Dividendenwerte können zwar kurzfristig stark schwanken. Je länger aber der Anlagehorizont ist, desto stärker sinkt dieses Risiko. Und vor allem im Rahmen des Vorsorgesparens ist die langfristige Perspektive vorhanden.

Bei der Vorsorge auf das langfristig bestrentierende Anlageinstrument zu verzichten ist also geradezu fahrlässig. Denn ob ein Kapital von 100'000 Franken mit einer Rendite von einem oder sechs Prozent angelegt wird, macht nach 20 Jahren einen ­Unterschied von fast 200'000 Franken aus.

Bei Aktien stellt sich aber stets die Frage der Risikofähigkeit: Der Käufer sollte nur so viel ­Kapital in Aktien stecken, dass er nicht in die Situa­tion kommen kann, die Aktien ausgerechnet in einer Talsohle verkaufen zu müssen.

Bei Anlagefonds breit diversifizieren

Speziell attraktiv erscheinen derzeit Aktien mit hohen und regelmässigen Dividenden, sogenannten Dividendenperlen, die fünf bis sieben Prozent Rendite bringen. Man sollte aber breit diversifizieren, also einen Mix anstreben, sowohl mit verschiedenen Anlageinstrumenten (Obligationen, Fonds, Immobi­lien, Edelmetalle, Aktien) wie auch im Aktien­paket selbst mit soliden und riskanteren Titeln.

Viertes Fazit: Wer in Anlagefonds investiert, ist punkto Diversifikation auf der sicheren Seite. Diese Fonds müssen ihre Mittel nämlich grundsätzlich breit streuen. Zudem bestehen klare gesetzliche Regeln zu Anlegerschutz, Bewertung, Gleichbehandlung und Transparenz.

Am einfachsten ist der Kauf eines vorfabrizierten Strategiefonds einer Bank. Dank den kostengüns­tigen Indexfonds (ETF) können aber gut informierte Anleger auch mit kleineren Vermögen die Aufteilung selbst vornehmen.

Firmen- anstatt Staatsobligationen

Eine weitere Alternative sind Obligationen solider Unternehmen. Sehr viele Firmen – ausgenommen die meisten Banken – schwimmen im Geld. Sie haben so viel Flüssiges wie seit 50 Jahren nicht mehr. Unternehmen sind die besseren Staaten, heisst es deshalb häufig – zu Recht.

Mit Wandelobligationen, also Obligationen, die in Aktien umgewandelt werden können, aber nicht müssen, gibt es ein Instrument, das die Vorteile von Aktien und Bonds verknüpft.

Nach Ansicht von Beat Thoma, CIO von Fisch Asset Management, bieten solche Anleihen vor allem in sinkenden Märkten einen guten Schutz. Dies dank dem sogenannten Bond-Floor. Dabei handelt es sich um den Wert der Wandelanleihe ohne Wandelrecht (nur der reine Anleihenteil). Darunter kann die Wandelanleihe theoretisch nicht fallen. Wandelanleihen böten zudem sowohl gegen steigende Zinsen wie gegen eine mögliche Inflation einen optimalen Schutz.

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