Das ist tatsächlich möglich. Eine Verjährungsfrist kann vom Gläubiger wie vom Schuldner unterbrochen werden. Von Seiten des Gläubigers geschieht das häufiger: Wenn er eine Betreibung oder ein Schlichtungsverfahren einleitet, unterbricht er damit die Verjährungsfrist.

Doch auch der Schuldner kann die Verjährung unterbrechen, und zwar mit einer Anerkennung. Das kann explizit passieren: «Ich anerkenne die Schuld gemäss Verlustschein Inkasso Verjähren Verlustscheine? .» Oder indirekt, indem der Schuldner den Gläubiger zum Beispiel bittet, die Schuld zu reduzieren oder sie ihm zu erlassen. Für eine Anerkennung reicht es bereits, wenn der Schuldner den Gläubiger vertröstet. Der Schuldner muss sich dabei nicht einmal auf einen bestimmten Betrag beziehen.

Das Bundesgericht hat in einem Urteil von 2008 festgehalten: «Jedes Verhalten des Schuldners, das vom Gläubiger nach Treu und Glauben als Bestätigung seiner rechtlichen Verpflichtung aufgefasst werden darf», gilt als Anerkennung der Schuld und unterbricht damit die Verjährung.

Nicht ausreichend ist hingegen eine ausweichende Formulierung wie «Ich gehe der Sache nach». Das unterbricht die Verjährung nicht.

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Teilzahlung gilt als Anerkennung

Der Schuldner unterbricht die Verjährungsfrist auch, sobald er eine Raten- oder Zinszahlung leistet. Denn auch das gilt als Anerkennung der Schuld.

Verlustscheine verjähren nach 20 Jahren. Mit der Unterbrechung beginnt die Verjährungsfrist von neuem, läuft also erneut 20 Jahre.

Ob man nun Ihren Brief, den die Inkassofirma ins Feld führt Mahnung Muss ich fürs Inkasso zahlen? , tatsächlich als Anerkennung einer Schuld auffassen kann, hängt vom Wortlaut ab. Wenn Sie kein Doppel mehr haben, verlangen Sie am besten vom Inkassobüro eine Kopie. So können Sie prüfen, welche Formulierungen Sie damals benutzt haben.

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