Erstarrt. Blockiert. Im Innersten erschüttert. Für Opfer von sexueller Gewalt ist nach der Tat nichts mehr, wie es einmal war. Viele schämen sich und sind schwer traumatisiert. Die meisten bleiben stumm. 

Sexualdelikte sind die Straftaten, die am seltensten angezeigt werden. 2018 tauchen in der schweizerischen Kriminalstatistik 626 Vergewaltigungen und 665 sexuelle Nötigungen auf. Das entspricht nicht dem tatsächlichen Ausmass, wie eine repräsentative Studie des Forschungsinstituts gfs.bern zeigt. 

Mindestens jede fünfte Frau ab 16 Jahren in der Schweiz hat demnach ungewollte sexuelle Handlungen erlebt. Das sind hochgerechnet 800'000 Frauen. Jede achte hatte Geschlechtsverkehr gegen ihren Willen. Das sind 440'000. Aber nur acht Prozent machen eine Strafanzeige. 92 Prozent nicht. 

Alarmierend sind die Gründe: Weit über die Hälfte gibt an, den Vorfall aus Scham nicht gemeldet zu haben. Oder weil sie das Gefühl hatten, die juristische Verfolgung sei chancenlos. (siehe auch Infografiken am Artikelende)
 

«Es ist krass, wie schnell man verdrängt und vergisst. In meiner Erinnerung wird der Täter immer mehr wieder zu diesem herzigen 
guten Menschen, in den ich in der Schulzeit verliebt war.»

Schilderung von Janina Meier*, 29, aus dem Kanton Bern

Viele Expertinnen und Politiker sind der Meinung, schuld sei auch das aktuelle Sexualstrafrecht. Denn wegen Vergewaltigung oder sexueller Nötigung gibt es nur dann eine Verurteilung, wenn ein Zwangsmittel nachgewiesen ist, Gewalt etwa. Physisch oder psychisch. So steht es im Gesetz. Es reicht nicht, Nein zu sagen.

«Die widersprüchliche Haltung der Gesellschaft gegenüber sexueller Gewalt spiegelt sich im Gesetz wider. Momentan verkennt es die Realität, indem es sich auf stereotype Taten beschränkt», sagt Agota Lavoyer, stellvertretende Leiterin der Berner Opferhilfestelle Lantana. «Heute müssen Frauen immer wieder erklären, wieso sie sich nicht zur Wehr gesetzt haben. Diese Fragen sind wahnsinnig beschämend, stigmatisierend und implizieren eine Mitschuld.»

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Nur ganz wenige Fälle gelangen überhaupt vor Gericht. Auch viele Verfahren, die bei der Polizei zur Anzeige kommen, werden eingestellt, bevor es zu einer Gerichtsverhandlung kommt. Einstellungsverfügungen werden statistisch nicht nach Tatbestand aufgeschlüsselt und sind nicht einfach öffentlich einsehbar. Deshalb gibt es keine Informationen dazu, wie oft und wieso die Verfahren vorzeitig gestoppt werden. 

Sehr häufig gibt es bei sexueller Gewalt Beweisprobleme, da es in der Regel keine Zeugen gibt. Eine neue Studie, die dem Beobachter exklusiv vorliegt und demnächst erscheint, zeigt aber: Auch die Rechtslage kann eine angemessene Bestrafung solcher Verbrechen verhindern. 
 

«Nach dem Gymnasium hatten wir sporadisch Kontakt, wir haben auch zusammen geschlafen. Es war schön. Jahre später kam es wieder zum Sex. Plötzlich würgte er mich und war grob. Ich hatte das noch nie erlebt und war schockiert. Man wehrt sich zuerst einfach mal nicht, das ist der erste Instinkt. Ich wusste 
damals auch gar nicht richtig, zu was ich Nein sagen darf. Geht das auch so mittendrin?»

Janina Meier*

Agota Lavoyer hat mit Strafrechtsexpertin Nora Scheidegger vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht zahlreiche eingestellte und unveröffentlichte Verfahren von Anwältinnen und Opferhilfestellen aus der ganzen Schweiz ausgewertet. Es zeigt sich: Beschuldigte können sich über ein «Nein» hinwegsetzen, ohne sich wegen Vergewaltigung oder sexueller Nötigung strafbar zu machen. «Viele behaupten, dass das, was gegen den Willen einer Person geschieht, bereits heute von den Gerichten als Vergewaltigung gewertet wird», sagt Scheidegger. «Aber das entspricht nicht den Tatsachen, wie die von uns gesammelten Fälle klar aufzeigen.»

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Ein Beispiel: Zwei lernten sich in einem Club kennen. Er blitzte ab. Bei der nächsten Begegnung einige Wochen später war sie angetrunken. Er führte sie in einen Nebenraum. Als sie diesen verlassen wollte, küsste er sie, hielt sie an Armen und Taille. Übte verschiedene sexuelle Handlungen an ihr aus, zuletzt ungeschützten Geschlechtsverkehr. Sie sagte, dass sie das nicht wolle, versuchte ihn wegzustossen. Am Ende liess sie es über sich ergehen. Sie hatte nicht die Kraft, sich zu wehren. 

Das Gericht hielt ausdrücklich fest, dass es für den Beschuldigten «zweifellos erkennbar» gewesen sei, dass der Geschlechtsverkehr gegen den Willen der Frau war. Trotzdem wurde er freigesprochen. Aufgrund der «nahezu fehlenden Abwehr hat es nur eine geringfügige Kraftanstrengung des Beschuldigten gebraucht, womit die erforderliche Intensität beim Nötigungsmittel ‹Gewalt› nicht erreicht» sei. 

Die Autorinnen der Studie kritisieren deshalb, dass in der Rechtsprechung von Opfern ein vermeintlich «zumutbarer» Widerstand verlangt werde. Wenn die Frau passiv bleibt oder den Täter nur verbal abweist, sind die Tatbestände Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung oftmals nicht erfüllt. Wie das Gesetz heute ist, erwarte der Gesetzgeber geradezu, dass das Opfer sich widersetzt, damit der Täter dann den Widerstand brechen muss. «Damit wird die Verantwortung dafür, ob ein sexueller Übergriff als erhebliches Unrecht gewertet werden kann, zumindest partiell dem Opfer übertragen», schreiben Scheidegger und Lavoyer.
 

«Jahre später landete ich nach einer Party nochmals mit ihm im Bett. Es war sehr heftig. Ich war wie erstarrt. Es war so daneben! Trotzdem habe ich mir eingeredet, ich hätte mich ja nicht gewehrt, hätte nicht Nein gesagt, habe seine Taten gerechtfertigt. Ich gab mir selber die Schuld, er war ja sonst ein Guter.»

Janina Meier*
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Übergriffe können theoretisch auch als sexuelle Belästigung angezeigt werden. Allerdings riskieren Täter nur eine Busse. Im Gegensatz zu den anderen beiden Tatbeständen ist sexuelle Belästigung ein Antragsdelikt. Damit gilt eine Frist von bloss drei Monaten für die Anzeige. 

Auch aus einem anderen Grund tauge sexuelle Belästigung nicht als «Auffangtatbestand»: «So werden die Fälle als Bagatelldelikte eingestuft. Dies mag beim Anfassen des Busens über den Kleidern gerechtfertigt sein, nicht aber wenn eine Person gegen ihren Willen an den nackten Geschlechtsteilen angefasst wird oder diese gar penetriert werden.» Für Opfer, die Übergriffe ohne – im juristischen Sinn – Nötigung erlebt haben, sei die Einstufung als Bagatelldelikt blanker Hohn, erklären die Studienautorinnen. 

Opferhilfestellen Opferhilfe Die Unterstützung «danach» , Menschen- und Frauenrechtsorganisationen sowie Juristen und Politikerinnen fordern deshalb eine Reform des aktuellen Gesetzes. Nicht zuletzt weil die Schweiz die Istanbul-Konvention des Europarats unterzeichnet und sich damit verpflichtet hat, alle sexuellen Handlungen gegen den Willen einer Person angemessen zu bestrafen. Strafrechtsexpertinnen legten 2019 ein Papier mit verschiedenen Änderungsvorschlägen vor. 

Zwei Konzepte stehen im Zentrum:

  • die Vetolösung, also sexuelle Handlungen gegen den erkennbaren Willen einer Person unter Strafe 
zu stellen («Nein heisst nein»), oder
  • die Zustimmungslösung – keine sexuelle Handlung ohne die Zustimmung einer Person («Ja heisst ja»).
     

«Kurze Zeit später – ich hatte gerade meinen heutigen Freund kennengelernt – meldete er sich wieder. Er sei in der Stadt und brauche ein Nachtlager. Ich wollte das eigentlich nicht. Trotzdem sagte ich Ja. Aber ich schrieb ihm per SMS, dass Sex ausgeschlossen sei, nichts laufen werde. Ich hätte jemanden kennengelernt. Ja klar, schrieb er. Er verstehe das, würde sich aber freuen, mich zu sehen. Ich glaubte ihm.»

Janina Meier*
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Das Gesetz muss überarbeitet werden, findet der Bundesrat. Auch weil Männer Häusliche Gewalt Ein Mann, kein Opfer? – gemäss geltendem Recht – nicht vergewaltigt, sondern nur sexuell genötigt werden können. Bei Vergewaltigung wird explizit das weibliche Geschlecht erwähnt. Eine geschlechtsneutrale Formulierung soll diesen Missstand beheben. Den Kern will der Bundesrat aber nicht verändern: Physische oder psychische Nötigung müssen weiterhin nachgewiesen werden können. Die Rechtskommission des Ständerats beschloss im Januar, eine Revision des Sexualstrafrechts separat zu prüfen, und lässt eine Vorlage ausarbeiten. Sie soll bald in die Vernehmlassung geschickt werden. 

Die Reformvorschläge haben eine hitzige Debatte ausgelöst. Prominenter Kritiker ist SP-Ständerat und Strafrechtsprofessor Daniel Jositsch. Er ist der Meinung, Sexualdelikte könnten heute schon angemessen bestraft werden. Aber die Richter sprächen zu wenig harte Strafen aus. Dort sieht er Handlungsbedarf. 

Andere Strafrechtsexpertinnen und Strafverteidiger befürchten eine Umkehr der Beweislast, dass also nicht die Staatsanwaltschaft die Schuld, sondern neu der Beschuldigte seine Unschuld beweisen müsse. «Ohne die heute im Gesetz genannten Nötigungsmittel wird es für das Gericht noch schwieriger, bei einer Aussage-gegen-Aussage-Konstellation einen Entscheid zu fällen. Alles wird sich um die Frage drehen, ob das Gegenüber Nein gesagt und ob die beschuldigte Person das wahrgenommen hat oder nicht. Sie wäre künftig gezwungen, das zu beweisen», sagt die Berner Rechtsanwältin Sarah Schläppi.
 

«Er probierte es den ganzen Abend. Irgendwann fühlte ich mich wieder wie eingefroren. Auch wenn ich mich vielleicht hätte körperlich wehren können, ich war einfach so schockiert, dass jemand, den ich kenne, mir so etwas antut. Mich so wenig respektiert. Warum passiert das? Ich habe etwa zehn Mal Nein gesagt. Weil ich nicht mehr wusste, was tun, habe ich geweint. Er setzte sich darüber hinweg. Später schrieb er mir, er hoffe, es sei nicht zu heftig gewesen. Er hat also gemerkt, dass es nicht okay war.»

Janina Meier*
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Peter Rüegger, früher Leiter des Kommissariats Ermittlungen bei der Stadtpolizei Zürich und ehemaliger Staatsanwalt, sagt dagegen: «Von einer Beweislastumkehr kann nicht im entferntesten die Rede sein. Ein Vergewaltigungsvorwurf muss nach wie vor von der Strafuntersuchungsbehörde bewiesen werden. Auch die Reformgegner wissen, dass nicht der Beschuldigte seine Unschuld beweisen muss.» Zudem werde am Grundsatz «Im Zweifel für den Angeklagten» nicht gerüttelt. 

Dass es so wenig Anzeigen gebe, sei kein Zufall, argumentieren Juristin Scheidegger und Opferberaterin Lavoyer. Die Vorstellung, was eine «richtige» Vergewaltigung sei, präge alle Involvierten, sowohl das Justizsystem wie die Opfer selber. «Manchen Opfern fällt es schwer, die Tat – die sie zwar durchaus als schwerwiegenden Eingriff erleben – überhaupt als strafbares Sexualdelikt einzuordnen. Denn oftmals entsprechen weder die Tat noch der Täter dem stereotypen Bild», so Lavoyer. Viele Frauen könnten sich auch nicht erklären, wieso sie nicht «opfertypisch» gehandelt, sich nicht gewehrt und nicht die Flucht ergriffen haben. 
 

«Bis ich richtig begriff, dass ich vergewaltigt worden war, dauerte es eine Weile. Bei der Opferberatungsstelle erhielt ich Hilfe, und sie erklärten mir, was bei einer Anzeige alles auf mich zukäme. Ich konnte mich erst nicht dazu durchringen, diesen Schritt zu gehen. Ich fürchtete mich vor dem Moment, wenn er von der Anzeige erfahren würde.»

Janina Meier*

Stereotype beeinflussen die Wahrscheinlichkeit, ob jemand Anzeige erstattet Opfer einer Straftat Den Täter anzeigen? , belegt die Forschung. Im «Handbuch sexualisierte Gewalt» (Hogrefe Verlag), das den aktuellen Wissensstand umfassend aufarbeitet, heisst es, zu einer Anzeige komme es eher, wenn die Tat der «klassischen» Vorstellung entspreche. Und die lautet gegen jede Statistik: Ein wildfremder und bewaffneter Täter überfällt sein Opfer draussen in der dunklen Gasse, das Opfer wehrt sich heftig und wird verletzt. 

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In 70 bis 90 Prozent der Fälle – je nach Untersuchungskriterien – kennen sich Täter und Opfer jedoch, ob wenige Stunden oder schon lange. Und Lähmung und Erstarren sind unfreiwillige normale körperliche Reaktionen auf sexuelle Gewalt. 

Vergewaltigungsmythen dienen immer wieder als Rechtfertigung oder zur Trivialisierung von sexueller Gewalt, heisst es im Handbuch. Das gelte auch für schematische Vorstellungen wie: «Frauen neigen dazu, eine nett gemeinte Geste zum sexuellen Übergriff hochzuspielen.» Oder: «Frauen zieren sich gern, das bedeutet aber nicht, dass sie keinen Sex wollen.» 

Dass Opfer Angst haben, man glaube ihnen nicht, ist also begründet. Hinzu kommt die weitverbreitete Vorstellung, dass sich rachsüchtige Frauen Übergriffe ausdenken, um Männern zu schaden. Ein Argument, das besonders schnell fällt, wenn es um sexuelle Gewalt und Justizreformen geht. Verlässliches Zahlenmaterial gibt es wenig. Eine Metaanalyse internationaler Studien kommt zum Ergebnis, dass die Falschanzeigequote bei rund fünf Prozent liegt. Auch bei Falschbeschuldigungen wird meist das dramatische Narrativ vom fremden Täter bedient. 
 

«Plötzlich war ich sehr sicher, dass ich ihn sofort anzeigen müsse. Ich war drauf und dran, mich bei der Polizei zu melden. Doch im Gespräch mit einer Opferanwältin wurde klar: Ich wäre praktisch chancenlos. Und müsste mich jahrelang einem Verfahren stellen, das auch mein Umfeld belasten würde. Ich entschied mich dagegen.»

Janina Meier*

Viele europäische Länder haben in den letzten Jahren bereits ihre Gesetze geändert. Dies nicht zuletzt, weil eine repräsentative EU-weite Umfrage Erschütterndes zeigte: 27 Prozent sagten, Sex gegen den Willen einer Person sei in bestimmten Situationen gerechtfertigt (siehe Infografik). In mittlerweile acht europäischen Ländern steht nun der Wille im Zentrum der Gesetzgebung: Irland, Grossbritannien, Belgien, Zypern, Deutschland, Island, Luxemburg und Schweden. 

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Schweden zog wegen der Reform grosse Aufmerksamkeit auf sich. Seit 2018 gilt die Zustimmungsregel: Sex müssen beide wollen, sonst ist er gesetzwidrig. Im Sommer 2019 gab es eine erste Verurteilung auf höchster Instanz. 

Um die Auswirkungen in der Praxis seriös zu beurteilen, sei es noch zu früh. «Es hat aber eine spürbare gesellschaftliche Veränderung gegeben. Der Fokus hat sich vom fehlenden Widerstand eines Opfers auf das Verhalten des Täters verschoben», sagt die frühere leitende Stockholmer Staatsanwältin Silvia Ingolfsdottir. Sie war anfänglich gegen das Gesetz, hat aber ihre Meinung geändert. «Als Staatsanwältin war ich überzeugt, dass es nicht den gewünschten Effekt haben würde. Die Tat bliebe ja schwierig zu beweisen oder zu verurteilen. Damals haben wir aber nicht bedacht, wie viele Fälle es gibt, die es erst gar nicht zu uns ins Gericht schafften, weil ein Gewaltelement fehlte.» 
 

«Ständig nagt der innere Konflikt an mir, dass ich eigentlich eine Anzeige hätte machen sollen. Für mich, für andere potenzielle Opfer. Es wird mich nie loslassen, wird ein Teil von mir bleiben.»

Janina Meier*

Deutschland kennt seit 2016 eine «Nein heisst nein»-Regelung. Seither ist die Anzahl Anzeigen deutlich gestiegen – wegen der Gesetzesänderung und der starken öffentlichen Debatte. Entgegen ihrer Erwartung kam es auch zu mehr Verurteilungen, erzählt die Berliner Oberstaatsanwältin Ines Karl. Wie heute in der Schweiz habe es anfänglich auch in Deutschland Widerstand gegeben. Der sei jetzt aber weitgehend verschwunden, sagt Bettina Steinbach, die seit 27 Jahren bei der Fachstelle Frauenberatung sexuelle Gewalt in Zürich Opfer berät. Nicht zuletzt deshalb: «Es zeigt sich, dass die Befragungen, die ein Opfer im Strafverfahren über sich ergehen lassen muss, viel anständiger geworden sind. Viel weniger verletzend.» 

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Straftaten laut Gesetz

Vergewaltigung 


Als Vergewaltigung gilt gemäss Strafgesetz, «eine Person weiblichen Geschlechts zur Duldung des Beischlafs zu nötigen, indem man sie bedroht, Gewalt 
anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand unfähig macht». 
 

Sexuelle Nötigung


Im Unterschied zur Vergewaltigung gilt 
ein Delikt als sexuelle Nötigung, wenn keine vaginale Penetration, sondern eine «beischlafsähnliche» oder andere sexuelle Handlung stattfindet. 
 

Schändung 


Die Schändung ist ein Sexualdelikt, bei dem eine widerstandsunfähige Person «in Kenntnis ihres Zustands» missbraucht wird – zum Beispiel 
bei psychisch kranken, stark betrunkenen oder bewusstlosen Personen.
 

Sexuelle Belästigung

Verbale oder physische Übertretungen gegen die sexuelle Integrität wie ungewolltes Berühren einer Brust oder vulgäre Bemerkungen. Im Gegensatz zu den anderen Delikten – 
die von Amts wegen verfolgt werden – ist das ein Antragsdelikt.

Nur jede Zehnte zeigt an

Nur wenige Frauen, die sexuelle Gewalt erlebt haben, zeigen den Täter an. Die Reaktion der Frauen nach dem Vorfall:

Infografik sexuelle Gewalt
Quelle: Amnesty International/gfs.bern [2019] – Infografik: Anne Seeger

 

Schweigen aus Scham

Begründungen von Frauen, warum sie nach der Tat nicht zur Polizei gegangen sind: 

Infografik zu den Gründen, wieso Opfer nicht zur Polizei gegangen sind.
Quelle: Amnesty International/gfs.bern [2019] – Infografik: Anne Seeger

 

Erschreckende Ansichten

Gemäss einer EU-Umfrage denken 27 Prozent der Befragten, dass nicht-einvernehmlicher Sex in gewissen Fällen gerechtfertigt sei. Zum Beispiel wenn die Frau ...

Infografik EU-Umfrage zu sexueller Gewalt
Quelle: Europäische Kommission [2016] – Infografik: Anne Seeger
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Neue Studie: Gestoppte Verfahren

Die Studie von Juristin Nora Scheidegger und Opferberaterin Agota Lavoyer zu den eingestellten Verfahren:

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Tina Berg, Online-Redaktorin

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