Dieses Jahr bringen die Hersteller so viele neue Elektroautos auf den Markt wie noch nie. Grund sind neue Umweltregeln der EU: Die verkauften Autos eines Herstellers dürfen im Schnitt höchstens 95 Gramm CO2 pro gefahrenen Kilometer ausstossen. Sonst werden happige Strafzahlungen fällig: 95 Euro pro Gramm Überschreitung, multipliziert mit der Anzahl Fahrzeuge, die der Hersteller im betreffenden Jahr in der EU verkauft hat. Am besten lässt sich der Flottenverbrauch mit E-Autos senken: Ihr CO2-Ausstoss Kritik an Holzheizungen Wegen Klimaschutz mehr Dreck in der Luft wird mit null Gramm pro Kilometer angesetzt – und sie zählen doppelt.

Elektroautos sind aber nicht von vornherein besser in der CO2-Bilanz Klimaschutz zu Hause Auch kleine Massnahmen zeigen Wirkung . Weil die Herstellung der Batterie sehr hohe CO2-Emissionen verursacht, starten sie mit einem «CO2-Rucksack». Erst nach rund 50'000 gefahrenen Kilometern dreht sich die Bilanz zugunsten des Stromers – im Vergleich zu einem verbrauchsarmen Verbrenner.

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Modell Leistung in PS Batterie in kWh Reichweite Preis ab erhältlich
Seat Mii electric 83 36,8 260 24'100 ja
VW ID.3 150/204 45/58/77 330-550 32'000 Mitte 2020
Peugeot e-208 136 50 340 34'990 ja
Opel Corsa-e 136 50 330 34'990 Frühling 2020
Renault Zoe 108/135 41/50 395 35'900* Herbst 2020
Mini Cooper SE 184 32,6 235 39'900 ja
Honda e 154 35,5 220 43'100 Sommer 2020
DS 3 Crossback E-Tense 136 50 320 45'100 ja

Auswahl: TCS
*Version mit Batteriemiete ab 25'900 Franken

5 Schritte zum Elektroauto

1. Wozu brauche ich das Auto?

Die meisten heutigen Elektroautos kommen mit einer Batterieladung deutlich weniger weit als ein vollgetanktes typähnliches Verbrennermodell. Anders ist es nur bei wenigen Fahrzeugen der Oberklasse wie etwa jenen von Tesla.
Daher ist es wichtig, sich vor dem Kaufentscheid Gedanken darüber zu machen, wie weit man im Alltag fahren will, ohne das Auto erneut aufzuladen. Gemäss TCS stimmen die Reichweitenangaben bei den E-Autos im Alltagsbetrieb nicht – genau wie die Verbrauchsangaben der Hersteller bei den Verbrennern.
Als Faustregel gilt: Wer auch bei Autobahnfahrten oder im Winter auf der sicheren Seite sein will, zieht von der behaupteten Reichweite einen Viertel ab.

2. Wie ist meine Wohnsituation?

Das Laden eines Elektroautos benötigt spezielle Infrastruktur. Am einfachsten haben es Hausbesitzer Solarstrom fürs Elektroauto So amortisieren Sie Ihre Fotovoltaikanlage : Sie können die spezielle Steckdose einfach einbauen. Dafür muss man mit Kosten von 500 bis 3000 Franken rechnen. Mieter sind auf das Einverständnis und die Investitionsbereitschaft des Vermieters angewiesen. Stockwerkeigentümer sollten einen Antrag mit klar formulierten Benutzerregelungen zuhanden der Eigentümerversammlung vorbereiten.
Alle Nutzer sollten zusätzlich prüfen, ob bei der Arbeit oder an häufig angefahrenen Zielorten eine Lademöglichkeit besteht.

3. Möchte ich meine Gewohnheiten ändern?

Reisen mit einem Elektroauto bedingt einen etwas höheren Planungsaufwand. Die Reichweite ist kleiner, das Netz an Ladestationen aber inzwischen so dicht wie das Tankstellennetz. Doch das Laden der Batterie dauert länger, als den Tank mit Treibstoff zu füllen. Wer grossen Wert auf die spontane Nutzung seines Fahrzeugs legt oder grössere Reisen unternimmt Reisen So machen Sie Ihr Auto ferienreif , wird mit einem Stromer eher nicht glücklich werden.

4. Bieten E-Autos auch Fahrspass?

Bei Fahrzeugen mit Elektroantrieb ist das Drehmoment praktisch aus dem Stand verfügbar. Verbrennungsmotoren entfalten die volle Kraft erst ab 1500 bis 2000 Umdrehungen pro Minute. Beim Anfahren an der Ampel beschleunigen E-Autos deutlich kräftiger als ein Verbrenner mit gleicher PS-Zahl. Ausserdem haben E-Autos keine Gänge und können deshalb ohne Schaltverzögerung beschleunigen.

5. Wie viel will ich bezahlen? Und was ist ein E-Auto nach ein paar Jahren noch wert?

  • Anschaffung: Elektroautos sind in der Anschaffung meist um einiges teurer als ein in Ausstattung und Grösse vergleichbares Benzin- oder Dieselmodell. Das liegt vor allem an den Akkus. Sie sind zwar günstiger geworden und werden das weiterhin tun, aber noch treiben sie den Preis. Im Betrieb sind die Stromer aber deutlich günstiger.
  • Stromkosten: Ein E-Auto verbraucht je nach Modell etwa 10 bis 30 kWh auf 100 Kilometer. Eine Kilowattstunde kostet zu Hause je nach Wohnort zwischen 15 und 30 Rappen. Die Preise an öffentlichen Ladestationen schwanken stark. Wer unliebsame Überraschungen vermeiden Preis-Chaos an Ladestationen Wenn E-Fahrer fast der Schlag trifft will, sollte sich vorab gut informieren. Anfang Februar überraschte Ionity, einer der Hauptanbieter von Schnellladestationen, mit einer drastischen Preiserhöhung.
  • Unterhalt: E-Autos brauchen keinen Ölwechsel und haben wesentlich weniger Verschleissteile. Deshalb verursachen sie kaum Wartungskosten.
  • Verkehrssteuern: Immer mehr Kantone gewähren für sparsame und emissionsfreie Fahrzeuge eine Reduktion oder befreien sie von den Verkehrsabgaben. Genaueres erfährt man beim Strassenverkehrsamt. Verschiedene Kantone, Städte und Gemeinden haben Förderprogramme für die Anschaffung von E-Autos oder für den Aufbau von Ladeinfrastruktur. Eine Übersicht findet man auf www.swiss-emobility.ch.
  • Versicherungskosten: Viele Versicherungen bieten für Elektrofahrzeuge teils massive Ökorabatte. Vergleichen und Offerten einholen lohnt sich.
  • Wiederverkauf: Der Werterhalt von E-Fahrzeugen ist vergleichbar mit dem von Verbrennern. Der Marktwert wird in Zukunft durch Haltbarkeit oder Ersatzkosten der Batterie bestimmt werden. Geänderte gesetzliche Bestimmungen wie Fahreinschränkungen für Verbrenner in Städten könnten sich positiv auf den Marktwert von E-Autos auswirken.
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Sabrina Frei, Content Managerin Ratgeber

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