Kein Münz ist mehr nötig, man muss kein Ticket mehr hinterlegen und sich keine Parkplatznummern mehr merken: In vielen Gemeinden und Städten kann man Parkplätze Verkehr Das grosse Parkplatz-Abc heute mit dem Smartphone bezahlen. Allerdings nicht überall mit derselben App. In Zürich etwa sind drei verschiedene Anwendungen nutzbar, in den anderen Gemeinden geht das bisher nur mit einer bestimmten App, oder noch gar nicht.

Ob und mit welcher App man bezahlen kann, ist auf den Apps ersichtlich sowie auf den Parkuhren und Ticketautomaten. Dort zeigt ein Kleber, welches System anwendbar ist. In der Schweiz gibt es zurzeit vier Parking-App-Anbieter. Einige Gemeinden, etwa die Stadt Basel, entwickeln eigene Systeme.

Der Beobachter hat die häufigsten Apps getestet. Er zeigt, wie sie funktionieren, und für wen und wo sie sich eignen.

Parkingpay

Logo Parkingpay
Quelle: Screenshot Google Play

Die App Parkingpay kann man an über 330 Orten in der ganzen Schweiz anwenden. Unter anderem in Lausanne, Bern, St. Gallen und Zürich, aber auch in vielen kleineren Ortschaften. Die App hat damit die mit Abstand höchste Abdeckung in der Schweiz. Anbieter ist die Firma Digitalparking in Dietikon ZH.

Um sich zu registrieren muss man das Kennzeichen, den Autotyp und die Handynummer eingeben – wie bei fast allen Parking-Apps. Bei Parkingpay ist es jedoch notwendig, ein Guthaben aufzuladen. Das ist direkt über die App möglich per Kreditkarte oder Postfinance Card. Alternativ kann man einrichten, dass die Abrechnung über LSV oder E-Banking (Debit direct) erfolgt.

Zum Bezahlen gibt man die Parkzonennummer ein. Diese ist auf der Parkuhr ersichtlich. Über die Standortfunktion zeigt die App auch selber an, in welcher Parkzone man sich befindet. Mit einer digitalen Drehscheibe stellt man die gewünschte Parkdauer ein. Bevor man weiterfährt, drückt man «Jetzt stoppen» und die Parkzeit wird minutengenau verrechnet.

Zusätzliche Gebühren Strassenverkehr Immer Ärger beim Parkieren entfallen mit Parkingpay in der Regel nicht. Die App-Firma verdient Geld, indem sie vom Parkplatz-Anbieter 4,5 Prozent der Parkgebühren für sich beansprucht. Nur die Stadt Freiburg sowie einzelne private Parkplatzbetreiber wälzen diese Kosten auf die Kunden ab.

Bei Parkingpay kann man auch einen Badge für Parkhäuser bestellen. Ist ein Parkhaus an das System angeschlossen, hält man den Badge beim Hinein- und Hinausfahren einfach an den Ticketleser. Die Gebühr wird automatisch abgebucht, der Gang zum Ticketautomaten ist nicht mehr notwendig.

Vorteil: In der Schweiz die Parking-App, die man am häufigsten einsetzen kann.

Nachteil: Es muss immer ein Guthaben aufgeladen sein. Dieses nachzuladen geht jedoch schnell und einfach.

Fazit: Trotz dem Guthaben-Nachteil: In der Schweiz die wohl nützlichste Parking-App.

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Sepp

Logo Sepp App
Quelle: Screenshot Google Play

Die Sepp-App ist in über 50 Gemeinden anwendbar, vor allem in der Region Bern, im Berner Oberland, im Wallis und in Graubünden. Anbieter ist die Firma Mathom AG in Düdingen (FR).

Anders als bei Parkingpay kann man bei Sepp ein Zahlungsmittel hinterlegen. Möglich sind Visa, Mastercard, PostFinance Card oder Twint.

Mithilfe der Lokalisierung zeigt die App an, auf welchem Parkplatz Parkplatz Das fremde Auto abschleppen lassen? man sich befindet. Mit einer einfachen Wisch-Funktion «checkt» man ein und später wieder aus. Die Abrechnung erfolgt minutengenau nach dem Tarifmodell des jeweiligen Parkplatzes. Wer will, kann gratis einen Checkout-Hinweis aktivieren. Er informiert einen, wenn man vergessen hat, sein Auto aus dem Parkplatz auszuchecken. Ebenso gibt die App Bescheid, wenn die maximale Parkzeit in Kürze abläuft.

Bei der Sepp-App entfallen keine zusätzlichen Gebühren beim Parkieren. Man zahlt gleich viel, wie wenn man die Parkuhr benutzen würde. Parkbewilligungen lassen sich digital hinterlegen.

Vorteil: Einfach und praktisch in der Handhabung.

Nachteil: An vergleichsweise wenigen Orten einsetzbar.

Fazit: Im Bernbiet, Wallis und Graubünden eine gute Wahl.

Easypark

easypark
Quelle: zvg

In der Schweiz ist Easypark in Zürich, Chur und einigen weiteren Gemeinden anwendbar, dazu an allen Parkplätzen der Rhätischen Bahn. Europaweit ist sie gemäss eigenen Angaben die am weitesten verbreitete Parking-App, aktiv in über 1200 Städten in 15 Ländern. Die App stammt aus Schweden. In der Schweiz kooperiert sie künftig mit Parkingpay. «Bis Ende 2019 werden wir die gleiche Verteilung wie Parkingpay haben», sagt Maurus Häfliger von Easypark Schweiz.

Easypark zeigt einem auf einer Karte an, wo es Parkplätze gibt. Mit einem Cursor wählt man einen aus und drückt den Button «P». Weiss man die Nummer der Parkzone, kann man auch direkt diese eingeben. 

Auf einer digitalen Parkscheibe wählt man die geplante Parkdauer und es wird angezeigt, wie viel das kostet. Man startet das Parkieren und kann es auch frühzeitig wieder stoppen, worauf einem der minutengenaue Tarif verrechnet wird. Die Abrechnung erfolgt per hinterlegter Kreditkarte. Es gibt eine Erinnerungs-Nachricht, wenn das Ende der Parkzeit naht oder man den Parkplatz verlässt. Vielerorts kann man mit der App die Parkzeit  vom Handy aus verlängern, die Stadt Zürich etwa erlaubt das aber nicht Verbote O du schöner Schilderwald .

Easypark verlangt für ihre Dienstleistung eine Gebühr vom Nutzer. Wer zum Beispiel in Chur mit der App parkiert, zahlt mit dem Standard-Packet 19 Rappen mehr pro Stunde Parkzeit, als wenn er die Parkuhr benutzen würde. In Zürich entfällt dieser Aufschlag zurzeit. Dass man für die Benutzung der App zahlt, begründen die Anbieter mit den zusätzlichen Funktionen, die man bietet. Zum Beispiel «Find and Park»: Basierend auf Verkehrsdaten rechnet ein Algorithmus aus, wo man in der Stadt am ehesten einen freien Parkplatz findet und führt einen dann dorthin. In Zürich soll die Funktion ab Herbst 2019 anwendbar sein. In Amsterdam, Stockholm, Kopenhagen, Rom und 30 weiteren europäitschen Städten läuft der Dienst bereits.

 

Vorteil: Easypark bietet bald zusätzliche Dienstleistungen wie «Find and Park» an. Die App ist auch im Ausland vielerorts nutzbar und generell benutzerfreundlich.

Nachteil: Man zahlt mehr als an der Parkuhr. Noch nicht an vielen Orten anwendbar.

Fazit: Eventuell sinnvoll, wenn man öfters ins Ausland reist.

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Park now

Logo Park now
Quelle: Screenshot Google Play

In der Schweiz ist die App in Zürich anwendbar sowie in acht Westschweizer Gemeinden, darunter Bulle und Vevey. Hinter der App Park Now stehen die deutschen Autobauer BMW und Daimler.

Weltweit hat sie über 30 Millionen Nutzer. Wie bei Easypark zeigt die App auf einer Karte, wo sich überall Parkplätze befinden Strassenverkehr Parkieren am linken Strassenrand? . Weiter zeigt die Google-Karte Restaurant und Sehenswürdigkeiten an. Hat man einen Parkplatz ausgewählt, navigiert einen die App dorthin. Man kann auch die Parkzonennummer eingeben. Das Parkieren in Parkhäusern ist in der Schweiz noch nicht möglich.

Wie bei den anderen Apps werden Tarife und Maximalparkdauer angezeigt. Dann wählt man die Parkzeit aus. Man kann aber jederzeit «Stopp» drücken, wenn man den Parkplatz früher als geplant wieder verlassen will. Bezahlt wird mit der hinterlegten Kreditkarte.

Zurzeit kostet es in der Schweiz noch nichts, Park now zu benutzen. Die Firma will sich erst etablieren. In Deutschland und Österreich zahlt man je nach Abo eine zusätzliche Gebühr von 25 Cent pro Parkvorgang oder eine Grundgebühr von 3 Euro pro Monat. Dort ist die App in eine Reihe von digitalen Mobilitätsdienstleistungen eingebunden, die unter anderem helfen, Autos abzutauschen oder verschiedene Verkehrsmittel zu kombinieren (zum Beispiel Mietvelo, U-Bahn und Taxi).

Vorteil: Einfach zu bedienen. Eingebunden in ein grösseres System von Mobilitätsdienstleistungen.

Nachteil: In der Schweiz nur an wenigen Orten anwendbar. Beim Test funktionierte die App teilweise nicht. Auch im Internet beschweren sich viele Nutzer über Fehler.

Fazit: In der Schweiz noch nicht empfehlenswert.

Twint

Logo Twint
Quelle: Screenshot Google Play Bildmontage

An den meisten Orten, wo Parkingpay funktioniert, kann man auch mit Twint Twint Mit dem Handy bezahlen – macht das Sinn? bezahlen. Twint ist eine Bezahl-App, die man fürs Einkaufen in Läden oder Kiosken verwenden kann, oder mit der man Geld an andere Twint-Nutzer überweist. Die App eignet sich deshalb besonders gut, wenn man von Bekannten Bargeld geliehen hat, und seine Schulden sofort zurückzahlen will.

Beim Parkieren scannt man den QR-Code auf dem Ticketautomaten ein. Danach wählt man auf Twint die gewünschte Parkdauer und bestätigt die Zahlung. Gibt man den Parkplatz früher als geplant wieder frei, kann man den Parkvorgang abbrechen und man erhält den Differenz-Betrag zurück.

Vorteil: Man muss keine extra-Parking-App herunterladen.

Nachteil: Twint ersetzt den Gang zur Parkuhr nicht.

Fazit: Ersetzt keine Parking-App, macht aber bargeldloses Zahlen und Parkieren sehr leicht möglich.

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Die wichtigsten Fragen zum Parkieren mit dem Smartphone

Wie wird kontrolliert?

Die Kontrolleure haben ein Gerät, das online mit dem System des App-Anbieters verbunden ist. Sie scannen das Autokennzeichnen und können dann sehen, ob jemand für das Parkieren dieses Fahrzeuges bezahlt hat.

Gibt es bald keine Parkuhren mehr?

In der Stadt Grenchen ist es bereits seit zwei Jahren möglich, per Handy zu bezahlen. Gemäss Stadtpolizei steigt die Zahl der Nutzer stetig an. Heute sind es 15 Prozent. Als Folge hat sie die Zahl der Parkuhren von 43 auf die Hälfte reduziert. Durch die Einführung des App-Systems spare die Stadt jährlich rund 56 000 Franken, sagt die Stadtpolizei. Unter anderem, weil sie weniger Münz zählen muss. Mit Bargeld an der Parkuhr zu bezahlen, werde aber weiterhin möglich bleiben, betont die Stadtpolizei : «An manchen Orten muss man lediglich ein bisschen weiter zur Parkuhr laufen.»

In Zürich ist es seit knapp zwei Monaten möglich, Parkplätze mit dem Smartphone zu bezahlen. 90 000 Mal haben Autofahrer in dieser Zeit einer der drei einsetzbaren Apps benutzt. Das ergibt eine Quote von 7 Prozent aller bezahlten Parkgebühren. Parkuhren abzubauen, sei nicht geplant, heisst es bei der Dienstabteilung Verkehr: «Beim Parking-App-Projekt handelt es sich nicht um ein Sparprojekt, sondern um eine zusätzliche (zeitgemässe) Dienstleistung für die Kundschaft als Ergänzung zur Barbezahlung.»

Wie steht es mit dem Datenschutz?

Alle Anbieter betonen, dass sie dem Datenschutz Überwachung Sie werden gerade gefilmt Sorge tragen. Für die Stadt Zürich ist zum Beispiel vertraglich festgehalten, dass die Daten, die für den Parkvorgang gesammelt werden, nicht weiterverkauft werden. Der städtische Datenschützer hat die Angebote geprüft.

Mehr zu Parkregeln bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Glücklich ist, wer einen Parkplatz findet. Unglücklich, wer dafür später einen Strafzettel kassiert. Guider zeigt seinen Mitgliedern nicht nur, wie sich das verhindern lässt, sondern auch was man als Privatperson am besten tut, wenn jemand auf dem Grundstück widerrechtlich ein Auto abstellt.

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