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MönchsgrasmückeVogelfutter kurbelt Evolution an

Evolution: Die Mönchsgrasmücke teilt sich derzeit in zwei Typen auf – weil die Briten gerne Vögel füttern.

Männliche Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla)

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Weil die Briten besonders gerne Vögel füttern, kann derzeit am Beispiel der Mönchsgrasmücke ein Stück Evolution live mit­erlebt werden. Die in Europa heimische Vogelart hat sich in kür­zester Zeit in zwei genetisch unterscheidbare Populationen aufgeteilt. Der erste Schritt bei der Bildung ­einer neuen Art.

Begonnen hat die Geschichte in den 1960er Jahren, als einige süd­deutsche Mönchsgrasmücken Grossbritannien als neues Winterquartier entdeckten. Gegenüber dem traditionellen Über­winterungsgebiet Spanien haben die Britischen Inseln zwei Vorteile: Der Weg ist kürzer, und in praktisch jedem Garten steht ein Vogelhäuschen. Das hatte zur Folge, dass die Mönchsgrasmücken, die in Grossbritannien überwinterten, im Frühjahr früher und wohlgenährter im süddeutschen Brutgebiet ankamen und somit ­einen evolutiven Vorteil hatten. Bald flogen immer mehr Vögel westwärts statt in den Süden.

Heute zeigen die beiden Gruppen bereits unterschiedliche Flügelformen, Schnäbel und Gefiederfärbungen. Auch genetisch ist der Unterschied feststellbar. Das zeigt eine neue Studie der Universität Freiburg im Breisgau.

Möglich war diese rasche Evolution nur, weil sich die Vögel der beiden Gruppen nicht miteinander paaren. Der Grund: Die Vögel aus Spanien kommen zwei Wochen später im deutschen Brutgebiet an – zu diesem Zeitpunkt haben die «engli­schen» Vögel längst ihre Partner gewählt.

Veröffentlicht am 05. Februar 2010