Bislang war die Strasse ihre Bühne, das Kollektiv ihr Megafon – je mehr, je lauter, desto besser. Doch jetzt muss die Klimastreik-Bewegung die globale Erwärmung vom Küchentisch aus stoppen. Die Pandemie hat den Streikenden einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die grosse Demo «Strike for Future» vom 15. Mai – abgesagt.

Nun heisst es, erfinderisch zu sein und die Zeit anders zu nutzen. Weiterbildung hat Hochkonjunktur. Die einen lernen im Onlinekurs, wie man geschickt mit Klimaskeptikern diskutiert, andere hören Online-Vorlesungen an, die Klimaforscher während des Lockdowns anbieten.

Eine Arbeitsgruppe verfasst einen Aktionsplan mit konkreten Vorschlägen, wie etwa der Ernährungs- oder der Gebäudesektor auf Klimakurs gebracht werden soll. «Ich möchte jetzt griffige Rahmenbedingungen schaffen», sagt die 51-jährige Christina Marchand vom Verein Fossil Free, die als Expertin am Aktionsplan mitarbeitet, «damit es in Zukunft wegen der Klimaerhitzung nicht zu noch schlimmeren Krisen kommt.»

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Die Frage, warum die Politik die Pandemie als Krise anerkenne, nicht aber den Klimawandel, beantwortet Marchand mit einer ketzerischen These: Die Leute in Entscheidungspositionen seien meist über sechzig und gehörten damit zur Covid-19-Risikogruppe. «Die Bedrohung wirkt auf sie, vielleicht unbewusst, besonders stark. Beim Klimawandel werden Jüngere und Kinder die Hauptleidtragenden sein. Die können ihre Betroffenheit nicht zum Notfall erklären.»

Grosser Lärm aus dem Fenster

Den Jüngeren bleibt nichts anderes übrig, als den gesellschaftlichen Wandel von unten anzutreiben. Zum Beispiel mit einem schweizweiten Aktionstag, der am 15. Mai anstelle der Grossdemo stattfinden wird. Um 11.59 Uhr sollen die «Klimamüden» mit viel Lärm aus offenen Fenstern aufgeweckt werden. «Wir wollen zeigen, dass die Klimakrise immer noch präsent und immer noch eine riesige Gefahr für uns alle ist», sagt die 17-jährige Bernerin Maria Weidtmann. Sie hat mit anderen Aktivisten das Konzept für die «Challenge for Future» aus dem Boden gestampft.

Mit dem Aktionstag will die Bewegung allen die Möglichkeit geben, von zu Hause aus aktiv zu werden. Es gibt konkrete Aufgaben zu meistern. So muss man sich etwa überlegen, ob man zu einer klimafreundlichen Bank wechseln möchte. Oder sich Gedanken machen, was man aus der Pandemie lernen kann – und dazu ein Bild, eine Vision malen.

Dass es heikel ist, die Corona- und die Klima-Krise im selben Atemzug zu nennen, ist Maria Weidtmann bewusst. Bald heisse es, die Klimajugend sei zynisch, wolle die aktuelle Situation für ihre Ziele nutzen. «Doch das stimmt nicht. Alle in der Bewegung finden die Corona-Krise extrem schlimm. Das hätten wir uns nie gewünscht. Nicht einmal, um den Klimawandel zu stoppen.»

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46 bis 58% weniger Stickoxide in der Luft gab es beim Lockdown in der Schweiz.

Demonstrationen gegen die Klimakrise

Demonstrationen zur Klimakrise: wegen Abstandsvorschriften in neuer Form, unten am 24. April vor dem Bundestag in Berlin.

Quelle: Hermann Bredehorst/Polaris/laif und Dukas/SIPA

Tatsächlich wirkt sich der Lockdown Lockdown «Das grösste Risiko ist eine hohe Arbeitslosigkeit» – zumindest kurzfristig – positiv auf die Umwelt aus: Autos bleiben stehen, Flugzeuge am Boden, in China oder auch Italien wurde die Produktion stark zurückgefahren. Die Internationale Energieagentur rechnet mit einem beispiellosen Einbruch der weltweiten Rohöl Erdölpreis im Tief Warum der Benzinpreis im Verhältnis nur wenig sinkt -Nachfrage: um fast einen Drittel. Damit würde der Erdölverbrauch im April auf das Niveau von 1995 zurückfallen. Auch der Stromkonsum nahm in den letzten Wochen ab, in der Deutschschweiz um rund 10 Prozent, in Tessin und Westschweiz um etwa 20.

Wissenschaftler schätzen, dass die Corona-Krise zum bisher grössten Rückgang der jährlichen CO2-Emissionen führt, umfangreicher als jede Wirtschaftskrise oder Kriegsperiode zuvor. Doch selbst dieser Rückgang, der rund 5 Prozent der Emissionen des Jahres 2019 entspricht, würde die angestrebte globale Temperaturerhöhung um höchstens 1,5 Grad noch nicht in Reichweite bringen. Dazu müssten die globalen Emissionen in diesem Jahrzehnt jedes Jahr um mehr als 7 Prozent sinken. Der Lockdown wird für das Klima eine Verschnaufpause sein, mehr nicht.

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Trotzdem wird die Klimapolitik nach der Pandemie nicht mehr die gleiche sein wie zuvor. Die Krise zeigt, wie rasch und kraftvoll die Gesellschaft reagieren kann. Die Politik erarbeitet im Eiltempo Lösungen für komplexe Probleme und spricht Milliarden, um sie umzusetzen. Der Grossteil der Bevölkerung akzeptiert restriktive Massnahmen, weil man die Notwendigkeit einsieht. Die Corona-Krise zeigt, dass Veränderung sehr wohl und recht schnell möglich ist. Und dass wir gemeinsam Probleme lösen können.

Infografik

Infografik: Rückgang des globalen CO2-Ausstosses während dem Coronavirus
Quelle: Carbon Brief – Infografik: Beobachter/Andrea Klaiber

Die Wissenschaft zählt wieder

Von dieser Krise hat die Wissenschaft profitiert. Es zeigt sich, wie stark die Gesellschaft von ihrer Expertise abhängig ist. Der Epidemiologe Marcel Salathé ist Dauergast im Schweizer Fernsehen und vermittelt etwas Sicherheit in ungewissen Zeiten. Der Bundesrat begründet seine Entscheidungen gern mit wissenschaftlichen Szenarien.

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«Wir haben bei der Corona-Krise einen Verzögerungseffekt, durch Inkubationszeiten und weil manche Infizierte keine Symptome zeigen – ähnlich wie beim Klima, wo möglicherweise bereits unumkehrbare Prozesse im Gang sind, ohne dass das direkt sichtbar ist», sagte Hans Joachim Schellnhuber, Gründer des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. «Die Lehre daraus: Richtiges Timing ist alles. Man muss handeln, bevor die Sache eskaliert und man ihr nicht mehr gewachsen ist.» Auch für die Bewältigung der Klimakrise Nach neuem Weltklimabericht «Wir müssen alles tun, was wir tun können» müssten wir vorausschauend handeln.

Der Schweizer Klimaforscher Reto Knutti fordert deshalb, dass wissenschaftliche Erkenntnisse viel schneller in die Politik einfliessen (siehe Interview). Umso mehr, weil der Klimawandel und seine Folgen gut erforscht sind – im Gegensatz zum Coronavirus.

«Ein intensiverer Austausch zwischen Politik und Wissenschaftlern ist dringend nötig, wenn wir etwas erreichen wollen. Ich denke dabei nicht nur an Klimaforscher, sondern auch an Ökonomen, Technologen und Sozialwissenschaftler.»

Reto Knutti, Professor für Klimaphysik an der ETH Zürich

Von links bis rechts bestreitet niemand, dass die Bekämpfung der Pandemie derzeit oberste Priorität hat. Doch es melden sich vermehrt Stimmen, die die Krise zum Ausgangspunkt von tiefgreifenden Reformen machen wollen. Die riesigen Summen, die weltweit für Konjunkturprogramme bereitgestellt werden, seien eine historische Chance, den Klimawandel zu begrenzen und die Welt sicherer und widerstandsfähiger zu machen.

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Dabei sollten nicht die gleichen Fehler gemacht werden wie nach der Finanzkrise von 2008 Anlegerschutz Als hätte es nie eine Finanzkrise gegeben , warnt Fatih Birol, Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur der OECD. Damals führten die Konjunkturpakete zum grössten Anstieg der Kohlendioxidemissionen seit 50 Jahren. «Wenn das Geld am falschen Ort eingesetzt wird, werden wir uns in einem schmutzigen Energiesystem einsperren, und es wird viel schwieriger werden, die Klimaziele zu erreichen», so Birol im britischen «Guardian».

Klimasünder staatlich fördern?

In der Schweiz ist die Debatte, wie viele Milliarden der Staat in eine Wirtschaft von gestern pumpen soll, am Rettungspaket für die Luftfahrt voll entbrannt. Mit der Online-Petition «Keep it grounded» will die Klimastreikbewegung die Rettung der Swiss mit Steuergeldern verhindern. Die Grünen wollen die Staatshilfe Wirtschaftliche Folgen «Wir könnten den Lockdown relativ gut überstehen, wenn ...» an Klimaziele knüpfen.

Ein neues Mobilitätskonzept fordern die Grünliberalen. Die Swiss solle eigene Nachtzüge Verkehr Der Nachtzug braucht Anschub anbieten, wie das die Konzernmutter Lufthansa in den Achtzigerjahren als Ersatz für Kurzstreckenflüge getan hatte. Aber der Bundesrat ging auf diese Forderungen bislang nicht ein. Swiss und Edelweiss sowie flugnahe Betriebe sollen mit einer Staatsgarantie von rund 1,9 Milliarden Franken wieder abheben. Im Moment hat Klimaschutz nicht erste Priorität. Die Swiss verschiebt jedenfalls schon mal die Beschaffung von neuen Flugzeugen, die 15 Prozent weniger CO2 ausstossen als ihre Vorgänger.

«Es wäre ein Gebot der Stunde, den Flugverkehr nur noch auf einen klimaverträglichen Bruchteil des bisherigen Volumens hinaufzufahren», sagt Beat Ringger vom linken Thinktank Denknetz, Autor des Buchs «Das System Change Klimaprogramm». Er ist schockiert über das Vorgehen des Bundesrats. Die Pandemie werde nicht so schnell vorüber sein, das Reisen noch mehrere Jahre eingeschränkt bleiben.

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Ringger befürwortet einen sozialverträglichen Abbau in der Luftfahrt. Das Flugpersonal soll die Möglichkeit erhalten, sich in Berufe umschulen zu lassen, die von hohem gesellschaftlichem Nutzen sind, etwa in die Pflege, Kinderbetreuung oder ökologische Gebäudesanierung. «In diesen Bereichen werden wir künftig viele Leute brauchen.» Finanzieren liessen sich solche Umschulungen zum Beispiel über eine wirksame Flugticketabgabe .

51 Flugzeuge starteten oder landeten am 26. April 2020 am Flughafen Zürich. Am gleichen Tag im Vorjahr waren es 779 gewesen.

Besucherrückgang am Flughafen Zürich während der Corona-Krise
Quelle: KEYSTONE/Ennio Leanza

Ohnehin helfen Hilfspakete als Sofortmassnahmen nur bedingt. Der Bund rechnet für das laufende Jahr mit einem Schrumpfen des Bruttoinlandprodukts um 6,7 Prozent.

Die Grünen haben deshalb in den vergangenen Wochen ein Corona-Impulsprogramm ausgearbeitet. Statt wie sonst üblich in Baubranche und Strassenbau zu investieren, soll mit mehreren Milliarden Franken die Energiewende vorangebracht werden. «In den kommenden Jahren stehen ohnehin grosse Investitionen in den Klimaumbau an», sagt die federführende grüne Nationalrätin Franziska Ryser. «Es bietet sich an, bereits geplante Investitionen vorzuziehen und nun in Solarenergie, Gebäudesanierungen zu investieren – oder in den öffentlichen Verkehr, etwa den Ausbau bei den Nachtzügen.» Auch die Digitalisierung der Arbeitswelt, von Schulen und Unis möchte Ryser vorantreiben, und so das Verkehrsaufkommen reduzieren Verstopfte Strassen und überfüllte Züge Der Verkehrskollaps droht .

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Der grüne Deal

Finanziert werden soll der Schweizer Green Deal mit einem «Zukunftsfonds», in den auch Reserven der Nationalbank einfliessen. Die Umweltorganisation Greenpeace verleiht dem Anliegen mit einer Petition Nachdruck: In kurzer Zeit haben mehr als 20'000 Personen unterschrieben. Die langfristigen Massnahmen zur Stützung der Wirtschaft sollen genutzt werden, um die Wirtschaft klimafreundlicher und krisenresistenter auszurichten.

Ryser will kämpfen – eine Initiative für einen Schweizer Green Deal wird geprüft –, und sie ist mit Blick auf Deutschland optimistisch. Dort hat sich eine breite Allianz formiert, die auf Einhaltung des Green Deals pocht, den die EU Ende 2019 vorgestellt hat, um die ökologische Wende der Industriegesellschaft einzuleiten. Nach Ausbruch der Pandemie waren Forderungen laut geworden, den Green Deal zu verschieben. Doch die EU-Kommission hat dem Druck bislang widerstanden. Jegliche Konjunkturmassnahmen der EU müssten an den Green Deal gekoppelt werden. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sieht im Green Deal sogar einen «Kompass aus der Corona-Krise».

«Wir dürfen nicht am Klimaschutz sparen», sagt auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Uno-Generalsekretär António Guterres stimmt zu: «Auch wenn es gerade dunkel ist – wir müssen die Krise als eine Chance sehen, eine neue, gesündere und resilientere Welt aufzubauen.»

Aus der Wirtschaft kommen dazu widersprüchliche Signale. Die EU-Autolobby fordert eine Lockerung der CO2-Grenzwerte, ebenso der Schweizer Branchenverband der Automobilimporteure Umweltschutz unter Druck Die Stunde der Lobbyisten . Die drei grossen deutschen Hersteller Volkswagen, Daimler und BMW wollen dagegen an den kürzlich beschlossenen Emissionsgrenzen festhalten. Renault, Volvo und weitere internationale Konzerne wie H&M und Coca-Cola fordern in einer gemeinsamen Initiative nun gar den grünen Umbau der Wirtschaft. Denn so liessen sich rasch neue Jobs schaffen und die Wirtschaft wiederaufbauen.

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80% weniger Fahrzeuge als im Vorjahr fuhren im April durch den Gotthardtunnel.

Stau vor dem Gotthard
Quelle: Keystone/Anthony Anex und Keystone/Urs Flueeler

Dass Unternehmen Eigeninitiative zeigen, gefällt auch Economiesuisse-Geschäftsleiterin Monika Rühl. Gerade wenn es um Klimaschutz gehe. «Sie kennen ihr Geschäftsumfeld am besten und können so auch am besten Investitionsentscheide treffen.» Staatlichen Interventionen steht sie skeptisch gegenüber. «Sie haben immer die Tendenz, ungenau zu sein oder unerwünschte Nebeneffekte zu erzielen.» Ein Impulsprogramm für die darbende Tourismusbranche – sie fordert 40 Millionen Franken vom Bund – möchte sie auf die Deckung der Schäden beschränken, die das Virus verursacht. Das Verknüpfen mit anderen Zielen, etwa mit mehr Nachhaltigkeit, lehnt sie ab. «Wichtig ist jetzt, dass die Gäste wiederkommen und die Branche dann wieder investieren kann – auch in die Nachhaltigkeit

Nicht ohne den Staat

Marcel Hänggi reicht das nicht. Der Initiant der Gletscherinitiative will den Ausstoss von Treibhausgasen in der Schweiz bis 2050 auf netto null Nach neuem Weltklimabericht «Wir müssen alles tun, was wir tun können» senken. Das gehe nur mit staatlichen Eingriffen. Die sollten nun aber nicht «übers Knie gebrochen» werden, denn die Bevölkerung müsse den Wandel mittragen.

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«Es gibt keine Alternative», sagt Hänggi. «Wir müssen weg von den fossilen Energieträgern, wenn wir die Klimaziele erreichen wollen. Das bedeutet: ab sofort keine neuen Ölheizungen, Flughäfen und Autobahnen mehr. Mittelfristig müssen auch fossile Energien selber verboten werden.» Später müsse man alle Strukturen – Mobilität, Produktion, Konsum, Siedlungsformen – verändern, die mit dieser Energieform im letzten Jahrhundert gewachsen sind.

«Für den Klimaschutz braucht es keinen Lockdown, sondern eine Transformation der Gesellschaft», sagt Hänggi. Dafür werde viel gesellschaftspolitische Fantasie nötig sein. Dass sie sich freisetzen lasse, erlebe man gerade: Die Bevölkerung sei durchaus erfinderisch, wenn Dinge nicht mehr auf gewohnte Weise getan werden können. Hänggi glaubt, die Transformation werde sich zum allergrössten Teil positiv auf die Lebensqualität auswirken. Weil sie Machtstrukturen dauerhaft verändern würde, müsse man aber mehr Widerstände überwinden als bei einem Lockdown. «Die Mächtigen verteidigen ihre Macht mit Klauen und Zähnen.»

Millionen von Leben retten

Autor Beat Ringger ist zuversichtlich, dass es gelingt, die Weichen neu zu stellen. Viele hätten jetzt erstmals realisiert, wie brüchig und verletzlich unser Lebensmodell ist. «Die Krise hat neue Werte hervorgebracht. Uns ist bewusst geworden, wie wichtig es für eine Gesellschaft ist, dass wir uns umeinander kümmern, zueinander Sorge tragen.» Man anerkenne auf einmal, dass das Pflegepersonal systemrelevant sei. Das lasse sich weiterdenken: «Auch der Klimaschutz wird einen neuen Stellenwert bekommen. Denn auch da geht es letztlich um nichts anderes als um die Rettung von Millionen von Menschenleben.»

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Ringger sieht im Lockdown einen grossen Akt der Solidarität. Es sei richtig, dass man jetzt solidarisch sei mit jenen, die besonders von Covid-19 betroffen sind, Betagten und Menschen mit Vorerkrankungen. Doch die Solidarität müsse in beide Richtungen gehen. «Die Älteren sollten sich nun auch mit den Jüngeren solidarisch zeigen und sich dem Klimaschutz verpflichten.»

Denn die jüngeren Generationen werden die Folgen der Klimaerhitzung viel stärker zu spüren bekommen. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass zwischen 2030 und 2050 rund 250'000 Menschen an den Folgen des Klimawandels sterben werden. Pro Jahr. Entwicklungsländer werden die meisten Todesopfer beklagen, doch unter den zunehmenden Hitzesommern etwa werden auch wir leiden. Bereits das Rekordhitzejahr 2003 forderte in der Schweiz 975 zusätzliche Todesfälle.

«Todesopfer, Menschen, die ihre Arbeit verlieren, Ungewissheit. Wir erleben gerade, was eine Krise ist», sagt Klimaaktivistin Maria Weidtmann. «Wir realisieren erst jetzt, was das heisst. Das alles zeigt, dass wir jede Krise wie eine Krise behandeln sollten – auch die Klimakrise.» Aber nun hat sie genug geredet, die Schülerin muss auflegen. Sie will noch Einkäufe für eine ältere Nachbarin Solidarität in der Corona-Krise Rechtliche Fragen zur Nachbarschaftshilfe machen.

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Julia Hofer, Redaktorin

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