In den letzten zehn Jahren ist der ­Wasserverbrauch in der Schweiz kontinuierlich zurückgegangen. Gründe dafür sind wassersparende Toiletten, ­Apparate und Armaturen, verdichtetes Bauen (weniger Gärten), die Verlagerung der Autowäsche in die Waschstrasse und die Tatsache, dass weniger gekocht wird. Aber auch Veränderungen in der Industrie und im Gewerbe haben ihren Teil ­dazu beigetragen: In der Schweiz gibt es ­immer weniger produzierende Industrie, so wurde etwa die wasserintensive Textilproduktion ins Ausland verlagert.

Pro Kopf und Tag verbrauchen Menschen in der Schweiz nur noch durchschnittlich 162 Liter Wasser in Trink­wasserqualität. Doch die Zahl trügt: Auch die Produktion von Nahrungsmitteln und anderen Konsumgütern verbraucht viel Wasser. Die Wissenschaftler sprechen von verstecktem oder virtuellem Wasserverbrauch. Gemäss der Entwicklungs­organisation Helvetas konsumiert jede Person in der Schweiz allein mit der Nahrung 4200 Liter verstecktes Wasser pro Tag – rund die Hälfte ist auf den Fleischkonsum zurückzuführen, da der Anbau von Futtermitteln sehr wasserintensiv ist.

Beim Einkaufen Verantwortung zeigen

Mit unseren Konsumentscheidungen können wir Wasser sparen. Eine sinnvolle Sache, gerade wenn es sich um Lebensmittel oder Produkte handelt, die in ­Gegenden hergestellt werden, in denen das Wasser knapper ist als in der Schweiz. Dort hat die wasserintensive Produktion gravierende Folgen: Flusstäler trocknen aus, und Grundwasser­vorräte schrumpfen. Im Haushalt lohnt sich vor allem das Sparen von Warmwasser, weil dieses ein Energiefresser ist: In einem modernen Haus wird mehr Energie für die Erwärmung von Wasser verwendet als für die Raumheizung. Das Sparen von kaltem Wasser wirkt sich hingegen nur minimal auf die persönliche Umweltbilanz aus.

Quelle: Infografik: Beobachter / Andrea Klaiber
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