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SchädlingeSo bekämpfen Sie Bettwanzen und Co.

Bettwanzen sind kaum zu sehen. Bemerkbar machen sie sich erst, wenn es zu jucken beginnt.

Kleidermotten, Schaben oder Bettwanzen können erhebliche Schäden verursachen oder gar krank machen. So lassen sie sich effizient und ökologisch bekämpfen.

Von aktualisiert am 09. August 2017

Viele Tiere, mit denen wir unsere Wohnung oder unser Haus teilen, sind keine Schädlinge. Spinnen, Silberfischchen, Spinnenläufer und Ohrwürmer etwa verursachen weder grössere Schäden, noch sind sie gefährlich. Man darf sie getrost leben lassen. Fangen Sie die Tierchen sorgfältig ein und bringen Sie sie nach draussen.

Auch wenn kleine weisse Raupen im Küchenschrank ihr Unwesen treiben oder flinke Schaben durch die Wohnung flitzen, braucht man nicht gleich zur Chemiekeule zu greifen. Meist gibt es effizientere und weniger schädliche Methoden, um den ungebetenen Gästen den Garaus zu machen.

Bettwanzen

Diese Insekten haben sich in den vergangenen Jahren neben anderen Ländern auch in der Schweiz stark ausgebreitet. Versteckt halten sich Bettwanzen tagsüber gerne an Matratzen auf, am Bettgestell oder in kleinen Ritzen und machen sich nachts blutsaugend über die Schlafenden her. Ihr Biss bleibt meist unbemerkt. Erst einige Tage später können juckende Pusteln auftreten, welche die meisten für Mückenstiche halten. In der Regel sind Wanzenbisse jedoch ungefährlich und übertragen keine Krankheiten.

Vorbeugende Massnahmen: Oftmals werden Bettwanzen aus den Sommerferien nach Hause geschleppt. Damit sich die kleinen Tierchen nicht noch weiter bei Ihnen verbreiten, sollten Sie den Koffer am besten im Freien auspacken. Die Kleider können anschliessend bei 60 Grad gewaschen werden, oder bei empfindlichen Textilien bei zwei Waschgängen à 40 Grad. Es reicht, wenn Sie den leeren Koffer mit einem handelsüblichen Insektizid-Spray besprühen und danach zum Auslüften auf den Balkon oder in den Keller stellen.

Bekämpfung: Ansonsten gehört die Beseitigung von Bettwanzen auf jeden Fall in fachkundige Hände. Sie sollte erst dann erfolgen, wenn ein eindeutiger Befall zum Beispiel durch Kotspuren am Bettgestell oder durch plötzlich auftretende Juckbeschwerden nachgewiesen ist. Betrauen Sie eine erfahrene Firma mit eidgenössischer Fachbewilligung mit der Lösung des Problems.

Vorratsschädlinge

Insekten wie Mehlmotten oder diverse Käfer haben es auf unsere Lebensmittel abgesehen. Häufig werden sie mit bereits befallenen Verpackungen in den Haushalt eingeschleppt. Besonders gerne laben sich die Tierchen an Mehl, Getreideflocken und Teigwaren, aber auch an Backzutaten wie gemahlenen Nüssen oder Rosinen. An Dörrobst, Datteln oder Feigen vermehren sich zudem Milben, die von blossem Auge nicht sichtbar sind. Neben den Frassschäden verursachen solche Vorratsschädlinge auch Verschmutzungen: Tote Tiere, Häutungsreste, Kot, Urin oder Spinnfäden machen die Nahrungsmittel ungeniessbar.

Vorbeugende Massnahmen: Halten Sie die Vorratsschränke sauber und verbrauchen Sie die Lebensmittel rasch. Lagern Sie Esswaren kühl und trocken. Abfälle und Speisereste immer rasch entsorgen. 

Bekämpfung: Reinigen Sie den Vorratsschrank gründlich bis in alle Ritzen. Befallene Lebensmittel (und nur die) müssen beseitigt werden. Danach den Abfallsack aus der Küche entfernen und alle Esswaren in dicht schliessenden Behältern aufbewahren. Insektenlarven können auch durch kleinste Spalten kriechen und sich durch Plastiksäcke und Kartons nagen. Auf chemische Bekämpfungsmittel sollte man verzichten. Zur Bekämpfung von Ameisen gibt es spezielle Köder, die man auf den Ameisenstrassen platziert.

Kleidermotte

Die Raupe der Kleidermotte, einer Schmetterlingsart, ernährt sich vor allem von Wolle und Fell; sie nistet sich in kleinen Kokons in den Textilien ein. Befallene Kleider, Teppiche und Pelze werden dabei zerstört.

Vorbeugende Massnahmen: Duftsäckchen mit Lavendel, Kampfer oder Zedernholz in den Kleiderschrank hängen, eingelagerte Wollteppiche und Pelze regelmässig auf Befall kontrollieren und ausklopfen.

Bekämpfung: Kleiderschrank sorgfältig bis in die Ritzen reinigen. Alle Kleider auf Befall untersuchen, befallene Stücke so heiss wie möglich waschen oder eine Woche lang in die Tiefkühltruhe legen. Kleider aus Wolle zusammen mit Mottenpapier gut einpacken, damit die Wirkstoffe sich nicht verflüchtigen. Häufig kontrollieren und ausklopfen. Achtung: Lockstofffallen bekämpfen den Befall nicht vollständig, da sie nur die Männchen anlocken.

Küchenschaben

Im Gegensatz zur harmlosen Waldschabe, die sich zuweilen in Häuser verirrt, können die etwa 11 bis 14 Millimeter langen Küchenschaben (Deutsche Schaben, Kakerlaken) nicht fliegen. Da sie lichtscheu sind, sind sie meist nachts unterwegs. Sie ernähren sich von Abfällen, Früchten oder faulenden Materialien.

Vorbeugende Massnahmen: Wohnung und Küchenschränke sauber halten, keine Essensreste offen herumstehen lassen.

Bekämpfung: Die Bekämpfung ist schwierig, weil die Nester in der Regel nicht zugänglich sind und weil oft das ganze Haus befallen ist. Abfälle laufend entsorgen, eventuell Köderdosen mit Lockstoffen aufstellen und mindestens drei Monate lang stehen lassen. Insektensprays sind wirkungslos. Bei starkem Befall den Hauseigentümer informieren; dieser sollte eine professionelle Firma aufbieten. Die Waldschabe muss man nicht bekämpfen, da sich diese Art im Haus nicht vermehrt.

Silberfischchen

Silberfischchen sind absolut harmlos. Sie bevorzugen feuchte und warme Lebensräume wie das Badezimmer und gehen nachts auf Nahrungssuche. Ihre natürlichen Feinde sind vor allem Spinnen.

Vorbeugende Massnahmen/Bekämpfung: Ritzen und Spalten verschliessen, Räume trocken halten und allfällige Feuchtstellen beseitigen. Mehrmals pro Tag lüften, um die Luftfeuchtigkeit zu senken. Böden nicht allzu oft feucht aufwischen. In den dunklen Ecken hinter den Möbeln regelmässig staubsaugen. Leere Vogelnester am Haus entfernen. Setzen Sie keine Insektensprays ein, da sie nur einzelne Tiere vernichten.

Flöhe

In der Schweiz kommen mehrere Dutzend Floharten vor. Besonders zahlreich vertreten ist der Katzenfloh, der nicht nur Katzen, sondern auch Hunde und Menschen befallen kann.

Vorbeugende Massnahme: Flohhalsband für Katzen und Hunde

Bekämpfung: Eine Flohplage loszuwerden kann mehrere Monate dauern. Denn die Larven und Puppen der Flöhe halten sich auf dem Boden auf und können dort bis zu einem Jahr lang überleben, bevor die erwachsenen Flöhe schlüpfen.

Lassen Sie befallene Haustiere durch den Tierarzt behandeln. Reinigen Sie die Wohnung und den Boden sowie Schlafplätze der Haustiere regelmässig mit dem Staubsauger. Anti-Floh-Sprays höchstens einmal einsetzen − die Dämpfe sind giftig!

Weitere Informationen

Zahlreiche Merkblätter finden Sie bei der Beratungsstelle Schädlingsprävention der Stadt Zürich.