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Schwierige ChefsSo bekommen Sie Ihren Boss in den Griff

Bei einem Kontrollfreak als Chef ist die Versuchung gross, dass Arbeitnehmer falsch reagieren.

Wenn Ihnen der Chef das Leben schwermacht, hilft nur noch eins: Werden Sie aktiv!

von aktualisiert am 29. März 2018

Nicht jeder Vorgesetzter ist vom Charakter her gleich (anstrengend) und je nach Konfliktsituation kann es erforderlich sein, dass man unterschiedlich reagiert, um Spannungen im Betrieb abzubauen. Die nachfolgenden Chef-Typen erklären, wie ihr Boss tickt, was Arbeitnehmer daraus für sich schlussfolgern und wie das Problem gelöst werden kann.

Karrierist ohne Skrupel

  • Ihr Chef sucht schnellen Erfolg ohne Rücksicht auf Verluste. Er will die Abteilung reorganisieren – sprich: Leute entlassen.
     
  • Sie erreichen seine Zielvorgaben nur mit Überstunden. ­
     
  • Machen Sie den Lage-Check: Hat Ihr Chef den Ruf eines ­Karrieristen?
     
  • Wenn Sie wissen, was er will, bestimmen Sie ­Ihre Strategie. Falls Sie selber Karriere machen möchten, punkten Sie, wenn Sie ihn unterstützen.
     
  • Falls die Situation für Sie aber nicht mehr stimmt, haben Sie zwei Optionen: Sie orientieren sich am Punkt «Arbeit bis zum Gehtnichtmehr» (siehe weiter unten im Artikel) oder Sie ­kündigen selber.
     
  • Sichern Sie sich zuvor ein gutes Arbeitzeugnis. Ein Anwalt kann helfen, das Beste herauszuholen.

Anfeindungen von oben

  • Bewahren Sie erst mal einen kühlen Kopf. Feindet der Chef Sie wirklich an, oder kommt Ihnen das nur so vor? Vielleicht haben Sie etwas falsch interpretiert. Fragen Sie Ihre Kollegen, wie sie die ­Situation sehen.
     
  • Falls Sie zum Schluss kommen, dass der Chef ­Ihnen tatsächlich übelwill, werden Sie aktiv. Passivität und Grübeln bringen nichts ausser Stress.
     
  • Suchen Sie das Gespräch mit dem Chef und sagen Sie, wie wichtig Ihnen eine gute Zusammenarbeit ist.
     
  • Beschreiben Sie entspannt, wie Sie die Situation erleben.
     
  • Reden Sie auch über Ihren Anteil am Problem und fragen Sie den Chef nach den Erwartungen, die er an Sie hat.

Facebook-Live: Arbeitsrecht - Diskriminierung

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Was Arbeitnehmer gegen Diskriminierung in der Firma tun können?

Plötzlich Sündenbock

  • Bei Konflikten ist es enorm wichtig, lösungsorientiert vorzugehen. Doch in manchen Betrieben sucht man bei Problemen nach ­Sündenböcken statt nach Lösungen.
     
  • Werden Sie aktiv, wenn Ihnen die Chefin bei Schwierigkeiten den Schwarzen Peter zuschiebt. ­
     
  • Präsentieren Sie ihr eine Lösung, bei der Sie verschiedene ­Faktoren ­berücksichtigen. Damit zeigen Sie ihr elegant, dass nicht einfach eine Person – zum Beispiel Sie – schuld ist.
     
  • Falls Sie das Problem selbst lösen können – nur zu, aber binden Sie die Chefin ein. Wenn Ihre Lösung erfolgreich ist, dürfte sie Sie in einem ­besseren Licht sehen, was auch Ihre Arbeitsbeziehung verbessert.

Ein Kontrollfreak hat das Sagen

  • Sie tun Ihren Job, doch der Chef mäkelt ständig an Ihnen rum oder weist Sie zurecht.
     
  • Das nervt – die Versuchung ist gross, falsch zu reagieren.
     
  • Etwa indem Sie Dienst nach Vorschrift machen, seine Anweisungen ignorieren oder ihm die Meinung geigen. Das nützt gar nichts.
     
  • Besser: Fragen Sie sich, was ihm wichtig ist, und ­orientieren Sie sich bei der Arbeit daran.
     
  • Informieren Sie ihn frühzeitig und regelmässig über das, was Sie tun und wie Sie es tun.
     
  • Nehmen Sie einige seiner Ideen auf. So wird es auch zu seiner ­Sache – und sich selber wird er nicht korrigieren.
     
  • Nach einer Weile dürfte er Vertrauen fassen und Ihnen mehr Freiraum gewähren.

Arbeit bis zum Gehtnichtmehr

  • Wenn der Chef Sie mit Arbeit zuschüttet, hat nur ein Mensch ein Interesse daran, die Situation zu ändern: Sie. Also tun Sie etwas.
     
  • Als Erstes analysieren Sie die Situation: 
    Werden Sie ausgenutzt? Arbeiten in Ihrem Betrieb zu wenig oder die falschen Leute? Sind die Prozesse schlecht? Und – Hand aufs Herz – könnten Sie effi­zienter arbeiten, etwa indem Sie weniger perfektionistisch sind? 
     
  • Als Zweites besprechen Sie Ihre Analyse mit dem Chef. Sagen Sie ihm, dass das alles im Moment ein bisschen viel ist, und fragen Sie ihn nach Prioritäten.
     
  • Aber: Stellen Sie nie die Arbeit über Ihre ­Gesundheit, selbst wenn Sie dann nicht alles erledigen können.

Wischiwaschi-Anweisungen

  • Ohne klare Vorgaben gute Arbeit leisten – geht nicht.
     
  • Auch hier gilt: aktiv werden.
     
  • Sagen Sie der Chefin, dass Sie Ihre Arbeit ­künftig anders angehen möchten, um Ihre Effizienz zu steigern.



Im ­Gespräch sollten folgende Fragen beantwortet werden: 

  1. Worum geht es konkret? Klären Sie den Kontext der Aufgabe und das ­Problem, das gelöst werden soll.
     
  2. Haben Sie genug Ressourcen und Kompetenzen?
     
  3. Auf welches Ziel sollen Sie Ihre Arbeit ­ausrichten?
     
  4. Was ist der Sinn der Aufgabe?
     
  5. Wer ist betroffen?
     
  6. Welche Regeln gelten? Müssen Anträge gestellt oder Details zum Budget dokumentiert werden?
     
  7. Wie sehen die Termine aus?

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  • Wechsel in Kaderfunktionen lösen Unsicherheit und Unruhe aus.
     


Hier Ihre Strategie: 

  1. Safety first. Mit dem Chef sind auch alle seine Versprechungen weg. Sichern Sie sich rechtzeitig ab, indem Sie ein Zwischenzeugnis verlangen sowie Absprachen und Verein­barungen gemeinsam schriftlich festhalten.
     
  2. Nehmen Sie Einfluss auf die Besetzung der Stelle. Vielleicht haben Sie selbst Ambitionen oder Sie wissen von einer fähigen Person in der Abteilung.
     
  3. Heissen Sie den neuen Chef willkommen und wünschen Sie ihm viel Erfolg. Schlagen Sie zudem Verbesserungen vor. Das gibt ihm die Möglichkeit, rasch gute Resultate zu erzielen.
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  • Claude Heini, Irmtraud Bräunlich Keller: Plötzlich Chef. Souverän in der neuen Führungsrolle. Beobachter-Buchverlag.
     
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  • Laurence J. Peter: Das Peter-Prinzip oder Die Hierarchie der Unfähigen. Rowohlt Taschenbuch Verlag.
     
  • Friedemann Schulz von Thun: Kommunikationspsychologie für Führungskräfte. Rowohlt.
     
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1 Kommentar

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Kevin Z.
Mir fehlt "der Chaot". Am ersten Tag wird besprochen, dass das Ergebnis (meist etwas physisches) so und so aussehen soll. Am zweiten Tag gibt's hier und da eine Änderung. Am dritten Tag - man ist fast fertig mit der Arbeit - kommt wieder eine grosse Änderung und man fängt wieder von vorne an. Am vierten Tag wirft der Chef nochmals alles über den Haufen, obwohl die Deadline naht oder schon gestern war. Am fünften Tag... (das ganze geht natürlich vergleichsweise auch mit weitaus grösseren Projekten über Wochen).