Markus P. ist zehn Tage vor Ablauf der Kündigungsfrist krank geworden. «Was geschieht nun?», will er vom Beobachter-Beratungszentrum wissen. «Bleibt es beim Austrittstermin oder muss ich ‹nachsitzen›?»

Ausschlaggebend ist, wer das Arbeitsverhältnis aufgelöst hat: Nur wenn es der Arbeitgeber war, schiebt die Erkrankung die Kündigungsfrist hinaus. Diese ver­längert sich dann um die Anzahl Krankheitstage, maximal aber um die vom Gesetz vorgesehene Kündigungssperrfrist Kündigungsschutz Das sind die Regeln bei Entlassung . Und weil ein Arbeitsverhältnis laut Gesetz nicht mitten im Monat enden darf, verlängert sich die Frist zusätzlich aufs nächstfolgende Monatsende. Dies gilt auch im Fall von Markus P., der nur drei Tage im Bett lag: Sein Arbeitsverhältnis endet einen ganzen Monat später. So stellt das Gesetz sicher, dass dem gekündigten Arbeitnehmer im Fall vorüber­gehender Arbeitsunfähigkeit genügend Zeit zur Stellensuche verbleibt.