Im Ressort Logistik der Helvetia-Patria-Versicherungen in Basel und St. Gallen herrsche ein «Kasernenhofton». Für das strenge Regime verantwortlich sei das Direktionsmitglied Urs Schaffhauser, heisst es unter den rund 40 Mitarbeitern. Aus Angst vor Sanktionen will niemand seinen Namen preisgeben.

Für Verunsicherung und gegenseitiges Misstrauen sorgt ein neuer Bewertungskatalog, der die Leistungen der Angestellten im Detail erfassen soll. Beispiel: Wer «nach maximal drei Mal Läuten» nicht ans Telefon geht, handelt sich Minuspunkte ein. Und wer die News auf dem Intranet nicht vor Arbeitsbeginn liest, startet mit einem Minus in den Tag. Besonders stört die Betroffenen, dass von 35 Kriterien bloss zwei mit Pluspunkten zu Buche schlagen. Dieses Missverhältnis sei «demotivierend».

Für Helvetia Patria wird durch das neue System «Qualität erstmals eine messbare Grösse». Aus arbeitspsychologischer Sicht sei es für Mitarbeiter einfacher, ein Ziel zu erreichen, wenn die Anforderungen klar umrissen seien. Dass bei gewissen Angestellten der Eindruck einer verstärkten Kontrolle entstehe, sei «bedauerlich».

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