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SchuleWas stört den Unterricht?

Rund um Edelweisshemd und Kopftuch: Mit welchen Herausforderungen Schweizer Lehrpersonen im Klassenzimmer konfrontiert sind.

Kleiderordnungen an Schulen werden mitunter von den Schülerinnen und Schülern mitbestimmt.
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Einheitlich in Edelweisshemden gekleidet erscheinen zehn Jugendliche in einer Sekundarschule im Kanton Zürich zum Unterricht – und werden so innert kurzer Zeit zum nationalen Gesprächsthema. Weil die Lehrerin das Outfit als «rassistisch» taxiert und einen Kleiderwechsel befiehlt. Prompt wird eine in regelmässigen Abständen auftauchende Diskussion wieder losgetreten: Welche Kleidung darf im Schulzimmer getragen werden? Und wer entscheidet das?

Fakt ist: Juristisch ist eine Kleiderordnung nicht durchzusetzen. Es gehört zur persönlichen Freiheit jeder Schülerin und jedes Schülers, sich zu kleiden wie man will. Ebenso wenig dürfen Make-up und Frisur vorgeschrieben werden. Denn grundsätzlich gilt im Schulzimmer:

«Erlaubt ist, was den Unterricht nicht stört.»

Aber was ist darunter zu verstehen? An welchen Kleidern stört man sich? «Dauerbrenner sind Dächlikappen oder Mützen, im Sommer zu knappe Kleidungsstücke, die Strings oder viel Bauch freilegen, oder auch Sportbekleidung während des normalen Unterrichts», sagt Jürg Brühlmann, Mitglied der Geschäftsleitung des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH). Die Jugendlichen würden mit viel «Fantasie für Originalität» immer wieder versuchen, durch bestimmte Kleidung Reaktionen anderer zu testen oder die Zugehörigkeit zu einer Gruppe zu demonstrieren. «Manchmal durchaus auch etwas provokativ. Erfahrene Lehrpersonen haben aber schon viele Trends erlebt und wieder vorbeiziehen sehen. Das wird so weitergehen», so Brühlmann. 

Schüler erarbeiten Dresscodes

Streng verboten sind an vielen Schulen rassistische Symbole und Bilder (z.B. auf T-Shirts). Häufig ist zudem ein Dresscode von der Schule beschlossen und wird im Ermessen der Lehrperson durchgesetzt. Etliche Schulen erarbeiten die Richtlinien zur Kleiderordnung mittlerweile im direkten Austausch mit Schülerinnen und Schülern. Denn auch diese sind bisweilen der Ansicht, dass manche Klassenkameraden kleidungstechnisch gerne mal übertreiben.

Heikler wird die Umsetzung eines solchen Dresscodes, wenn religiöse Aspekte ins Spiel kommen. So hat das Bundesgericht jüngst zugunsten eines bosnischen Mädchens entschieden, das den Schulunterricht im sanktgallischen St. Margrethen nur noch besuchen wollte, wenn es dabei sein Kopftuch tragen durfte. Das Gericht liess verlauten, dass Disziplin und Ordnung im Unterricht nicht gestört würden, wenn eine Schülerin ein Kopftuch trägt – und wies die Beschwerde der Schulgemeinde St. Margrethen ab.

Eine stete Herausforderung

Einig ist man sich in der Lehrerschaft, dass eine sichere und wohlwollende Schulatmosphäre nicht durch Verbote gefördert wird, sondern durch konstanten Austausch zu heiklen Themen. Auch allgemeingültige Richtlinien machen gemäss Brühlmann nicht immer Sinn: «Im einen Quartier dominieren teure Kleidung und Gadgets die Szene, im anderen wird Geldmangel mit Auffälligkeiten kompensiert.» Und auch das kann nach drei Jahren schon bereits wieder ganz anders aussehen – wenn die nächste Schülergeneration ihre neuen Trends lanciert hat.

Veröffentlicht am 21. Dezember 2015

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3 Kommentare

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Anima
Ich lebe im Ausland. Hier gibt es eine Art Schuluniform, die trotzdem noch Abwechslung zulaesst: Die Schueler sind verpflichtet, einfarbige T-Shirts (je nach Jahreszeit mit langen oder kurzen Aermeln) oder Pullis zu tragen, auf denen das Wappen der jeweiligen Schule aufgedruckt ist. Jedes Kleidergeschaeft fuehrt einfarbige Oberteile und die meisten haben auch die Wappen saemtlicher Schulen vorraetig, die sie ohne Aufpreis auf das gekaufte Kleidungsstueck drucken. "Untenrum" kann der Schueler praktisch tragen, was er will. Das finde ich eine elegante Loesung, zumal sie auch den Druck, bestimmte Markenkleider zu tragen, verringert.

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Juli Falk
Ja, Schuluniform. Eine halbe Uniform gibt es ja schon: Blue-Jeans. Warum nicht oben die schönen Edelweisshemden und -blusen?

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Helena
Ich wäre für schuluniform .so würden die Diskussionen eingegrenzt und würde auch weniger Mobbing geben. Mich hatt es auch immer gestört das mein Sohn mit verboten von der Schule heimkam z.b totenköpfen und Militärprint .finde ich jetzt überhaupt nicht schlimm .

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