Das Napfgebiet ist nicht die Art von Landschaft, wo der Laie Gold vermuten würde. Dass es hier häufiger zu finden ist als anderswo, liegt an der Geologie: Der Napf besteht aus den Überresten eines Schuttfächers, den die Ur-Aare vor 40 Millionen Jahren aufgeschüttet hat. Seither haben sich Geröll, Kies und Sand wieder zu Gestein verfestigt: Nagelfluh.

Aber eigentlich ist man ja nicht wegen der Steine hier.

Mit all dem Geröll spülten die urzeitlichen Flüsse eben auch das Gold der Alpen hierher. Und dieses gibt der Napf nun nach und nach frei. Über die Jahrtausende hat die Erosion tiefe, enge Gräben in die Nagelfluh gefressen. In ihnen waschen Bäche kleine und kleinste Goldflitter – in mehr oder weniger grosser Zahl – aus den jeweiligen Krächen.

Im Bachbett der Fontanne etwa finden sich in fast jeder Pfanne gewaschenen Kieses ein paar funkelnde Partikel, so dass nach ein paar Stunden Schufterei eine ansehnliche Zahl Goldflitter bleibt.

Das Equipment gibts vor Ort zu günstigen Konditionen zu mieten oder kaufen, Know-how findet sich in Büchern und im Internet. Ein Goldwaschkurs kann zudem helfen, Anfängerfrust zu vermeiden.

Wer dennoch auf eigene Faust loslegen will: Die Minimalausrüstung besteht aus Schaufel, Waschpfanne und verschliess­barem Fläschchen, in dem die gefundenen Flitter gesammelt werden können.

Warum Gold so rar ist

Unterhalb der Wydigbrücke ist das Bachbett der Fontanne bei normalem Wasserstand gut begehbar. Dort finden sich auch viele schöne Stellen, wo man sich einfach an die Sonne legen kann, so dass auch ­Familienmitglieder, die gegen Goldfieber immun sind, auf ihre Rechnung kommen.

Allen anderen bietet Goldwaschen viel Bewegung, fast garantiert Erfolgserlebnisse und die pädagogisch wichtige Erfahrung, dass nicht alles Gold ist, was glänzt (weil immer wieder wertlose Glimmerblättchen edelmetallenen Glanz vorgaukeln). Muskel­kater und Verspannungen erinnern zudem noch tagelang daran, wie rar Gold ist: Auch nach sieben Stunden Schaufeln und Waschen dürfte der Geldwert der gefundenen Flitter kaum für die Busfahrt zurück nach Wolhusen reichen.

Quelle: Stefano Schröter
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Anreise: Ab Bahnhof Wolhusen LU per Postauto zur Haltestelle Brügg­weid; 200 Meter zu Fuss in Fahrtrichtung bis zur Wydig­brücke, von wo ein Pfad zur Fontanne hinunterführt.

Material: Die Waschausrüstung kann bei Gold Prospector vor Ort gekauft oder gemietet werden. Telefon 041 622 13 90, E-Mail: info@goldsuchen.ch

Weitere Informationen: www.goldwaschen.ch

Vorsicht: Bei Gewittern können Bäche rasch anschwellen und sehr gefährlich werden.