1. Home
  2. Ausflüge & Freizeit
  3. Hüttnersee: Ein verwunschener Ort

HüttnerseeEin verwunschener Ort

Der Moorsee bei Samstagern ZH ist Ausgangspunkt für traumhafte Wanderungen.

von aktualisiert am 20. Mai 2016

Zürich brüstet sich gern mit seinem internationalen Flair, wirtschaftlicher Dynamik und guten Verkehrsverbin­dungen. Doch diese Gründe dürften nicht die einzigen sein, warum sich jährlich über 50'000 Leute im Kanton niederlassen. Die landschaftliche Schönheit, die gleich vor den Stadttoren beginnt, trägt wohl dazu bei.

Am südlichsten Zipfel des Kantons liegen das Dorf Hütten und der Hüttnersee, an dem früher schöne Feen und böse Hexenmeister lebten. Wäre das Wasser des Moorsees nicht so trüb, könnte man auf dem Grund noch den hübschen Hüttner Jüngling schlafen sehen, der einst dem Ruf einer Nixe folgte. Heute hört man an Mondscheinabenden nur noch ihr leises Liebesflüstern, ansonsten herrscht Ruhe – 1945 erliess der Regierungsrat eine Verordnung, wonach hier weder gebaut noch mit dem Motorboot rumgekurvt werden darf.

Etwas oberhalb des Weihers liegt der alte Molkenkurort Hütten. Kaum zu glauben, dass hier vor etwas über 200 Jahren Russen und Österreicher gemeinsam die Franzosen aus dem Land zu jagen versuchten. Heute ist Ruhe eingekehrt: Alle sieben Gemeinderäte sind parteilos, und die Zeiten sind vergessen, als katholische Krieger mordend und plündernd durch die reformierte Gegend zogen. Daher hat das Dorf seit 1969 wieder eine katholische Kirche. Bei dieser führt ein Weg zur Sihl und dann teils steil ansteigend auf den Rossberg. Dort hat man eine prächtige Aussicht auf Hüttnerseeli, Zürichsee und das ganze Zürichbiet – an klaren Tagen gar bis in den Schwarzwald.

Wer kein Picknick dabeihat, kann sich in der Genossenschaftsbeiz Rossberg drinnen oder draussen auf der Terrasse günstig verköstigen. Dann gehts auf der anderen Bergseite durch juraähnliche Landschaften hinunter zum Bahnhof Schindellegi.

An- und Abreise

Mit der S-Bahn nach Samstagern, retour ab Schindellegi.

 

Route

Vom Bahnhof Samstagern via Hüttnersee und Hütten auf zumeist auto­freien Wegen zum Rossberg und hinunter nach Schindellegi. Marschzeit: drei bis vier Stunden, Route ist gut ausgeschildert.

 

Verpflegung

Gasthaus Rossberg, gutbürgerliche Küche, Mi. bis Fr. 9.30 bis 22, Sa. 9 bis 22, So. 9 bis 20 Uhr, Mo./Di. geschlossen; www.rossberg-schindellegi.ch