Ein Willkürentscheid auf dem Buckel der Schwächsten», geisselt Lighthouse-Stiftungsratspräsident Hans-Peter Portmann den Entscheid. Die Zürcher Gesundheitsdirektion verweigert die Auszahlung von rund 650'000 Franken Subventionen für die Jahre 1997 bis 1999 und spricht dem Aidshospiz die weitere Subventionsberechtigung ab. Begründung: Die Unterstützung sei «aufgrund der reichlich geflossenen Spendengelder» nicht mehr nötig. Portmann machte den Entscheid, der vom letzten Februar datiert, erst Ende August bekannt. Zugleich reichte der FDP-Kantonsrat eine Anfrage im Zürcher Kantonsparlament ein. «Es ist eine Schweinerei, dass Institutionen, die gut arbeiten, vom Staat dafür noch bestraft werden», klagt Portmann gegenüber dem Beobachter. Das Lighthouse erfülle mit der Betreuung von Sterbenden eine gesellschaftliche Aufgabe.

Das Aidshospiz geriet in den letzten Monaten wiederholt ins Gerede. So deckte der Beobachter auf, dass Buchhalter Mauro Z. 1999 Hals über Kopf verschwand und eine chaotische Buchhaltung zurückliess. Er enthüllte die seltsame Rolle des früheren Aidspfarrers Heiko Sobel und berichtete über die verschwundene 200'000-Franken-Spende einer Patientin. Wenig später warf Andreas Baumann als Lighthouse-Geschäftsführer entnervt das Handtuch.

Nach Erscheinen des ersten Beobachter-Artikels gab Portmann an einer Pressekonferenz im November 1999 erstmals das Stiftungsvermögen – rund 8 Millionen Franken – bekannt. Nicht ohne beizufügen, dass 4,2 Millionen «rückzahlbare» Verpflichtungen gegenüber Bund und Kanton seien – die frühere «Subvention für Kauf und Umbau der Liegenschaft Carmenstrasse».

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Im jetzt veröffentlichten Brief von Regierungsrätin Verena Diener tönts anders. Von einer Rückzahlungspflicht ist keine Rede. Aber die Gesundheitsdirektorin macht publik, dass das Lighthouse «3,5 Millionen Franken Abschreibungen zu Lasten der Stiftungsrechnung vorgenommen» habe und die Liegenschaft «nur noch mit einem Franken bilanziert» sei. In einem weiteren Schreiben vom April 2000 kritisiert Diener unverblümt, dass Subventionen aufgrund allzu pessimistischer Eingaben bewilligt worden seien. «Wäre damals nur annäherungsweise ein realistisches Budget vorgelegt worden, hätte der Regierungsrat die Betriebsbeiträge nicht (oder nur reduziert) zugesprochen.»

Im Klartext: Das Lighthouse erhält vom Kanton nicht nur keine Subventionen mehr, sondern hat schon zu viele bezogen.